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Fusion im Fach Religion: Kirchen melden Fortschritte

Die Verhandlungen über das einheitliche Religionsfach "Christlicher Religionsunterricht" (CRU) zwischen den Kirchenvertretern und dem Land Niedersachsen sollen nun beginnen.

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Symbolfoto: dpa/Hildenbrand

Symbolfoto: dpa/Hildenbrand

Vereint statt getrennt: Die Kirchen in Niedersachsen wollen jetzt mit dem Land über die Einführung eines einheitlichen "Christlichen Religionsunterrichts" an ordentlichen Schulen verhandeln. Das geht aus einer gemeinsamen Mitteilung hervor. Einen entsprechenden Beschluss haben die leitenden Geistlichen der beteiligten Kirchen auf Basis vorangegangener Gremienentscheidungen getroffen. 

Der Prozess selbst läuft dabei schon seit 2021. Im Mai 2022 hatte dann ein juristisches Gutachten die verfassungsrechtliche Grundlage geschaffen, den Weg fortzusetzen. Die Kirchen wollen mit der Fusion im Fach Religion auf den gesellschaftlichen Wandel reagieren. Das Kultusministerium hatte in der Vergangenheit stets betont, dem Vorschlag offen gegenüber zu stehen.

Roadmap zur Fusion ist fertig

Die Idee: Die katholischen Bistümer, das katholische Offizialat Vechta und die Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen wollen das Fach Christlicher Religionsunterricht (CRU) anstelle des bisherigen katholischen und evangelischen Religionsunterrichts an allen allgemein- und berufsbildenden Schulen einführen. Die Verhandlungen sollen nach Wunsch der Kirchen nun aufgenommen werden. 

Für das neue Fach CRU sei mittlerweile eine sogenannte Roadmap erarbeitet und veröffentlich worden. So müssen etwa das Schulgesetz sowie Lehrpläne geändert werden. Und: Damit der gemeinsame Religionsunterricht von evangelischen und katholischen Religionslehrern funktionieren kann, müssten die Missio-canonica-Ordnungen der Bistümer sowie die Vokationsgesetze der Kirchen der Konföderation angepasst werden. Unterrichtsmaterial und Schulbücher sollen zum Start vorliegen.

Einführung des neuen Fachs sei für das Schuljahr 2025/26 denkbar

Die teilnehmenden Kirchen gehen davon aus, dass der Wandlungsprozess mehrere Jahre dauern wird. Als Zieldatum werde das Schuljahr 2025/2026 angestrebt. Ursprünglich war ein Start im Schuljahr 2023/2024 vorgesehen.

Der Bischof des katholischen Bistums Osnabrück, Dr. Franz-Josef Bode, wird zur der getroffenen Entscheidung wie folgt zitiert: „Ich bin froh und dankbar darüber, dass wir das Vorhaben des Christlichen Religionsunterrichts in hervorragender ökumenischer Zusammenarbeit so weit entwickelt und vorangebracht haben, dass wir nun mit der Landesregierung darüber sprechen können, das Fach konkret einzuführen.“

Landesbischof Dr. Karl-Hinrich Manzke (Bückeburg) sagt für die Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen: „Der gemeinsam verantwortete Christliche Religionsunterricht wird den bisherigen Religionsunterricht weiterentwickeln und junge Menschen noch besser befähigen, sich in religiösen Fragen begründet zu positionieren. Themen, bei denen die beteiligten Kirchen nicht übereinstimmen, sollen im CRU als verschiedene Wege des Christseins thematisiert werden und so zur Identitätsbildung und Pluralitätsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler beitragen.“

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