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Garreler informieren sich über Zukunft der Pfarrgemeinde im pastoralen Raum

Diakon Günter Hinxlage und Pastoralrefentin Melanie Tegeler informieren Garreler über die Zukunft der Kirche im Oldenburger Münsterland. Das Konzept der pastoralen Räume sorgt für Redebedarf.

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Für die Zukunft der Kirche: Pastoralreferentin Melanie Tegeler (links, stehend) und Diakon Günter Hinxlage (rechts) moderierten die Diskussion zum Thema "Pastorale Räume" in Garrels Pfarrkirche Foto: Looschen

Für die Zukunft der Kirche: Pastoralreferentin Melanie Tegeler (links, stehend) und Diakon Günter Hinxlage (rechts) moderierten die Diskussion zum Thema "Pastorale Räume" in Garrels Pfarrkirche Foto: Looschen

"Kirche in Garrel im pastoralen Raum", unter diesem Motto hat der Ortsausschuss Garrel Vereine und alle Interessierten in die Pfarrkirche St. Johannes Baptist eingeladen. Etwa 100 Männer und Frauen informierten sich vor Ort über die Vorgaben des Offizialats Vechta, wie sich die Kirche im Oldenburger Münsterland künftig aufstellen wird.

Diakon Günter Hinxlage und Pastoralreferentin Melanie Tegeler führten durch das Treffen und stellten das Modell der pastoralen Räume vor. Darüber hinaus diskutierten die Garreler Möglichkeiten zur eigenen Entwicklung ihrer Pfarrgemeinde. Eine wichtige Frage war, zu welchem pastoralen Raum die Gemeinde St. Johannes Baptist gehören soll. Vom Offizialat vorgeschlagen sei der Raum Friesoythe, bestehend aus dem Dekanat Friesoythe und den Gemeinden Westerstede und Bad Zwischenahn, berichteten Tegeler und Hinxlage. Dieser Raum habe 45.000 Gläubige. Der Vorschlag fand in der Diskussion die größte Zustimmung, weil der Einfluss Garrels größer sein könnte. Die Zahl der Kirchen sei im Vergleich mit Cloppenburg kleiner. Da jedem Raum ein Team von acht Hauptamtlichen zugeteilt werden soll, könne sich daraus ein Vorteil für die Präsenz der Hauptamtlichen vor Ort ergeben.

Man könne auch von den Diasporagemeinden Westerstede und Bad Zwischenahn lernen, wie Seelsorge durch Ehrenamtliche gelingen könne. Dazu gab es ein Beispiel aus Bremerhaven. Da dort nur in vier der sieben Kirchen am Sonntag eine Messe gefeiert werden könne, hätten sich in den anderen Kirchen Gruppen gefunden, die in eigener Regie Wort-Gottes-Feiern anbieten. Das könne ein Weg für viele Kirchen im Oldenburger Münsterland sein. Allerdings müsse es hier ein Umdenken geben und den Ehrenamtlichen mehr Möglichkeiten gegeben werden, wurde eine Forderung eingebracht.

Gläubige könnten Seelsorge auch ohne einen Priester vor Ort aufrechterhalten

Pfarrer Paul Horst berichtete von einem Urlaubserlebnis. In einem abgelegenen Bergdorf kämen die Gläubigen am Dienstag in Sonntagskleidung zusammen. "Der Dienstag ist unser Sonntag", hätten die Gläubigen ihm erklärt. Weiter sagte der Pfarrer, es gebe in allen Gemeindeteilen Garrels Gläubige, die die Seelsorge auch ohne einen Priester vor Ort aufrechterhalten könnten. Die Begleitung dieser Gläubigen und Gruppen sei dann eine Aufgabe der Hauptamtlichen.

Schließlich gab Christa Dwertmann, Leiterin der Tafel in Garrel, zu bedenken, dass die Ausgabe in Garrel eine Filiale der Friesoyther Tafel sei. Käme Garrel zum pastoralen Raum Cloppenburg, dem alle Gemeinden von Cloppenburg bis Löningen angehören, stiege die Zahl der Gläubigen von bisher 52.000 auf dann fast 60.000. Als Gründe, die für den Raum Cloppenburg sprechen, wurden der Schulbesuch Garreler Kinder und Jugendlicher in Cloppenburg, das Krankenhaus, kürzere Wege und wirtschaftliche Verflechtungen, die es so zum Raum Friesoythe nicht gebe, genannt.

Die Anwesenden waren sich einig, dass die Pfarrgemeinde bei der Diskussion um die Strukturen die Mitte, also das Wesentliche des Glaubens, nicht vernachlässigen dürfe. Diese Forderung hat auch der Münstersche Bischof Dr. Felix Genn benannt. "Wir müssen die pastoralen Strukturen so gestalten, dass die Verkündigung der Frohen Botschaft unter in Zukunft veränderten Rahmenbedingungen gut möglich sein wird", schrieb er in der Einleitung des Prozesses. Bis 2040 sollen die Diskussionen und Entwicklungen zu Ende gebracht und festgesetzt werden. Ob bis dahin Kirchen geschlossen werden müssten, konnte in Garrel nicht beantwortet werden.

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