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Geflügelpest: Neuer Fall dämpft Hoffnungen im Kreis Cloppenburg

Nach einer längeren Pause ist nun wieder in einem Stall in Garrel die Geflügelpest nachgewiesen worden. 14.400 Puten müssen am Montag getötet und entsorgt werden.

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Neuer Fall von Geflügelpest: Bei dem Stall in der Gemeinde Garrel wurde am Montag die Schlachtung vorbereitet. Foto: Thomas Vorwerk

Neuer Fall von Geflügelpest: Bei dem Stall in der Gemeinde Garrel wurde am Montag die Schlachtung vorbereitet. Foto: Thomas Vorwerk

Ein neuer Fall von Geflügelpest wirft die Hoffnungen im Landkreis Cloppenburg zurück. Denn zunächst sah alle danach aus, dass der Landkreis nach einer längeren Phase ohne neue Ausbrüche zum 25. Februar wieder als "geflügelpestfrei" gelten und damit die Restriktionen für die Geflügelhalter wieder gelockert werden könnten.

Nun ist aber erneut ein Stall in der Gemeinde Garrel betroffen. Das hat Kreissprecher Frank Beumker am Montag bestätigt. "Der Bestand mit 14.400 Puten wird heute tierschutzgerecht getötet und geräumt", berichtet Beumker. Damit ist das hoch ansteckende Virus H5N8 jetzt in 21 Ställen im Kresigebiet nachgewiesen worden. Die Folge: 216.800 Puten, 71.900 Hähnchen und 17.000 Enten mussten deshalb getötet werden.

Wiedereinstallungsverbot in 9 Kommunen verlängert

Die Cloppenburger Kreisverwaltung reagiert auf den neuen Ausbruch und zieht nun ein weiteres Mal einen Sperr- und Beobachtungsbezirk rund um den betroffenen Stall. Als Sperrbezirk wird das Gebiet um den Seuchenbestand mit einem Radius von mindestens drei Kilometern festgelegt. Um den Sperrbezirk wird mit einem Radius von mindestens zehn Kilometern um den Seuchenbestand ein Beobachtungsgebiet festgelegt.

Erneuert wird jetzt auch das Wiedereinstallungsverbot für Puten in diesen Kommunen des Landkreises: Bösel, Cappeln, Emstek, Garrel, Molbergen, Lastrup, Lindern, Cloppenburg und Friesoythe. Dort müssen die Ställe nach der Räumung eines Tierbestandes mindestens 30 Tage lang leer bleiben.

Friedrich-Löffler-Institut untersucht Übertragung auf Menschen

Derweil geben Nachrichten aus Russland Anlass zu Sorge. 7 Mitarbeiter eines Geflügelbetriebes hatten sich mit dem Vogelgrippe-Virus H5N8 angesteckt. Die Vogelgrippe tritt mit verschiedenen Subtypen auf. Von mehreren war bislang schon bekannt, dass sich Menschen damit anstecken können. Die Infektionskrankheit galt für Menschen aber als ungefährlich. Eine Übertragung über infizierte Lebensmittel gilt aber als unwahrscheinlich. Das Friedrich-Loeffler-Institut teilte mit, das Risiko einer weiteren Ausbreitung der Krankheit sei weiterhin hoch.

Nach Angaben des Instituts gab es bislang noch keine Übertragung des Virus H5N8 auf den Menschen. «Bei Geflügelpestviren besteht immer die Möglichkeit einer schnellen Änderung der Eigenschaften», sagte eine Sprecherin am Sonntag. Zudem müsse bei einer hohen Viruslast wie in betroffenen Betrieben damit gerechnet werden, dass es einmal zu Übertragungen komme.

Tote Wildvögel nicht anfassen

Das Friedrich-Loeffler-Institut wolle nun mehr Informationen zu den Fällen in Russland bekommen, sagte die Sprecherin. Sie erinnerte an geltende Hygieneregeln: Tote Wildvögel sollten demnach nicht mit bloßen Händen angefasst werden. Falls es doch zu einem Kontakt kommt, sollten die Hände gründlich gewaschen werden. Wenn betroffene Geflügelbetriebe geräumt würden, werde Schutzkleidung getragen.

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