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Gäste tuckern zum Krimpenforter Dorffest teils auf Traktoren an

Mählen und mahlen wie früher: Zur 42. Auflage des Dorffestes der kleinen Siedlung bei Lohne kamen zahlreiche Besucher. Für die Zuschauer gab es vor allem Historisches für das Auge.

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Historie: Clemens Espelage (links) zeigt auf dem Mähdrescher Andreas und Lukas Evers, wie früher Roggen geerntet wurde. Foto: Röttgers

Historie: Clemens Espelage (links) zeigt auf dem Mähdrescher Andreas und Lukas Evers, wie früher Roggen geerntet wurde. Foto: Röttgers

„Es ist wunderschön, das alles nach der Corona-Zwangspause wieder hier so sehen und erleben zu dürfen!“, freute sich Annette Evers als Ansprechpartnerin der Dorfgemeinschaft Krimpenfort.

Am Samstag fand die mittlerweile 42. Auflage des Dorffestes der kleinen Siedlung Krimpenfort bei Lohne statt. Gefühlt waren ab nachmittags alle der insgesamt 95 Menschen zählenden Bauernschaft auf den Beinen. Die jüngste Bewohnerin heißt Pia und ist gerade mal ein Jahr alt, Josefine Schuling blickt auf stolze 91 Lebensjahre zurück.

„Den krönenden Abschluss bildet dann immer das traditionelle Spiegeleieressen. Das ist ein Muss bei uns.“Annette Evers

Auf ihre Dorffest-Tradition zurückblicken können die Krimpenforter bis in das Jahr 1980, als seinerzeit ein Trio um Günter Landwehr den Dorfplatz erneuert und verschönert hatte. Doch damals blieb es nicht beim bloßen Aufräumen: Getränke kamen spontan hinzu und der Grill wurde gemeinsam angesteckt – die „Geburtsstunde“ des heutigen Dorffestes, das nicht nur alle insgesamt 25 Haushalte am Siebengestirn versammeln lässt, sondern auch ehemalige Bewohnerinnen und Bewohner immer wieder in seinen Bann zieht und regelmäßig nach Krimpenfort zurückkehren lässt.

So gab es für rund 400 Gäste bei Kaffee und Kuchen ein „Herzliches Hallo“ und willkommenes Wiedersehen und natürlich nach 2 Jahren pandemiebedingter Zwangspause jede Menge Gesprächsstoff für viele vergnügliche Stunden. „Den krönenden Abschluss bildet dann immer das traditionelle Spiegeleieressen. Das ist ein Muss bei uns“, gab Evers Einblicke in ihre Dorfgemeinschaft. Bis in den frühen Morgen hinein gab es ein stimmungsvolles Fest.

Historisches fürs Auge

Neben Annette Evers gehören Reinhard Evers, Thomas Kossen, Rainer Rießelmann, Ilona und Daniel Rohe, Johanna Schockemöhle, Franz Schumacher und Matthias Tabeling zum insgesamt neunköpfigen Dorffestteam, das die Gemeinschaft und den Zusammenhalt in Krimpenfort wach- und zusammenhält. „Helfende Hände gibt es aber tatsächlich in jedem einzelnen Haushalt!“, betont Evers.

Neben dem leiblichen Wohl gab es Historisches für das Auge, denn wer wollte, durfte mit dem eigenen Trecker vorfahren. Dieses Angebot haben viele Gäste gern genutzt, sodass zusammen mit den „Freunden historischer Landtechnik“ ein Fuhrpark an Traktoren mit Seltenheitsfaktor entstand. Ein Gast ließ es sich nicht nehmen und kam gemächlich aus Lüsche mit seinem Oldtimer-Traktor vorgefahren, obwohl er für die Strecke mehr als eine Stunde Fahrtzeit auf sich nahm. Müllermeister Christian Pohlmann aus Hausstette zeigte mit seiner Getreidemühle längst vergessene Handwerkskunst, wie früher noch mit Mühlsteinen Mehl gemahlen wurde. Wer wollte, durfte eine Portion für den nächsten selbst zu backenden Kuchen gleich mitnehmen.

Clemens Espelage führte mit seinem historischen knallroten Mähdrescher der Firma Deutz beeindruckend vor, wie früher Roggen geerntet wurde. Zum Gelingen trugen auch die befreundeten Abordnungen der Dorfgemeinschaften Brägel und Hagen bei. Die Ortschaft „Krimpenfort“ gehe auf die wörtliche Ableitung „krumme Furt“ zurück, so Evers, was man heute noch an der ungewöhnlichen Gabelung des heutigen Weges „Siebengestirn“ ablesen könne, der seinem Namen alle Ehre macht und tatsächlich die ungewöhnliche Anzahl von sieben Weggabelungen aufweist.

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