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Für Fabio: Ehemaliger Stammzellenspender ruft dazu auf, sich bei der DKMS registrieren zu lassen

Für Fabio ist er keine Hilfe, aber Christoph Hüntelmann weiß, wie wichtig eine Registrierung bei der DKMS ist. Er war selbst der Lebensretter, den der 14-jährige Cappelner jetzt dringend braucht.

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Eine Registrierung bei der DKMS ist wichtig: Christoph Hüntelmann konnte mit einer Stammzellenspende das Leben einer Frau retten. Foto: Hüntelmann

Eine Registrierung bei der DKMS ist wichtig: Christoph Hüntelmann konnte mit einer Stammzellenspende das Leben einer Frau retten. Foto: Hüntelmann

Der 14-Jährige Fabio aus Cappeln hat eine aplastische Anämie. Diese seltene Knochenmarkerkrankung kommt unter einer Million Menschen nur ein- bis zweimal vor. Jetzt wird ein Spender gesucht. Christoph Hüntelmann war ein solcher Spender. Mit der Abgabe seiner Stammzellen hat er einer Frau in Großbritannien das Leben gerettet. Im Interview mit OM-Online erzählt der gebürtige Garreler, wie nah ihm das Schicksal von Fabio geht und wie wichtig es ist, sich bei der DKMS registrieren zu lassen. 

Herr Hüntelmann, wenn Sie von einem Aufruf zur Stammzellenspende wie im Fall des 14-jährigen Fabio lesen, was geht dann in Ihnen vor?
Ich finde es sehr traurig, dass jemand in so jungem Alter schwer erkrankt ist und hoffe, dass die betroffene Person (in diesem Fall Fabio) ihren Lebensretter beziehungsweise genetischen Zwilling findet.

Sie haben selber im vergangen Jahr Stammzellen gespendet. Wie dankbar sind Sie für das Geschenk, einem anderen Menschen das Leben gerettet haben zu können?
Ich bin sehr dankbar dafür, dass mir die Möglichkeit gegeben wurde, jemanden die Chance auf Heilung zu ermöglichen. Es war ein unbeschreibliches Gefühl.

Wie bewerten Sie die Betreuung durch die DKMS während der Zeit Ihrer Stammzellenspende?
Man wurde den ganzen Prozess über sehr gut betreut. Sowohl am Tag der Voruntersuchungen als auch am Tag der Spende war alles vonseiten der DKMS perfekt organisiert. Mir sind auch keine Kosten entstanden. Wir haben das Rundum-Sorglos-Paket erhalten, sei es die Anfahrt, die Unterbringung oder auch die Verpflegung, es hat an nichts gefehlt. Sogar einen Arbeitgeberbescheid für die Erstattung meiner Lohnkosten hat es gegeben.

Würden Sie wieder spenden?
Ja, ich würde keine Sekunde zögern.

Viele Menschen haben Angst, sich registrieren zu lassen, weil sie einen möglichen Eingriff fürchten. Können Sie diesen Menschen durch Ihre Erfahrung die Angst nehmen?
Die Angst ist teilweise unbegründet, da viele Menschen glauben, dass es immer zu einer Operation kommt. Jedoch wird in 80 Prozent der Fälle – so auch bei mir – eine Stammzellenentnahme durch das periphere Verfahren durchgeführt. Es war in etwa vergleichbar mit einer Blutspende.

Wie wichtig ist es in Ihren Augen, sich registrieren zu lassen? Sehr wichtig, da eine Stammzellenspende meist die einzige Chance für die erkrankten Patienten ist, wieder geheilt zu werden. Die Wahrscheinlichkeit, einen geeigneten Spender außerhalb der eigenen Familie zu finden, ist sehr gering. Aus diesem Grund ist es so wichtig, dass sich viele Menschen registrieren lassen.

Wie waren die Reaktionen aus Ihrem Umfeld, als klar war, dass Sie als Spender infrage kommen beziehungsweise nachdem Sie gespendet haben und dies öffentlich wurde?
Ich habe ausschließlich positive und motivierende Rückmeldungen erhalten. Sowohl vor als auch nach der Spende.


  • Info: Sich bei der DKMS registrieren zu lassen, geht bequem vom Sofa aus. Unter www.dkms.de kann sich jeder ein Registrierungsset nach Hause schicken lassen. War vor Jahren noch eine Blutprobe nötig, reicht heute ein einfacher Wangenabstrich, der in den eigenen vier Wänden gemacht werden kann. Die Probe wird zurückgeschickt, alles Weitere übernimmt die DKMS. Kosten fallen keine an.

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