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Garrel: Klärwerk wird für die Zukunft fit gemacht

Die Ausschreibungen für das Projekt beginnen bald. Insgesamt werden 8,3 Millionen Euro investiert.

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Haben einen Plan: Bürgermeister Thomas Höffmann (von links), Klärwerksmeister Frank Boer und Bauamtsleiter Ewald Bley stellten vor, was auf der Kläranlage passieren soll. Unter anderem soll das Becken hinter ihnen zurückgebaut werden.Foto: Schrimper

Haben einen Plan: Bürgermeister Thomas Höffmann (von links), Klärwerksmeister Frank Boer und Bauamtsleiter Ewald Bley stellten vor, was auf der Kläranlage passieren soll. Unter anderem soll das Becken hinter ihnen zurückgebaut werden.Foto: Schrimper

„Es ist allerhöchste Eisenbahn, dass etwas passiert“, sagt Garrels Bürgermeister Thomas Höffmann: Nicht nur seien die Kapazitäten des Garreler Klärwerks bis zur Belastungsgrenze ausgereizt, auch Anfragen von Unternehmen, die ihren Standort erweitern und dementsprechend zusätzliche Abwässer einleiten wollen, erhöhten den Handlungsdruck auf die Gemeinde. „Wir sind am Limit“, so der Rathauschef.

Die Modernisierung und der Umbau der Kläranlage einhergehend mit einer Umstellung der Verfahrenstechnik ist von politischer Seite seit November 2019 beschlossene Sache. Wie Bauamtsleiter Ewald Bley sagte, habe man die Begleitung des Vorhabens durch ein Ingenieurbüro europaweit ausschreiben müssen. Dadurch habe das Ganze „eine gewisse Zeit gedauert“. Die Ausschreibungen für die Baumaßnahmen, die vom Auricher Büro „Ingenieure Dr. Born und Dr. Ermel“ geplant werden, befänden sich nun in letzter Prüfung. „Parallel läuft noch das Genehmigungsverfahren. Es sieht sehr gut aus“, betonte Bley.

Neubau, Sanierung und Modernisierung kosten 8,3 Millionen Euro

Insgesamt schlägt das Projekt mit 8,3 Millionen Euro zu Buche. Die N-Bank fördert die energetische Sanierung des Klärwerks mit einer Million Euro. Darüber hinaus solle alles, was in die Jahre gekommen ist, auf den aktuellen Stand gebracht werden, so Bley.

Neu gebaut werden sollen der Rechen/Sandfang, die Vorklärung samt Biofilter, ein Nachklärbecken, ein Primärschlammpumpwerk, eine Schlammentwässerung, eine Schlammlagerüberdachung, ein Gasspeicher samt Gasfackel, ein Faulturm, eine Fällmitteldosierstation sowie eine Werkstatt mit Blockheizkraftwerk. Schlammeindickung und Gasbehandlung. Der Faulturm soll bis Ende 2022 fertig sein und ein Fassungsvermögen von 1200 Kubikmetern haben. Um diese Projekte realisieren zu können, müssen mehrere ältere Bestandteile der Anlage zurückgebaut werden – darunter das Umlaufbecken und das Belebungsbecken 1.

"Damit sind wir zukunftsfähig"

Bley zufolge ist die Anlage in ihrem aktuellen Zustand für einen Einwohnerwert (EW) von 29.400 ausgelegt. Diese Rechengröße wird als Referenzwert herangezogen, um die Belastung eines Klärwerks durch Einwohner und gewerbliche Klärung zu beschreiben. Nach der Erweiterung soll die Anlage einem EW von 44.000 entsprechen. „Damit sind wir zukunftsfähig“, zeigte sich Höffmann überzeugt. So könne das Wachstum von Bevölkerung und Industrie aufgefangen werden. Während aktuell 1900 Kubikmeter Abwasser pro Tag im Klärwerk gereinigt werden können, sollen es nach der Modernisierung bis zu 5200 Kubikmeter täglich sein.

Hinsichtlich der hohen Investitionssumme müsse man die geplanten Einsparungen gegenrechnen, sagte der Verwaltungschef. Es werde weniger Klärschlamm anfallen, wodurch bei dessen Entwässerung gespart werden könne. Aktuell kümmert sich noch eine Fremdfirma darum. Einsparpotenzial soll auch durch das mit Faulgas betriebene Blockheizkraftwerk erzielt werden. „Wir bauen für die Zukunft“, sagte Klärwerksmeister Frank Boer. „Und für den Klimaschutz“, ergänzte Ewald Bley. Bis zu 640 Tonnen CO2 sollen pro Jahr auf der Anlage weniger anfallen.

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