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"Fußball als Gesundheitssport": So geht es weiter mit der Cloppenburger Studie

In einer ersten Reihe wurde die Wirkung des Mannschaftssportes auf Risikofaktoren gezeigt. Die neuen Teilnehmer sind nun bereits erkrankte Patienten.

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Neue Studie vorgestellt: Die Verantwortlichen präsentierten die Fortsetzung der Untersuchung zum Fußball als Gesundheitssport. Foto: Hermes

Neue Studie vorgestellt: Die Verantwortlichen präsentierten die Fortsetzung der Untersuchung zum Fußball als Gesundheitssport. Foto: Hermes

Ihren Weg bei der Untersuchung von Fußball als Gesundheitssport geht ein Team um den Cloppenburger Mediziner Prof. Dr. Joachim Schrader nun weiter. Nach der ersten Studie zur Senkung von Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wird jetzt eine weitere Studie aufgelegt.

Zielgruppe sind dieses Mal Menschen, die bereits einen Herzinfarkt erlitten haben. „Wir wollen bei diesen Personen weitere Infarkte verhindern“, erklärte Prof. Dr. Albrecht Elsässer, Direktor der Universitätsklinik für Kardiologie in Oldenburg. Die Einrichtung ist neben dem Institut für klinische Forschung in Cloppenburg, der Nephrologie des St.-Josefs-Hospital sowie der Universität Oldenburg für die Durchführung verantwortlich. Außerdem beteiligt sind neben Schrader und Elsässer noch Dr. Stephan Lüders und Dr. Bastian Schrader.

„Wir haben bereits gezeigt, dass Fußball als Gesundheitssport erfolgreich ist.“Prof. Dr. Joachim Schrader

„Wir haben bereits gezeigt, dass Fußball als Gesundheitssport erfolgreich ist“, so Schrader. Man habe bei den Teilnehmern deutliche Verbesserungen bei Risikofaktoren feststellen können. Nun richte sich die Untersuchung auf Patienten, die bereits erkrankt sind. Wichtig sei bei dieser Art des Fußballs der Spaß an der Bewegung und an der Gemeinschaft. Es werde ohne direkten Körperkontakt gespielt, auch der Wettbewerbsgedanke zähle nicht.

Trainiert wird wieder an verschiedenen Standorten. Neben Cloppenburg, Garrel und Friesoythe werden auch Gruppen in Oldenburg spielen. Über 80 Teilnehmer haben sich bereits gemeldet, weitere dürften noch folgen. Erstmals wird auch in gemischten Teams mit Männern und Frauen gemeinsam gespielt.

Erste Studie habe wertvolle Erkenntnisse gebracht

„Bewegung ist das zentrale Thema. Jeder Schritt ist wichtig für eine Gesundung“, sagt Elsässer. Und Sport innerhalb einer Gruppe mache vielen Menschen mehr Spaß als Einzelsport und bringe so auch psychologische Verbesserungen. Die erste Studie habe viele wertvolle Erkenntnisse gebracht. Er selbst vermute, dass der Effekt bei den jetzigen Teilnehmern noch höher sein werde, so Elsässer weiter.

Eugen Gehlenborg, ehemaliger DFB-Vizepräsident und jetziger Trainer bei einer der Gruppen, lobte ebenfalls den Ansatz des Gesundheitssportes. „Und wir haben die Infrastruktur des Fußballs mit den vielen Vereinen. Da braucht es nun eine flächendeckende Offensive.“ Die Kosten im Gesundheitswesen seien in den vergangenen Jahren immer weiter gestiegen, da könne man mit solch präventiven Angeboten gegensteuern.

Interesse hat die Studie auch beim DFB geweckt. So machte sich Michael Lichtnecker, Vorsitzender des Ausschusses für Beachsoccer, Freizeit- und Breitensport ein Bild bei der Präsentation. „Wir sind sehr interessiert an den Ergebnissen und müssen schauen, wie man so etwas dann gegebenenfalls bundesweit ausrollen kann“, sagte er.

Mediziner zeigen ihre Visionen auf

Auch beim Blick in die Zukunft zeigten sich die Verantwortlichen zuversichtlich. „Es geht weiter und spricht sich herum“, so Joachim Schrader. Von seiner Vision berichtete Lüders: „Vielleicht schaffen wir es, dass es künftig Fußballtraining auf Rezept gibt.“ Dies habe dann auch bei den Patienten eine verstärkende Wirkung. Zustimmung kam von Elsässer, der eine Empfehlung von der entsprechenden Fachgesellschaft zugunsten von Fußball als Gesundheitssport als ein Ziel ausgab. „Es ist sicher ein langer Weg, aber das könnte einen Schneeballeffekt nach sich ziehen.“

Bastian Schrader berichtete unterdessen über die ersten Treffen, die bereits stattgefunden haben. „Die Motivation der Teilnehmer ist ansteckend.“ Gefördert wird die Studie vom niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur mit 200.000 Euro sowie von der Deutschen Herzstiftung mit 70.000 Euro. „Dafür bedanken wir uns, es war bislang eine gute Zusammenarbeit“, erklärte Joachim Schrader.

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