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"Futbalo"-Projekt soll Essens Schüler für das Ehrenamt begeistern

Die Oberschule Essen lässt ihre Acht- und Neuntklässler zu Jugendtrainern ausbilden. Hannes Teetz, Projektleiter bei "Futbalo Girls" erklärt, worauf es ihm bei den Workshops besonders ankommt.

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Gut vorbereitet: Die Nachwuchs-Coaches der 8. und 9. Klasse testen ihre Übungen bei ihren jüngeren Mitschülern. Foto: Wienken

Gut vorbereitet: Die Nachwuchs-Coaches der 8. und 9. Klasse testen ihre Übungen bei ihren jüngeren Mitschülern. Foto: Wienken

Das Ehrenamt stärken, und das auf möglichst nachhaltigem Wege. Das hat sich die Gemeinde Essen in Kooperation mit der Oberschule auf die Fahne geschrieben. Mit der Organisation "Futbalo Girls" aus Osnabrück haben sich die Essener für diese Aufgabe einen Partner mit ins Boot geholt, der Jugendliche, insbesondere Mädchen, für Fußball und die Vereinsarbeit gewinnen will. An zwei Schultagen haben Projektleiter Hannes Teetz und sein Team die Schülerinnen und Schüler des 8. und 9. Jahrgangs im Rahmen eines Workshops an die Arbeit als Jugendtrainer herangeführt.

Fußball ist zwar das Mittel von Futbalo, doch es geht noch um einen weiteren Aspekt: "Mit dem Projekt wollen wir Kinder und Jugendliche für die ehrenamtliche Arbeit begeistern und vor allem diejenigen ansprechen, die bisher noch nicht in einem Verein waren", erklärt Steffi Brinker, Lehrerin an der Oberschule und Projektkoordinatorin. Die Schule und die Gemeinde würden damit insbesondere sozial benachteiligten Jugendlichen die Möglichkeit bieten, sich gesellschaftlich einzubringen. 

"Das Projekt soll vermitteln: 'Hey, es ist ein gutes Gefühl, etwas für andere zu tun'. Selbst wenn die Jugendlichen nicht sofort in einen Verein eintreten, lernen sie dennoch, die ehrenamtliche Arbeit zu schätzen", findet Steffi Brinker. Vorab hatten die Lehrerinnen und Lehrer Schüler angesprochen, die potenziell Freude an der Tätigkeit als Jugendtrainer haben könnten. Die Fünft- und Sechstklässler der Oberschule seien dabei die "Versuchskaninchen", an denen die älteren Mitschüler ihre Coaching-Skills erproben durften, so Brinker.

Und Schuss: Die Fünft- und Sechstklässler dürfen bei den Übungen ihr Können unter Beweis stellen. Foto: WienkenUnd Schuss: Die Fünft- und Sechstklässler dürfen bei den Übungen ihr Können unter Beweis stellen. Foto: Wienken

Gemeinde Essen fördert das Projekt mit rund 13.000 Euro

Aber wie ist das Projekt aufgebaut? "In einem Theorie-Teil haben wir den Jugendlichen erst einmal die Basics nähergebracht. Was gibt es für Übungen? Wie leite ich die Kinder richtig an und wie motiviere ich sie überhaupt? Das waren unter anderem die Kernpunkte des ersten Tages", erzählt Hannes Teetz. Unterstützt wurde er dabei von zwei Studentinnen aus Osnabrück, die die Acht- und Neuntklässler ehrenamtlich zu Jugendtrainern ausbilden.

Neben dem theoretischen Input seitens der Referenten entwickelten die Jugendlichen im Anschluss selbst eigene Übungen und stellten eine Trainingseinheit für die jüngeren Mitschüler auf. "Dabei ist es besonders schön zu beobachten, wie unsere Nachwuchs-Coaches die Übungen ausprobieren und gegebenenfalls auch korrigieren. Sie reflektieren sich und ihre Arbeit", erklärt der Projektleiter.

Im Fokus des Workshops stehe aber nicht nur die Wissensvermittlung, sondern es gehe vor allem um den Beziehungsaufbau, betont Teetz. Die Jugendlichen sollen eigene Erfahrungen im Ehrenamt machen dürfen, frei von Druck und Verpflichtungen. Dies sei auch das Hauptanliegen der Gemeinde Essen, die das Projekt aktuell mit 13.000 Euro fördere, so der Projektleiter.

Seit 2011 gibt es die Workshops inzwischen schon an der Oberschule. Einmal im Jahr machen Teetz und seine Helfer Station in Essen, um Nachwuchs für das Ehrenamt zu gewinnen. "Mir gefällt das Projekt richtig gut. Ich merke, wie einige Schüler dabei richtig aufblühen und eigene Ideen entwickeln, gerade auch diejenigen, die ehrenamtliche Tätigkeiten nicht unbedingt von ihrem Elternhaus her kennen", sagt Steffi Brinker. Umso wichtiger sei es, am Ball zu bleiben und das Projekt weiter zu unterstützen. 

Mit Freude dabei: In dem Projekt soll der Spaß an der Arbeit im Vordergrund stehen. Foto: WienkenMit Freude dabei: In dem Projekt soll der Spaß an der Arbeit im Vordergrund stehen. Foto: Wienken

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