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Für Fotograf Hubert Glogauer ist ein Foto wie eine Zeitmaschine

Der Neu-Holdorfer mag Landschaften und Menschen als Motive. Er arbeitet mit der Touristinformation Erholungsgebiet Dammer Berge zusammen. 2022 könnte er seine Werke im Holdorfer Rathaus ausstellen.

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Hubert Glogauer fotografiert Landschaften und Menschen. Foto: Heinzel

Hubert Glogauer fotografiert Landschaften und Menschen. Foto: Heinzel

Eine 57er Corvette und ein Porsche 365 aus seiner Modellautosammlung waren auf seinen ersten Fotos zu sehen. Daran kann sich Hubert Glogauer noch sehr gut erinnern. Die Bilder habe er damals mit der Kamera seines Bruders Gracjan gemacht. Der sei gar nicht begeistert gewesen. Es habe sich nämlich noch um einen analogen Fotoapparat gehandelt. Die Entwicklung der Bilder sei nicht gerade günstig gewesen.

Mittlerweile ist Hubert Glogauer (40) passionierter Fotograf. Er lebt in Holdorf , verdient sein Geld als Lkw-Fahrer und hofft, irgendwann von seinen Bildern leben zu können. Eine Ausstellung im Rathaus sei bereits in Planung, sagt der 40-Jährige glücklich. 2022 solle es so weit sein. 

Der Weg für den ambitionierten Laien indes war weit. Auf die Aufnahme der Modellautos folgten – ganz klassisch – Familien- und Urlaubsbilder. Dadurch „hat mein Vater gesehen, dass ich ein ganz gutes Auge habe“. Als er 14 gewesen sei, da habe ihm der Vater seine Zenit-Spiegelreflexkamera geschenkt. Seitdem begleitet den studierten Philosophen, der eigentlich Tluczek heißt, sich mittlerweile aber nach seiner polnischen Geburtsstadt Glogau umbenannt hat, die Leidenschaft für das Fotografieren.

Als Fotograf faszinieren ihn Menschen

Der Schwerpunkt seiner Arbeit liege im Bereich der Landschafts- und Porträtfotografie, erzählt der 40-Jährige. Aktuell mache er Bilder unter anderem für die Touristinformation Erholungsgebiet Dammer Berge und sei mit dem Foto „einer Birke im Rüschendorfer Moor“ in der Endauswahl der BnW Photo Awards. „Für mich ist es der beste Preis, den ich bislang bekommen habe, dass mein Bild dabei ist.“

Foto: Hubert Glogauer
Foto: Hubert Glogauer
Foto: Hubert Glogauer
Foto: Hubert Glogauer
Foto: Hubert Glogauer
Foto: Hubert Glogauer
Foto: Hubert Glogauer
Foto: Hubert Glogauer
Foto: Hubert Glogauer
Foto: Hubert Glogauer

Besonders faszinieren ihn aber Menschen, sagt Glogauer. Genauer: Menschen, die wie er aus Osteuropa zugezogen seien. Er wolle zeigen, wie sie leben, sich einfinden, wie aus „einer Bleibe eine Heimat“ werde. Die Nähe zu schaffen, die er für diese Bilder brauche, das sei die eigentliche Herausforderung. Damit die Fotos authentisch seien, müsse er der gute „Bekannte, der einfach Fotos macht“ werden.

Die Liebesgeschichte von Großmutter Katharina

Dabei spiele auch sein eigener Migrationshintergrund eine Rolle, sagt Glogauer und erzählt die Liebesgeschichte seiner Großmutter Katharina Dudek. Sie sei eine deutsche Krankenschwester gewesen, die sich in ihren Patienten Piotr Prugar, einen polnischen Soldaten, verliebt habe. Sie komme aus Kruppamühle in Schlesien;  er aus Lemberg, dem heutigen Lwiw. Beide hätten durch den Zweiten Weltkrieg ihre ursprüngliche Heimat verloren und seien nach Glogau gezogen. 1988 dann seien sie im Rahmen der Familienzusammenführung nach Deutschland ausgewandert.

Immer während der Schulferien habe er Großmutter Katharina und Großvater Piotr in Deutschland besucht, sagt Glogauer. In der Schule habe er Deutsch gelernt. Später, als „Au-Pair“, habe er die Kenntnisse verbessert. 

In Polen habe er dann zunächst Philosophie studiert, dann Theologie. In der Fotografie finde er viele Verbindungen zu den Themen dieser Studienfächer. Sein Geld verdient habe er indes anders: Er habe lange als Serviceberater in einem Autohaus gearbeitet. 2014 habe er beschlossen, nach Deutschland zu ziehen. Nun sei er gerade Lkw-Fahrer. Stets geblieben seien die Leidenschaft für die Fotografie und der große Traum, irgendwann von ihr leben zu können. 

Aktuell faszinieren Hubert Glogauer Nachthimmel. Foto: GlogauerAktuell faszinieren Hubert Glogauer Nachthimmel. Foto: Glogauer

Fotos seien wie eine „Zeitmaschine“:  Man „schnappt sich einen Moment und nimmt diesen mit“, sodass er immer wieder betrachtet werden könne. Sprachbarrieren gebe es nicht. Wer etwa den  Nachthimmel über den Dümmer sehe, der merke egal woher er komme „wie klein der Mensch eigentlich in der Welt ist“.

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