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Geklaute Handys verkauft: 43-Jähriger aus Vechta wegen Hehlerei verurteilt

20 Monate auf Bewährung – so lautet das Urteil des Oldenburger Landgerichts. Und: Der Vechtaer muss den Verkaufserlös zurückzahlen. Das sind immerhin 134.000 Euro.

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Symbolfoto: dpa

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Wegen Hehlerei in 54 Fällen ist ein 43-Jähriger aus Vechta zu 20 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Ein entsprechendes Urteil des Amtsgerichts in Vechta ist vor dem Oldenburger Landgericht rechtskräftig geworden. Der Angeklagte hatte mit seinen Taten einen großen finanziellen Schaden angerichtet. Das zu Unrecht erlangte Geld muss der Vechtaer jetzt zurückzahlen. Es sind immerhin 134.000 Euro. 

Der Angeklagte war 2019 auf der Suche nach einem günstigen Handy für seine Tochter. Wegen schlechter Erfahrungen mit Käufen im Internet beschloss der Angeklagte, das Handy direkt beim Verkäufer abzuholen. Er fragte im Internet nach einem günstigen Handy für seine Tochter und erhielt ein Angebot von einem Mann aus Oldenburg.

Bei dem Oldenburger handelte es sich um einen Mitarbeiter eines Oldenburger Handy-Shops. Der hatte nun nicht nur ein günstiges Handy für die Tochter, sondern auch weitere günstige Mobiltelefone. Der Angeklagte habe nun seine Chance auf gutes und schnelles Geld gesehen. Denn er kannte in Vechta einen Mann, der Handys aufkauft.

Die angeblichen Schnäppchen-Handys waren tatsächlich geklaut

Und so besorgte sich der Angeklagte von dem Oldenburger 54 neue Handys und verkaufte sie an den Mann in Vechta zu einem höheren Preis. Das Problem: Der Mitarbeiter des Oldenburger Handy-Shops hatte die Telefone geklaut, beziehungsweise ergaunert. Der Vechtaer beteuert, dass er davon nichts geahnt habe.

Allen Handys hätten Kaufverträge (angebliche Rückläufe von Kunden des Oldenburger Handy-Shops) beigelegen, so der Angeklagte. Das habe ihn beruhigt. Nur: Die Kaufverträge, die die Rechtmäßigkeit der Verkäufe belegen sollten, trugen als Käufer-Anschrift eine Obdachlosen-Anschrift in Oldenburg. Das Gericht war dann auch davon überzeugt, dass der 43-Jährige genau wusste, dass die Handys des Oldenburgers aus Straftaten stammten.

Gegen das erste Urteil des Amtsgerichts in Vechta hatten sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Verteidigung Berufung eingelegt. Während die Staatsanwaltschaft eine Strafe forderte, die der Angeklagte auch verbüßen muss, wollte der Vechtaer einen Freispruch erzielen. Nach der Beweisaufnahme zogen aber beide Seiten ihr jeweiliges Rechtsmittel wieder zurück. Damit ist das erste Urteil nun rechtskräftig und der Angeklagte muss die 134.000 Euro an die Staatskasse zahlen.

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