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Gebürtige Steinfelderin will "Miss Germany" werden

Kristin Kruthaup nimmt an dem Schönheitswettbewerb teil. Die Volkswirtin, die in Leipzig lebt, gehört zu den zehn Kandidatinnen aus Sachsen.

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Will Menschen mit ihrer Fröhlichkeit inspirieren: Kristin Kruthaup, die in der Steinfelder Bauerschaft Harpendorf aufwuchs, nimmt am "Miss Germany 2021"-Wettbewerb teil. Foto: Tobias Dick

Will Menschen mit ihrer Fröhlichkeit inspirieren: Kristin Kruthaup, die in der Steinfelder Bauerschaft Harpendorf aufwuchs, nimmt am "Miss Germany 2021"-Wettbewerb teil. Foto: Tobias Dick

Bis zum Finale ist es noch ein weiter Weg. Doch immerhin darf sich Kristin Kruthaup (29) schon jetzt zu den zehn schönsten Frauen aus Sachsen zählen. Die Steinfelderin, die in Leipzig lebt, tritt für den Freistaat im Osten der Bundesrepublik beim Wettbewerb „Miss Germany 2021“ an.

Mehr als 15.000 Frauen hatten sich bei der Schönheitswahl beworben, deren Konzept sich vor einem Jahr gewandelt hat. Nun soll es nicht mehr nur um Äußerlichkeiten gehen; der Charakter und die Lebensgeschichte der Frauen rücken in den Mittelpunkt. Vorstellungsrunden im Bikini gibt es also nicht mehr.

Ob nun wirklich Persönlichkeit statt Posing zählt, darüber kann Kruthaup demnächst berichten. Nach ihrer Bewerbung, für die sie umfangreiches Material – Fotos, Videos und auch Texte – zusammenstellen musste, wartete sie einige Zeit. Schließlich seien die von einer Jury ausgewählten Kandidatinnen – für jedes Bundesland zehn Frauen, insgesamt also 160 – innerhalb einer Woche zu unterschiedlichen Zeiten kontaktiert worden. „Das war so spannend, dass ich alle 30 Minuten meine Post gecheckt habe. Meine Zusage kam spät abends, sodass ich die Nacht kaum schlafen konnte vor Aufregung.“

Erfahrungen mit dem Modelbusiness hat Kristin Kruthaup nicht. Sie sei aber schon öfter angesprochen worden, berichtet sie. Foto: KruthaupErfahrungen mit dem Modelbusiness hat Kristin Kruthaup nicht. Sie sei aber schon öfter angesprochen worden, berichtet sie. Foto: Kruthaup

Über ihre Motivation zur Teilnahme sagt Kruthaup: „Ich bin ein sehr fröhlicher und offener Mensch. Ich möchte meine Lebensgeschichte erzählen, um diejenigen, die zwischendurch keinen Ausweg sehen, zu ermutigen, trotzdem niemals aufzugeben.“ Man müsse mutig sein, sagt die 29-Jährige, und das machen, worauf man Lust hat und was einen glücklich macht. Sie plädiert für Spontanität. „Ich möchte mit meiner Fröhlichkeit inspirieren und andere zum Lachen bringen.“

„Für mich sind Menschen automatisch schön, wenn sie einen anlächeln und eine positive Ausstrahlung haben.“Kristin Kruthaup aus Steinfeld

Aus ihrer Sicht – und da ist die Kandidatin voll auf der Linie der „Miss Germany“-Organisatoren, der Familie Klemmer aus Oldenburg – sei der Wettbewerb „längst nicht mehr die Suche nach dem typischen Schönheitsideal“. Es gehe vielmehr darum, was den Menschen ausmacht. „Für mich sind Menschen automatisch schön, wenn sie einen anlächeln und eine positive Ausstrahlung haben.“

Erfahrungen mit dem Modelbusiness hat Kruthaup nicht. Sie sei schon öfter angesprochen worden, sagt sie, „allerdings habe ich es bisher immer wieder im Sande verlaufen lassen“. Fotoshootings und Werbeaufnahmen seien deshalb für sie ein ganz neues Terrain.

Familie musste viele Schicksalsschläge meistern

Aber was ist überhaupt die Lebensgeschichte der Steinfelderin, die in der Bauerschaft Harpendorf aufwuchs? Kruthaup zitiert den Titel ihres Lieblingsliedes von Udo Jürgens „Immer wieder geht die Sonne auf“. Seit frühester Kindheit habe ihre Familie viele Schicksalsschläge gemeistert, sagt sie ohne ins Detail zu gehen. „Meine Eltern hatten es nie leicht, aber sie haben für uns vier Kinder immer alles gegeben.“ Kruthaup berichtet über den großen familiären Zusammenhalt, von dem auch die Fotos auf ihrem Instagram-Profil zeugen. „Trotz der vielen Tiefen steht für uns immer an erster Stelle, an einem Strang zu ziehen und nicht aufzugeben. Wir haben gelernt, immer für das zu kämpfen, was wir im Leben erreichen wollen.“

Teilnahme an den "Live Experiences" war ungewohnt

Zurück zur „Miss Germany“-Wahl: Vor zwei Wochen nahm Kruthaup an den „Live Experiences“ in Hamburg teil. Dort lernte sich ein Teil der Kandidatinnen erstmals persönlich kennen. Es standen unter anderem Shootings mit bekannten Marken wie Tamaris, C&A sowie dem Lifestyle-Magazin „Cosmopolitan“ auf dem Programm. Zu den Aufgaben der Teilnehmerinnen gehörte auch der Videodreh. „Das war anfangs für mich noch sehr ungewohnt“, sagt Kruthaup. „Außerdem habe ich ständig meine Sachen verlegt, bin mit den hohen Schuhen umgeknickt und musste mich erstmal an das Make-up und die lockigen Haare gewöhnen.“ Das „Miss Germany“-Team habe sich aber rührend um sie gekümmert, berichtet die Volkswirtin.

Online-Voting startet am 28. September

Und wie geht es jetzt weiter? Am 28. September (Montag) um 15 Uhr startet auf der Webseite www.missgermany.de das Online-Voting. Eine Woche lang kann für Kruthaup abgestimmt werden. „Ich hoffe, dass ich ein paar oder besser viele Stimmen bekomme. Ich bin keine Influencerin und kann nicht auf eine große Community zurückgreifen. Trotzdem hoffe ich, dass ich mit dem, wie und was ich bin, überzeugen kann“, sagt sie. Die drei höchstbewerteten Frauen schaffen es in die nächste Runde. Zwei weitere Kandidatinnen erhalten eine Wildcard der Jury, die anschließend auch die Siegerin jedes Bundeslandes anhand eines „Social Performance Indikators“ kürt.

Die 16 Finalistinnen treffen sich zum „Empowerment-Day“ und nehmen im Februar 2021 an einem dreiwöchigen „Personality-Camp“ teil. Die „Miss Germanyv 2021“ wird schließlich am 27. Februar 2021 in der Arena des Europa-Parks in Rust gewählt.

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