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Gedanken über den letzten Lebensabschnitt

Kolumne: Notizen aus der Nachbarschaft – Die Gemeinde Bakum bittet Ü60-Jährige, an einer Umfrage teilzunehmen. Das regt zum Nachdenken über das eigene Altern an.

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Vor einigen Tagen schickte die Gemeinde Bakum einen Brief an alle Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinde im Alter von über 60 Jahren mit Bitte um Teilnahme an einer Umfrage. Mit Hilfe der Umfrage sollen die Bedürfnisse, Ideen und Anregungen der älteren Menschen ermittelt werden. Sie ist Auftakt des Projektes Selbstgestalter, das bereits in Vechta und Visbek erfolgreich umgesetzt wurde und nun auch in Bakum starten soll.

Die Fakten sprechen für die Notwendigkeit einer offenen Altershilfe in Bakum. Im Zeitraum von 2012 bis 2030 wird die Zahl der Menschen, die älter als 65 Jahre alt sind, um 590 Personen (+ 67 Prozent) ansteigen. Für sie müssen zusätzliche Angebote zu den bereits vorhandenen Veranstaltungen in kirchlichen Gruppen und Vereinen geschaffen werden. Heute sind längst nicht alle Menschen mehr Mitglied in einer Pfarrei oder einem Verein. Wer von früh an ehrenamtlich in Vereinen oder in der Kirchengemeinde vernetzt ist, hat nicht das Problem, im Alter zu vereinsamen. Anders sieht das aber bei Menschen aus, die ihr ganzes Leben im Beruf eingebunden waren und kaum außerberufliche Netzwerke gepflegt haben. Bei vielen Älteren ändert sich das Leben komplett, wenn die Kinder aus dem Haus ausziehen und die Verwandten weit weg wohnen. Dann wird es unter Umständen ganz still im Haus. Auch für Alleinstehende kann das Älterwerden zur Herausforderung werden. Freundschaften müssen gepflegt werden, neue Aufgaben gesucht werden. Ältere sollten sich damit auseinandersetzen, wo und wie sie alt werden möchten.

"Unsere Vereine und Gemeinschaften profitieren vom Ehrenamt Älterer ungemein."Georg Rosenbaum

Wie ist die Pflege organisiert, wenn man alt wird? Wen kann man anrufen, mit welchen Menschen möchte man etwas gemeinsam unternehmen? Die Selbstgestalter wollen die Älteren dabei unterstützen, ihren eigenen Weg zu finden. Ich könnte viele Bakumer aus meinem Bekanntenkreis nennen, die bis ins hohe Alter ihr Leben selber in die Hand nahmen und gleichzeitig Gutes für die Gemeinschaft getan haben. Unsere Vereine und Gemeinschaften profitieren vom Ehrenamt Älterer ungemein. Auch ich bin älter als 60 Jahre alt und erhielt die Umfrage.

Ähnlich wie andere Bekannte, hatte ich allerdings ein paar Probleme mit den Fragen, zum Beispiel, was ich regelmäßig mache oder mit wem ich die Zeit verbringe. Mein Tagesablauf ist nicht minutiös verplant, Leerlauf gibt es für mich aber nicht. Dennoch ist die Umfrage für mich ein guter Anlass, mir über meinen letzten Lebensabschnitt Gedanken zu machen.


Zur Person:

  • Der Autor Georg Rosenbaum ist Kaufmann und wohnt in Bakum. Gebürtig stammt er aus Oldenburg.
  • Den Autor erreichen Sie per E-Mail über redaktion@om-medien.de.

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