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Garreler Reiterin schwärmt: „Der olympische Spirit war geil“

Die Reiterin Lena Weifen-Rohde aus Garrel war 2012 bei den Paralympics in London dabei. Den Athleten in Tokio wünscht sie ab Dienstag viel Erfolg und drückt die Daumen.

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Lena Weifen-Rohde möchte im kommenden Jahr ihr 6 Jahre altes Pferd Faber (l.) zum Turnierpferd ausbilden. Mit Don Turner (r.), der mittlerweile im Ruhestand ist, hat sie viele Erfolge gefeiert. Foto: Tanja Schulte-Saß

Lena Weifen-Rohde möchte im kommenden Jahr ihr 6 Jahre altes Pferd Faber (l.) zum Turnierpferd ausbilden. Mit Don Turner (r.), der mittlerweile im Ruhestand ist, hat sie viele Erfolge gefeiert. Foto: Tanja Schulte-Saß

Schon als kleines Mädchen saß Lena Weifen-Rohde das erste Mal auf einem Pferd, mit fünf Jahren bekam sie ihr erstes Pony. 18 Jahre später, 2012, nimmt sie mit ihrem Pferd Don Turner bei den Paralympics in London am Para Dressursport teil. Sie brachte nicht nur den 8. Platz mit nach Hause, sondern auch viele einzigartige Erinnerungen an eines der bis dahin tollsten Erlebnisse in ihrem Leben. „Das war eine ganz geile, aufregende und unvergessene Zeit.“

Wenn Lena Weifen-Rohde über ihre Teilnahme an den Paralympics erzählt, gerät sie ins Schwärmen. „Ich bin sehr dankbar, dass ich das erleben durfte und ich diese Erfahrung gemacht habe.“ Die begeisterte Reiterin lebt von Geburt an mit einem Handicap, ihr fehlt der rechte Unterarm. Das hat sie aber nicht daran gehindert, ihre größte Leidenschaft, das Reiten, auf Wettkampfniveau erfolgreich zu meistern. „Auf der rechten Seite sind für den Arm Schlaufen auf den Zügeln angebracht, ansonsten reitet man viel mit den Schenkeln und dem Gewicht“, erzählt die Reiterin.

Die Stimmung im olympischen Dorf war grandios

Wenn am kommenden Dienstag, 24. August, die Paralympics in Tokio starten, wird die Garrelerin die Spiele, und wahrscheinlich ganz besonders den Para Dressursport mitverfolgen. „Schade, dass die Teilnehmer ihre Wettkämpfe jetzt ohne Zuschauer austragen müssen. Olympische Spiele leben ja auch vom Publikum. Schließlich ist es die Atmosphäre einer vollen Arena, die die Sportler noch einmal beflügelt“, bedauert sie die Umstände durch die Pandemie. Aber dabei zu sein, sei schon ein großes Geschenk.

„Ich drücke allen Athletinnen und Athleten die Daumen, dass sie die ein oder andere Medaille holen“, sagt sie. Wenn sie von der überwältigenden Eröffnungsfeier bei ihren Spielen erzählt, strahlen ihre Augen. Was sie aber besonders begeistert hat und nachhaltig beeindruckt, ist der „olympische Spirit“. „Die Stimmung unter den Teilnehmern im Olympischen Dorf war einfach toll.“ Bis sie 2010 bei der norddeutschen Jugendmeisterschaft in Hamburg kl. Flottbeck dabei war, hat sie an normalen Reitsporturnieren teilgenommen.

"Mit dem Para-Sport konnte ich mich zunächst nur schwer anfreunden."Lena Weifen-Rohde

In Hamburg ist schließlich die Equipechefin der deutschen Para-Dressurreiter, Britta Bando, auf die junge Reiterin aufmerksam geworden. Erst dann begann ihre Zeit als Parareiterin. „Es ist mir schwer gefallen, ich konnte mich nicht so gut damit anfreunden. Schließlich habe ich vorher trotz meines Handicaps an normalen Turnieren teilgenommen.“ Para-Sportler hätten eine tolle, aber auch spezielle Art, mit ihrem Handicap umzugehen. Bereuen sollte sie die Entscheidung aber nicht, denn bereits 2010, erst als Reservistin gesetzt, holte sie bei den Weltreiterspielen in Kentucky auf Anhieb den vierten Platz. Danach wurde sie Deutsche Vize-Meisterin und schließlich 5 Mal in Folge Deutsche Meisterin in Grade IV. Je nach Handicap wird man in verschiedene Grade eingestuft. „Das Highlight waren dann natürlich die Paralympics. Mehr als die Olympischen Spiele geht nicht“, sagt sie begeistert. „Weltreiterspiele in Kentucky, Vier-Sterne-Turnier in Doha und die Paralympics, ich habe alles mitgeritten, was geht.“

Derzeit steht bei der jungen Mutter die Familie im Vordergrund. Eines ihrer drei Pferde, Faber, möchte sie jetzt langsam zum Turnierpferd ausbilden und vielleicht nächstes Jahr im ländlichen Bereich wieder Fuß fassen und ein wenig Turnierluft schnuppern. Ihr Pferd Don Turner ist seit einer Erkrankung vor einigen Jahren mittlerweile im Ruhestand. „Er hat viel für mich gemacht. Auch wenn er auf dem Abreiteplatz seinen eigenen Kopf hatte, so war er beim Wettkampf im Viereck dann voll konzentriert. Ich konnte mich immer auf ihn verlassen.“ Aber nicht nur ihrem Pferd hat sie viel verdanken. „Zunächst mit Josef Hannöver und später mit Björn Tangemann hatte ich zwei super Trainer und Unterstützer an meiner Seite.“

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