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Fuß fassen im fremden Land: Friesoyther Bildungswerk schult Arbeitsmigranten

Frauen und Männer aus Polen und Rumänien haben die Möglichkeit, sich online über ihre Rechte zu informieren. Es geht aber auch um Alltagsfragen und zwischenmenschliche Beziehungen.

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Hilfe im bürokratischen Dschungel: Auch das Ausfüllen von Anträgen zählt zum Alltagsleben der Arbeitsmigranten. Foto: Claudia Wimberg

Hilfe im bürokratischen Dschungel: Auch das Ausfüllen von Anträgen zählt zum Alltagsleben der Arbeitsmigranten. Foto: Claudia Wimberg

Fuß fassen in einem fremden Land: Die Idee, Arbeitsmigranten effizient zu unterstützen, war zwar schon lange formuliert, aber die Umsetzung scheiterte immer wieder am Geld. Mit einem bundesweit bisher einzigartigen Pilotprojekt ist der Durchbruch jetzt geschafft und das Bildungswerk Friesoythe bietet ab März eine kostenlose Schulung an, damit Frauen und Männern aus Polen und Rumänien „beruflich und privat am Leben im fremden Land teilhaben können“, betonen Projektleiterin Annette Hopfmann und Geschäftsführerin Nicola Fuhler bei der Vorstellung.

Die Online-Fortbildung, die über das „Erasmus“-Projekt „Named“ der europäischen Union entwickelt wurde, richtet sich einerseits an Menschen, die mit Ausbeutung am Arbeitsplatz, Feindseligkeiten, Heimweh und Isolation konfrontiert sind. Andererseits aber auch an seriöse Arbeitgeber, die ihre Mitarbeiter stärken wollen und darüber hinaus „an alle Interessenten, die sich weiterentwickeln möchten“, informiert Nicola Fuhler und verweist auf die Kooperation mit Institutionen der Erwachsenenbildung in beiden Staaten.

Vier Module sind in insgesamt 60 Unterrichtsstunden vorgesehen. Dabei geht es um Fragen des Aufenthalts,- Arbeits- und Mietrechts sowie um soziale Sicherheit.

Auf Netzwerk und Nachbarn angewiesen

Es geht um Weiterbildungen und Wohlbefinden, um Kultur und Alltagsleben und besonders auch um persönliche und zwischenmenschliche Kompetenzen mit Gesprächen und Rollenspielen auch zu Themen wie Diskriminierung und Vorurteile. Die Teilnehmer, die ohne den sogenannten „Flüchtlingsschwerpunkt“ vielfach durchs Raster der Förderung fallen, lernen unter anderem konkret, welchen Anspruch sie haben und wie die erforderlichen Antragsformulare ausgefüllt werden. „Viele sind dabei auf ein Netzwerk oder Nachbarn angewiesen, sofern überhaupt vorhanden und auch in diesem Bereich möchten wir kompetente Hilfe anbieten“, sagt Annette Hopfmann.

Praxisnah, einfach und mit einem Übersetzer sind die Module konzipiert und die Organisatoren bitten nachdrücklich um aktive Begleitung der Unternehmen, insbesondere der Fleischbranche und der Pflege, ihre Mitarbeiter auf die Möglichkeit aufmerksam zu machen und sie im besten Fall auch in den eigenen Räumen schulen zu lassen.

Wer polnische und rumänische Personen aus seiner Umgebung kennt, die für das Projekt infrage kommen, „möge sie ebenfalls dafür sensibilisieren“, bittet das Bildungswerk-Team, das auch selbst die Kontakte knüpfen will.

  • Info: Das Pilotprojekt ist auf den gesamten Landkreis Cloppenburg ausgerichtet. Firmen, die Mitarbeiter kostenlos schulen lassen möchten, aber auch alle infrage kommenden Interessenten, die sich informieren, sowie persönlich wie beruflich weiterbilden möchten, können sich bei Nicola Fuhler unter Telefon 04491/933010 oder per Mail an n.fuhler@bildungswerk-friesoythe.de anmelden.

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