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Gelbe Bänder im Dorfpark laden zum Pflücken ein

Die Gemeindeverwaltung Garrel gestattet ausdrücklich, sich an den Obstbäumen auf kommunaler Fläche zu bedienen. Dabei gehe es um "Wertschätzung", sagt Bürgermeister Thomas Höffmann.

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Gelbes Band: Bürgermeister Thomas Höffmann (von links), Christian Fuhler vom Bauamt und Christian Kruthoff vom Bauhof stellten das Projekt vor.  Foto: Schrimper

Gelbes Band: Bürgermeister Thomas Höffmann (von links), Christian Fuhler vom Bauamt und Christian Kruthoff vom Bauhof stellten das Projekt vor.  Foto: Schrimper

Das dürfte für so manches Glas Apfelmus reichen. Die Zweige der Apfelbäume im Garreler Dorfpark hängen zum Teil dicht an dicht voll mit leuchtenden Früchten. Doch dürfen sich die Parkbesucher überhaupt daran bedienen? Die Gemeindeverwaltung sagt ausdrücklich: ja.

Um darauf aufmerksam zu machen, dass man sich nicht des Mundraubs strafbar macht, wenn man heruntergefallenes Obst mitnimmt oder direkt vom Baum pflückt, beteiligt sich die Gemeinde am Ernteprojekt "Gelbes Band". Die rund 30 Apfel- und Kirschbäume im Dorfpark und 10 Obstbäume beim Busbahnhof Falkenberg, Ecke Lindenallee/Garreler Straße, sind bereits oder werden noch mit dem Band markiert. Das bedeutet: Hier darf jeder und jede kostenlos und, ohne zu fragen, für den Eigenbedarf ernten. Zudem weisen Schilder auf die Aktion hin. 

Das Projekt "Gelbes Band" des Zentrums für Ernährung und Hauswirtschaft Niedersachsen (ZEHN) mit Sitz in Oldenburg und der Landwirtschaftskammer Niedersachsen wird vom Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gefördert. Bei dem Obst handele es sich um ein Produkt, das man retten müsse, betont Garrels Bürgermeister Thomas Höffmann. "Es geht um Wertschätzung." Das Obst aus Garrel und Falkenberg sei nicht gespritzt und CO2-neutral, weil regional. Nicht erwünscht sei es, wenn ganze Zweige von den Bäumen abgerissen würden. Zu den Apfelsorten gehörten laut Christian Kruthoff vom kommunalen Bauhof unter anderem Holsteiner Cox, die Rote Sternrenette und Gravensteiner. 

Die Zweige der Bäume im Dorfpark hängen voller Äpfel.   Foto: SchrimperDie Zweige der Bäume im Dorfpark hängen voller Äpfel.   Foto: Schrimper

Wie Thomas Höffmann auf Nachfrage sagte, überlege man derzeit in der Verwaltung, auf Gemeindeflächen auch Streuobstwiesen anzulegen. "Wir müssen prüfen, ob das realisierbar ist." Anders als im Dorfpark, wo das heruntergefallene Obst früher oder später dem Rasenmäher zum Opfer fällt, bliebe es auf einer Streuobstwiese liegen, um so der Tierwelt als Nahrung zu dienen.

Apropos Dorfpark: Wie berichtet, will die Gemeinde Garrel Freiflächen in der Grünanlage mit Spiel- und Freizeitgeräten sowie Sitzmöglichkeiten aufwerten. Eigentlich sollte das Vorhaben bis zum Herbst abgeschlossen sein, doch daraus wird nichts, wie Höffmann sagte. Auf eine erste Ausschreibung der Maßnahme sei kein Angebot eingegangen, weil das Zeitfenster bis Herbst zu knapp bemessen gewesen sei. Nach einer neuen Ausschreibung ist die Maßnahme vergeben worden – und soll bis Ende März umgesetzt werden. Dann sollen unter anderem ein großes Spielschiff, eine Hangrutsche, ein Freizeit- und Fitnessparcours sowie Freizeitgeräte für Menschen mit Handicap den Park bereichern. 

Die Kosten dafür liegen bei etwa 150.000 Euro. Doch diese Summe muss die Gemeinde nicht allein schultern: Es besteht die Möglichkeit, aus dem Programm „Leader-Region Soesteniederung“ Fördermittel zu erhalten. Bei einer Förderquote von 50 Prozent läge der Eigenanteil der Gemeinde bei etwa 75.000 Euro.

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