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Garreler Verein unterstützt mehr als 180 ukrainische Flüchtlingskinder

Der Verein "Vita – stronger together for freedom and peace" hat einem Waisenhaus und einer Gesamtschule, die sich um ukrainische Flüchtlingskinder kümmern, jeweils 2000 Euro gespendet.

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Engagiertes Team: Ludger Bürmann (rechts) spendete 4000 Euro für den Verein "Vita – stronger together for freedom and peace". Aleksandra Plaziak (von links), Hans Lahde, Melanie Biermann, Bernd Wendeln, Antje Hohnholt sowie Franz-Josef Kettmann setzen sich tatkräftig für ukrainische Flüchtlinge ein. Foto: Hoff

Engagiertes Team: Ludger Bürmann (rechts) spendete 4000 Euro für den Verein "Vita – stronger together for freedom and peace". Aleksandra Plaziak (von links), Hans Lahde, Melanie Biermann, Bernd Wendeln, Antje Hohnholt sowie Franz-Josef Kettmann setzen sich tatkräftig für ukrainische Flüchtlinge ein. Foto: Hoff

Eine junge Frau, die ihr Baby in einem dunklen, dreckigen Bunker zur Welt bringen musste. Weder das Kind noch die Mutter wurden seit der Geburt von einem Arzt untersucht. "Als ich beide kennengelernt habe, war der Säugling 4 Wochen alt", berichtet Hans Lahde. Es sei einer der emotionalsten und traurigsten Momente gewesen, die er vor Ort in der Urkaine als Helfer erleben musste. Die einzelnen Schicksalsgeschichten der Flüchtlinge hätten ihn sehr mitgenommen. Er unterstützt seit Wochen tatkräftig den von dem Garreler Franz-Josef Kettmann gegündeten Verein "Vita – stronger together for freedom and peace".

"In den vergangenen Wochen konnten wir 30 Bullis voll bepackt mit Hilfsgütern an die polnisch-ukrainische Grenze bringen und etwa 160 Flüchtlinge wieder zurück mit nach Deutschland nehmen", berichtet Kettmann. Das sei nur durch die großzügige Unterstützung von Firmen und Privatpersonen möglich gewesen. "Gemeinsam mit den beiden Vorsitzenden unseres Vereins, Antje Hohnholt und Melanie Biermann, haben wir überlegt, was wir noch machen und wie wir Spendengelder sinnvoll einsetzen können." Dabei seien sie auf eine Gesamtschule in Kolbudy in der Nähe von Danzig aufmerksam geworden, die 60 ukrainische Flüchtlingskinder als Schüler in den Klassen 1 bis 10 aufgenommen hat.

Lernmaterialien für 60 ukrainische Flüchtlingskinder: Vertreter des Vereins Vita – stronger together for freedom and peace haben einen voll bepackten Bulli nach Kolbudy gefahren: Foto: HohnholtLernmaterialien für 60 ukrainische Flüchtlingskinder: Vertreter des Vereins "Vita – stronger together for freedom and peace" haben einen voll bepackten Bulli nach Kolbudy gefahren: Foto: Hohnholt

"Die Jungen und Mädchen werden dort zwar von Sozialarbeitern unterstützt, allerdings fehlen ihnen ganz banale Dinge wie etwa Lernmaterialien oder Sport- und Schwimmkleidung, um am Unterricht teilnehmen zu können", weiß Kettmann.

Waisenhauskinder erhalten ebenfalls Unterstützung

Sie seien zweimal vor Ort gewesen, um sich davon zu überzeugen, dass der Kontakt seriös sei, berichtet Antje Hohnholt. "Wir haben dann einen Bulli voll mit Arbeitsheften, Stiften und weiteren Materialen, die uns von einer Firma zur Verfügung gestellt wurden, zu der Schule gebracht." Der Kontakt sei sehr unkompliziert gewesen, "weil die Schulleiterin Dorota Banasiak perfekt Deutsch spricht. Viele Absprachen konnten auf dem kurzen Dienstweg per Telefon geregelt werden". Zudem hätten sie der Schule einen Scheck in Höhe von 2000 Euro überreicht, damit die Verantwortlichen mit dem Geld die benötigte Sport- und Schwimmkleidung für die Kriegskinder kaufen können.

