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Geflügelpest jetzt auch in Lastrup

Die Geflügelpest ist im Cloppenburger Südkreis angekommen. Ein Ausbruch in der Gemeinde Lastrup ist bestätigt. Nun gilt fast überall im Landkreis ein Wiedereinstallungsverbot für Puten und Enten.

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Abgesperrt: Auf dem Betrieb in Hammel sind die Seuchenbekämpfer im Einsatz. Foto: Meyer 

Abgesperrt: Auf dem Betrieb in Hammel sind die Seuchenbekämpfer im Einsatz. Foto: Meyer 

In einem Putenmastebetrieb in der Gemeinde Lastrup ist am Dienstag der Ausbruch der Geflügelpest nachgewiesen worden. Das teilte die Cloppenburger Kreisverwaltung mit. In dem betroffenen Betrieb werden noch am Dienstag 9300 Puten tierschutzgerecht getötet und beseitigt.

Damit ist das hochansteckende Vogelgrippe-Virus nun auch im Cloppenburger Südkreis nachgewiesen worden. Bislang konzentrierten sich die jüngsten Ausbrüche auf Ställe in der Gemeinde Garrel. Der Fall wirkt sich nun unmittelbar auf beinahe die gesamte Geflügelwirtschaft im Landkreis Cloppenburg aus. Denn: Wie Kreissprecher Frank Beumker ankündigte, wird das bereits bestehende Wiedereinstallungsverbot ausgedehnt. Es gilt jetzt kreisweit in 11 von 13 Kommunen - von dem Vertbot nicht betroffen sind nur noch die Nordkreis-Gemeinden Barßel und Saterland.

Das Wiedereinstallungsverbot, das für Puten und Enten gilt, bedeutet: In den Gemeinden Bösel, Cappeln, Emstek, Essen, Garrel, Molbergen, Lastrup und Lindern sowie den Städten Cloppenburg, Friesoythe und Löningen müssen 30 Tage vergehen, bis nach Räumung eines Stalles neue Tiere untergebracht werden dürfen. So soll eine weitere Verbreitung der Geflügelpest verhindert werden.

Der Fall in Lastrup bedeutet außerdem die Einrichtung eines neuen Sperr- und Beobachtungsbezirkes. Der Sperrbezirk hat einen Radius von 3 Kilometern, der rund um den betroffenen Stall gezogen wird. Der Beobachtungsbezirk hat einen Radius von 10 Kilometern. "im Sperrbezirk werden 11 gewerbliche Geflügelbetriebe im zweitägigen Rhythmus vom Landkreis Cloppenburg untersucht.", erklärt Kreissprecher Frank Beumker am Dienstag.

Der Sperrbezirk, der nach dem ersten Ausbruch der Geflügelpest in Kellerhöhe eingerichtet wurde, wird am 14. Januar wieder aufgehoben. Hier gelten laut Angaben der Kreisverwaltungen nunmehr die Schutzmaßnahmen im Rahmen eines Beobachtungsgebietes.  Davon unberührt bleiben aber die Sperr- und Beobachtungsbezirke, die wegen der darauffolgenden Ausbrüche eingerichtet wurden. Mittlerweile ist es der 16. Betrieb im Landkreis, in dem das hochansteckende H5N8-Virus nachgewiesen wurde.

Unterdessen hat der Deutsche Tierschutzbund Bund und Länder aufgefordert, mehr gegen die sich ausbreitende Vogelgrippe zu unternehmen. Aus Sicht von Verbandspräsident Thomas Schröder gibt es keine wirkliche Präventionsstrategie. Dazu gehörten eine "Bestandsreduktion und intensive Forschung nach einem Impfstoff", sagte Schröder der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Dienstag).

Der Zentralverband der Geflügelwirtschaft (ZDG) betonte, ein Stall könne nicht vollständig hermetisch abgeriegelt werden, eine absolute Sicherheit gebe es nicht. Nach Verbandsangaben wurden bundesweit bislang mehr als 300.000 Tiere aufgrund der Geflügelpest getötet. Allein im Landkreis Cloppenburg sind mit dem neuesten Fall in Lastrup 194.300 Tiere betroffen gewesen - dabei handelt es sich zum weitaus größten Teil um Puten.

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