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Garten bietet Schutz und Freiheit zugleich

Das Pflegehaus in Vrees ist jetzt komplett. Der Demenzgarten entstand auch mit Mitteln aus der  Fernsehlotterie. Deren Geschäftsführer hob den Vorbildcharakter des Projekts hervor.

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Geschützter Freiraum: Der Demenzgarten ist inzwischen fertig. Foto: G. Meyer

Geschützter Freiraum: Der Demenzgarten ist inzwischen fertig. Foto: G. Meyer

Christian Kipper mochte seine Begeisterung kaum zügeln. "Vrees ist ein wunderbarer Ort und ich kann verstehen, dass sich viele wünschen, hier alt zu werden", sagte der Geschäftsführer der Deutschen Fernsehlotterie am Dienstag im Garten des neuen Pflegehauses. Dass die Anlage in den vergangenen Monaten entstehen konnte, sei auch den vielen Loskäufern zu verdanken. Rund 48.000 Euro hat die Lotterie dem Verein "Altwerden in Vrees" dafür zur Verfügung gestellt.

Nachdem das Pflegehaus bereits vor einigen Wochen eröffnet worden war, können die Bewohner und Gäste damit auch den Außenbereich nutzen. Landschaftsarchitekt Matthias Kolhoff aus Vechta hat ihn als sogenannten Demenzgarten angelegt. Er soll Menschen mit Orientierungsschwierigkeiten einen geschützten Freiraum bieten. Der  Rundweg führt sie stets zum Ausgangspunkt zurück. Hinzu kommen  eine artenreiche Pflanzenvielfalt, Wasserspiele und demnächst sogar eine Voliere. 

Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann würdigte den Ansatz. Die CDU-Politikerin wies in ihrem Grußwort auf die Zunahme demenzieller Erkrankungen hin, die den Bund zur Entwicklung einer nationalen Demenzstrategie veranlasst habe. Mit ihrem geradezu revolutionären Alt-werden-Konzept habe die Gemeinde deutschlandweit Maßstäbe gesetzt. "Darauf können die Vreeser stolz sein", betonte Connemann und führte den Erfolg vor allem auf das breite Netzwerk ehrenamtlicher Helfer und die Bereitschaft, für den Heimatort Verantwortung zu übernehmen, zurück. Ein Sonderlob erhielt Bürgermeister Heribert Kleene. "Er ist zwar anstrengend und fordert uns alle. Aber es geht ihm dabei immer um sein Dorf", betonte Connemann. 

Schlüsselübergabe: Vereinsvorsitzender Heinz Peters (5. von links) und Bürgermeister Heribert Kleene (4. von rechts) nahmen ihn von Landschaftsarchitekt Matthias Kolhoff (6. von links) entgegen. Foto: G. MeyerSchlüsselübergabe: Vereinsvorsitzender Heinz Peters (5. von links) und Bürgermeister Heribert Kleene (4. von rechts) nahmen ihn von Landschaftsarchitekt Matthias Kolhoff (6. von links) entgegen. Foto: G. Meyer

Der stellvertretende Landrat Willfried Lübs würdigte die Leistungen der kleinen Emsland-Kommune ebenso wie Samtgemeindebürgermeister Ludger Kewe. In Vrees seien die richtigen Entscheidungen getroffen worden, lobte Kewe und ermunterte die Dörfler zum Weitermachen. Das sollte ihnen angesichts der neuen Fördermöglichkeiten auch nicht schwerfallen. Vrees hat laut Gitta Connemann als einige von wenigen ausgesuchten Gemeinden den Sprung in die Zukunftswerkstatt des Bundes geschafft und dürfte damit weiterhin von öffentlichen Mitteln profitieren.  

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