Besuch von Mitgliedern und Unterstützern des Vereins "Vita – stronger together for freedom and peace" hatten auch 121 Kinder eines Waisenhauses in Garczyn. Die Jungen und Mädchen im Alter von 1 und 16 Jahren waren ursprünglich Waisenkinder in der Ukraine, wurden bei Kriegsausbruch aber geschlossen in eine entsprechende Einrichtung nach Polen verlagert. "10 Betreuerinnen kümmern sich tagtäglich 24 Stunden lang um die Kinder", weiß Aleksandra Plaziak, die gebürtig von der polnisch-ukrainischen Grenze kommt und eine Ausbildung in der Vita-Akademie macht. "Ich habe das Waisenhaus auf Facebook entdeckt, den Kontakt zu dem Direktor hergestellt und gefragt, was vor Ort benötigt wird."

Größtes Problem: Es fehle an Geld

Ein Hotel aus dem Wangerland habe daraufhin 150 Kissen und Decken gespendet, eine große Wäscherei aus dem Kreis Oldenburg sponserte noch 50 Bettbezüge und Spannbettlaken. Das größte Problem sei jedoch, dass es an Geld fehle. "Auch hier war es uns möglich, dem Waisenhaus einen Scheck in Höhe von 2000 Euro zu überreichen", sagt Plaziak, die gemeinsam mit Hans Lahde vor Ort war, um auch das Bettzeug zu überbringen.

"Der bewegendste Moment dieses Wochenendes war, als die Kinder bewusst Aleksandras Nähe gesucht und mit ihr gekuschelt haben. Da hatte ich Tränen in den Augen. Die Jungen und Mädchen brauchen so dringend Liebe", berichtet Lahde. Vor Ort hätte er das Lachen in den Augen vermisst, "als sie Aleksandra umarmen durften, funkelten sie plötzlich wieder". Die Kinder seien die Leidtragenden des Krieges.

Emotionaler Moment: Die Waisenhauskinder suchen die Nähe von Aleksandra Plaziak. Foto: HohnholtEmotionaler Moment: Die Waisenhauskinder suchen die Nähe von Aleksandra Plaziak. Foto: Hohnholt

Das Waisenhaus mache einen sehr guten Eindruck, versicherte Lahde. Das Heim sei mitten im Wald an einem See gelegen und biete tolle Spielplätze für die Kleinen. Das Traurige: Schon 80 Prozent der Kinder hätten eine Bewilligung ihres Adoptionsantrag vorliegen gehabt. Hauptsächlich Familien aus Kanada hätten sie aufnehmen wollen. Jetzt müsste formell alles neu geregelt werden.

"Ich bin von Anfang an, seit Ausbruch des Krieges, immer wieder zur Grenze gefahren, um zu helfen. Ich habe das Schlimmste gesehen, was man nur sehen kann", erzählt Plaziak sichtlich mitgenommen. Kettmann ergänzt: "Wenn man in der Ukraine war, macht das was mit einem. Nachrichtenbilder sind das eine, direkt vor Ort zu sein, ist was ganz anderes."

Sowohl die Spendensumme für die Kinder in der Gesamtschule als auch für die Jungen und Mädchen in dem Waisenhaus wurden von Ludger Bürmann, Geschäftsführer von "Die Meistermacher", zur Verfügung gestellt. Großzügig versprach er: "25 Prozent des diesjährigen Umsatzes kommen ukrainischen Kindern zugute." Ihm sei es wichtig, sie auf ihrem Weg zu unterstützen.

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

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