Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Gelbes Band als Zeichen des Teilens

Landesweit nehmen Obstbaumbesitzer an einem Ernteprojekt teil. Das Prinzip: An Bäumen, die ein gelbes Band tragen, kann sich jeder bedienen. Vor Ort macht die Dinklagerin Anke Boos mit.

Artikel teilen:
Das gelbe Band lädt Selbstpflücker ein. Die Dinklagerin Anke Boos macht bei der Aktion mit. Foto: Scholz

Das gelbe Band lädt Selbstpflücker ein. Die Dinklagerin Anke Boos macht bei der Aktion mit. Foto: Scholz

Anke Boos' Apfelbaum trägt jetzt schon Gelb. Ein gelbes Band ist nämlich um den Stamm geknüpft. Für Kenner heißt das: Obstpflücken ist hier ausdrücklich erlaubt.

Die Dinklagerin Anke Boos ist Teil der landesweiten Aktion "Gelbes Band", die das Ziel hat, überschüssige Früchte vor dem Verderben zu schützen. Markiert mit gelben Bändern, stehen die dazugehörigen Obstbäume allen Selbstpflückern zur Verfügung – kostenfrei, versteht sich. Bei Anke Boos' Baum sind die meisten Früchte zwar schon runter, doch auch im nächsten will die Dinklagerin Selbstpflücker willkommen heißen. Und sie hofft kreisweit auf viele Baumbesitzer, die wie sie gelbe Bänder verteilen.

Projekt ist Teil einer Aktionswoche

Organisiert wird die Aktion "Gelbes Band" vom Zentrum für Ernährung und Hauswirtschaft Niedersachsen (ZEHN). Das Projekt ist Teil der bundesweiten Aktionswoche "Deutschland rettet Lebensmittel" vom 22. bis 29. September. Insgesamt wurden nach Angaben von ZEHN  bisher rund 1.500 gelbe Bänder verschickt. Bürgerinnen und Bürger seien dazu eingeladen, an den markierten Stellen kostenfrei für ihren Eigenbedarf zu ernten, schreibt Rike Bullwinkel, die Leiterin von ZEHN, in einer Pressemitteilung. Neben Privatpersonen nehmen zusätzlich laut den Organisatoren auch einige Kommunen und Vereine an dem Ernteprojekt teil.

Eines von den Bändern hat die Dinklagerin Anke Boos bekommen – in einem Umschlag mit einem Plakat zur Aktion. "Ich bin auf die Aktion im Internet aufmerksam geworden", erzählt die gelernte Werbekauffrau. Zu diesem Zeitpunkt habe ihr Apfelbaum im Vorgarten so voll gehangen, dass sie mit ihrer Anmeldung nicht lange gezögert habe. Dafür habe sie nur ein Dokument ausfüllen und dieses dann an ZEHN senden müssen.

"Ich wollte die Äpfel nicht verkommen lassen und finde die Idee, dass andere sich die Äpfel nehmen dürfen, richtig gut", sagt Boos. Nun handelt es sich bei dem Baum von Boos um einen Augustapfelbaum. "Zum Aktionsstart kommende Woche sind meine Äpfel leider alle schon runter. Ich würde mir wünschen, dass im nächsten Jahr die Bänder schon früher verschickt werden", erläutert Boos. Eines stehe aber auf jeden Fall fest: Sie wird nächstes Jahr wieder dabei sein. 

Teilnahme auch weiterhin möglich

Um an der Aktion teilnehmen zu können, müssen Interessierte einen Obstbaum oder Obststrauch im Vorgarten haben. "Weitere Interessenten können jederzeit bei ZEHN die gelben Bänder anfordern", heißt es in der Pressemitteilung von Zehn. "Das Problem ist, dass viele gar keine Obstbäume mehr in ihren Vorgärten haben", erzählt Boos. Vielleicht ein Grund, warum sie die einzige Teilnehmerin im Landkreis Vechta ist, vermutet die Dinklagerin.

Sie habe noch weitere Obstbäume im Garten und man könne gerne bei ihr klingeln und dann von den Früchten ernten, wirbt Boos. Das sei  ein guter Beitrag gegen Lebensmittelverschwendung und für mehr regionale Produkte.

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Gelbes Band als Zeichen des Teilens - OM online