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Für die Ukraine ziehen Bösel und Garrel an einem Strang

Mit Hilfspaketen wollen Ehrenamtliche zwei 40-Tonner füllen und an die polnisch-ukrainische Grenze schicken. Beide Hilfsorganisationen sind dafür aber dringend auf Geldspenden angewiesen.

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Hoffen für die CARE-Mission auf die Hilfe der Bevölkerung Bösels und Garrels: (von links) Ralf Meyer, Margaryta Mandryk, Franz-Josef Kettmann, Frank Schwalm und Bernd Meyer. Foto: Pille

Hoffen für die CARE-Mission auf die Hilfe der Bevölkerung Bösels und Garrels: (von links) Ralf Meyer, Margaryta Mandryk, Franz-Josef Kettmann, Frank Schwalm und Bernd Meyer. Foto: Pille

Um die Not der Flüchtlinge und der verbleibenden Bewohner in der Ukraine zu lindern, haben die Böseler und Garreler Ukraine-Hilfe ihre Kräfte gebündelt und ziehen für einen weiteren humanitären Hilfstransport an einem Strang. Das bekräftigten Ralf Meyer und Frank Schwalm (Ukraine-Hilfe Bösel) sowie Franz-Josef Kettmann vom Garreler Verein „Vita – stronger together for Peace and Freedom“ und der Unternehmer Bernd Meyer (Garrel) in einem Pressegespräch mit  OM-Online.

Vita-Organisation hat bereits 150 Personen nach Garrel geholt

Mit Hilfspaketen wollen sie zwei 40-Tonner füllen und vom 30. April bis 2. Mai an die polnisch-ukrainische Grenze bringen, wo sie von verlässlichen Vertrauensleuten weiter verteilt werden. Auf der Rückfahrt könnten weitere Flüchtlinge in Begleitfahrzeugen in die Gemeinden kommen. Von der Vita-Organisation sind bereits 150 Personen nach Garrel geholt worden.

„Hunger, Kälte, Verzweiflung, Corona, mangelnde Versorgung mit Lebensmitteln, Angst ums Überleben: Das ist die aktuell dramatische Lage für Millionen von Menschen in der Ukraine.“Margaryta Mandryk

Die Sprecher beider Organisationen erinnerten daran, dass vor gerade mal 75 Jahren die ersten CARE-Pakete (Cooperative for American Remittances to Europe) das verwüstete und notleidende Nachkriegsdeutschland erreichten, eine Hilfsaktion, die zum Symbol der Hoffnung und Solidarität geworden sei. Daran müsse man heute anknüpfen, die schrecklichen Bilder aus der Ukraine und die dramatische Lage für Millionen von Menschen dort zeigten, "dass wir vor der Not verzweifelten Menschen nicht die Augen verschließen dürfen und konkret helfen müssen", hieß es.

Margaryta Mandryk, gebürtig aus der Ukraine und wohnhaft in Garrel, Studentin der Politikwissenschaft und ehrenamtlich für "Vita" als Dolmetscherin und Integrationshelferin tätig, weiß, wovon sie spricht: Ihre Familie lebt in der Ukraine und ist direkt betroffen. "Hunger, Kälte, Verzweiflung, Corona, mangelnde Versorgung mit Lebensmitteln, Angst ums Überleben: Das ist die aktuell dramatische Lage für Millionen von Menschen in der Ukraine", sagte sie. Sie appellierte an die Bevölkerung weiterzuhelfen: "Die bisherige Hilfsbereitschaft ist großartig. Sie ist ein wichtiges Zeichen der Solidarität für die Menschen in der Ukraine. Und ein Zeichen für den Frieden."

Konserven, Nudeln, Reis – Welche Spenden nehmen die Organisationen derzeit an?

Die Bürgermeister aus Bösel und Garrel begrüßten ausdrücklich die gemeinsame Aktion der beiden Hilfsvereine. "Hand in Hand können wir hier vor Ort vereinigt für die Menschen in der Ukraine wirkliche humanitäre Hilfe leisten", sagte Hermann Block (Bösel). Er sei froh, bekräftigte auch Thomas Höffmann (Garrel), "dass diese beiden Hilfsorganisationen ihr ganzes Engagement und ihre Professionalität bündeln".

"Wir packen Pakete, die voll sind mit Hoffnung, aber mit einem klaren Fokus auf Sachen, die wirklich gebraucht werden", gibt Schwalm die Richtung für das Schnüren der Pakete vor. Benötigt werden Konserven, Nudeln, Reis, Babynahrung, Brühwürfel, Kaffee, Tee, Schokolade sowie Hygieneartikel wie Duschgel, Zahnpasta, Zahnbürsten und Damenhygiene, aber auch Windeln und Feuchttücher. Andere Arten von Sachspenden werden derzeit nicht entgegengenommen.

Die Waren können in Garrel in der kommenden Woche von Dienstag bis Donnerstag (19. bis 21. April) von 14 bis 18 Uhr bei der Feuerwehr (Im Karspohl 7) und in Bösel vom Dienstag bis Samstag (19. bis 23. April) von 10 bis 17 Uhr bei der CarLa-Tafel in der Fladderburger Straße 10 abgegeben werden. Weitere Waren erwarten die Akteure auch von Böseler und Garreler Firmen. Alle Spenden aus Bösel und Garrel werden dann zentral in der Böseler Tafel von den bewährten ehrenamtlichen Helferinnen in Pakete gepackt.

Nach wie vor sind beide Hilfsorganisationen weiterhin dringend auf Geldspenden angewiesen, weil viele Sachen im großen Umfang zugekauft und der teure Diesel für die Fahrzeuge finanziert werden müssen.

Folgende Konten sind eingerichtet:

  • Kath. Kirchengemeinde Bösel: IBAN DE71 2806 6620 0002 015001
  • Ev. Kirchengemeinde Bösel: IBAN: DE 65 2805 0100 0084 105642
  • Vita Garrel: IBAN: DE77 2805 0100 0094 1600 58
  • Paypal: www.paypal.com/pools/c/8IRJhrYQ8m

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

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