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Gegen die Energiekrise sind südoldenburgische Lösungen gefragt

Kolumne: Das Leben als Ernstfall – Die Energiekrise ist aktuell das bestimmende Thema. Dabei gibt es doch ganz einfache Möglichkeiten, hier in der Region Energie zu sparen.

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Die Bürger von Schilda waren wahrlich schlau. Um Licht in ihr ohne Fenster gebautes Rathaus zu bekommen, fingen sie es in Säcken ein und trugen es von draußen in das neue Gebäude. Wenn das auch mit Wärme funktionieren würde: Wir hätten in den vergangenen Tagen reichlich Säcke mit Hitze vollmachen können, um sie im Winter dann in den kalten Wohnungen wieder rauszulassen.

Klappt aber leider nicht. So müssen wir uns andere Mittel und Wege einfallen lassen, um die Energiekrise zu lösen. Denn bis sich dank beschleunigter Verfahren und dem unbürokratischen Einsatz der lokalen Verwaltungsfürsten in ungefähr 10 Jahren die ersten Windräder in Südoldenburg drehen, sind wir alle erfroren. Bis Cloppenburg und Friesoythe dank der 4-Grad-Erderwärmung Hafenstädte mit LNG-Terminals geworden sind, wird es noch dauern. Wir brauchen schnellere und pragmatischere Lösungen. Aber für Einfallsreichtum und Improvisationstalent sind die Südoldenburger ja bekannt. Hier ein Überblick über die schnellen Maßnahmen, um Strom und Gas einzusparen:

Das Riesenrad auf dem Stoppelmarkt verbraucht eine Menge Strom. Der ließe sich sparen, wenn das Rad mit Muskelkraft angetrieben würde. Derzeit sucht die Stadt Vechta nach etwa 100 kräftigen Burschen, die stundenweise das Fahrgeschäft in Bewegung setzen. Statt Mindestlohn gibt es Freibier für alle 5 Tage. Bei einem durchschnittlichen Bedarf von 30 Bier pro Abend wären das bei einem grob geschätzten Bierpreis von 4 Euro nach Adam Riese stolze 120 Euro pro Tag und 600 Euro für alle 5 Tage zusammen – und das steuerfrei. Die übrigen Fahrgeschäfte könnten ebenfalls durch starke Frauen und Männer in Schwung gebracht werden. Na, und die guten alten muskelbetriebenen Schiffschaukeln sind auch noch da.

„Auf gut gekühltes Bier sollten wir verzichten. Das kostet zu viel Energie und geht auch warm runter. Am Stoppelmarkt ist ja vieles möglich.“Stefan Freiwald

Auf gut gekühltes Bier sollten wir indes verzichten. Das kostet zu viel Energie und geht auch warm runter. Am Stoppelmarkt ist ja vieles möglich. Richtige Opfer müssen auch ein bisschen weh tun. Stellt sich nur noch die Frage, wie wir die vom Festredner produzierte heiße Luft auffangen. Und wer sagt, dass die Drehorgel von Jan und Libett immer nur Musik machen muss. Da lässt sich doch bestimmt auch Strom mit herstellen. Soll der Marktausschuss mal kreativ werden.

Aber wobei sparen wir, wenn der Stoppelmarkt vorbei ist? Klar, im Dunkeln fernsehen und uns dabei in drei Decken einwickeln, wäre ein Anfang. Aber das reicht ja hinten und vorne nicht. Auch vom Aufwärmen von innen mit Stoppelhopser und anderem Zeug ist an dieser Stelle abzuraten.Die Teilschließung einer Geburtsstation im Cloppenburger Krankenhaus kommt gerade recht. Was wir da alles an Energie sparen. In solch einem Kreißsaal ist es ja ohnehin viel zu warm. Kinder kriegen, das geht auch zu Hause oder in einer Klinik 100 Kilometer weiter. Und überhaupt: Dann passen wir uns dem Bundesdurchschnitt an und machen einfach ein paar Babys weniger, das würde viel Energie sparen – allein schon, was den eigentlichen Produktionsprozess angeht.

Und wenn alle Stricke reißen, können wir uns immer noch in einem der zahlreichen Schweine- und Geflügelställe aufwärmen. Jetzt, wo die Tierzahlen zurückgehen, wäre doch genügend Platz.


Zur Person:

  • Stefan Freiwald (49) ist Redakteur bei OM-Medien und hat ein Büro für Journalismus, PR & Nachhaltigkeit in Vechta. Er lebt mit seiner Familie in Oythe.
  • Sie erreichen den Autor per E-Mail an: redaktion@om-medien.de.

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