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Geflügelpest: Weitere Ausbrüche in Garrel

In der Gemeinde Garrel sind zwei weitere Betriebe von der Geflügelpest betroffen. 23.000 Tiere müssen getötet werden (Update 14.20 Uhr).

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Symbolfoto: dpa

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Wieder ist es die Gemeinde Garrel, wieder sind es Putenställe: Die Cloppenburger Kreisverwaltung hat am Donnerstag zwei weitere Fälle von Geflügelpest im Landkreis Cloppenburg bestätigt. Dabei handelt es sich um zwei Putenbetriebe in Garrel. Die Bestände in den Ställen (14.000 und 9000 Puten) müssen noch am Donnerstag tierschutzgerecht getötet und beseitigt werden. Beide Ställe liegen in Sperrbezirken, die wegen früherer Ausbrüche eingerichtet wurden.

Auf Anfrage von OM online erklärte Kreissprecher Frank Beumker, dass in einem Fall der Tierarzt den Ausbruch der Geflügelpest festgestellt hatte. Im zweiten Fall wurde der Halter selbst aufmerksam, nachdem er vermehrt verendete Puten in seinem Stall entdeckt hatte. Bei den Betrieben, die in einem Sperrbezirk liegen, "wird verendetes Geflügel zweitägigem Rhythmus beprobt", erklärt Beumker.

Damit ist das hochansteckende Vogelgrippe-Virus H5N8 nunmehr in 14 Betrieben im Landkreis Cloppenburg nachgewiesen worden - besonders betroffen ist dabei die Gemeinde Garrel. Wie bereits berichtet, betrachtet das Veterinäramt die dortige Lage besonders mit Sorge. Es ist kritisch, dass in den Gemeinden Garrel und Bösel trotz der hohen Wildvogelpopulation und der alle Jahre wiederkehrenden Geflügelpest immer wieder so viele Puten eingestallt werden", sagt Dr. Karl-Wilhelm Paschertz, Leiter des Amtes für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung bereits Anfang der Woche.

Insgesamt sind bislang 171.000 Tiere der Geflügelpest zum Opfer gefallen. Die Zahl musste nachträglich geändert werden, nachdem in einem Garreler Entenmastbetrieb 17.000 Tiere getötet werden mussten. Ursprünglich ist man aber von 36.000 Enten ausgegangen. Grund für die Abweichung: Der Betrieb hatte bei der Tierseuchenkasse den höheren Bestand gemeldet. Aufgrund der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Marktsituation sei nur ein Stall belegt gewesen, erklärte Kreissprecher Frank Beumker am Donnerstag.

Auf der aktuellen Karte des Friedrich-Löffler-Institutes (FLI) ist deutlich zu sehen: Bei Nutzgeflügel ist der Landkreis Cloppenburg mit mehreren Fällen der Infektions-Hotspot in Norddeutschland. Das Bundesinstitut für Tiergesundheit auf der Insel Riems ist das nationale Referenzlabor für das aviäre Influenzavirus

Wie das H5N8-Virus überhaupt in die Ställe im Landkreis Cloppenburg gelangt ist, kann noch nicht gesagt werden. Bei der Nachverfolgung gibt es auf Anfrage von OM online derzeit keine neuen Erkenntnisse. Laut Sngaben des FLI gibt es grundsätzlich eine Vielzahl von hohen Risiken - selbst wenn die Tiere wegen der Stallfplicht nicht in direkten Kontakt mit  Wildvögeln kommen. Laut FLI gelten Wildvögel als Hauptursache für die Verbreitung des Vogelgrippe-Virus. "Auch in scheinbar geschlossenen Stallhaltungen kann das Virus durch indirekte Kontakte eindringen: Unter anderem stellen die Einstallung von Tieren, Personen und Fahrzeugverkehr, Geräte, Futter, Einstreu und Wasser grundsätzlich Risiken für eine Einschleppung dar. Bereits Spuren von Kot bezeihungsweise Nasensekreten von Wildvögeln, die nicht sichtbar sind, reichen für die Übertragung aus."

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