Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Für 22,5 Millionen Euro: Bahn zwischen Cloppenburg und Friesoythe ist möglich

Ein Team der Technischen Universität Braunschweig hat eine Machbarkeitsstudie zur Reaktivierung von Bahnstrecken durchgeführt. Auch ein zweiter Teilabschnitt wurde dabei beleuchtet.

Artikel teilen:
Von der Kreisstadt aus in Richtung Norden: Die Machbarkeitsstudie hat unter anderem die Strecke zwischen Cloppenburg und Friesoythe beleuchtet. Foto: Hermes

Von der Kreisstadt aus in Richtung Norden: Die Machbarkeitsstudie hat unter anderem die Strecke zwischen Cloppenburg und Friesoythe beleuchtet. Foto: Hermes

Mit der Machbarkeitsstudie ist ein nächster Schritt für die Reaktivierung der Bahnstrecke zwischen Cloppenburg und Friesoythe  geschafft. Wie ein Team der Technischen Universität Braunschweig im Kreis-Verkehrsausschuss mitteilte, müsse man für die Wiederherstellung Kosten in Höhe zwischen 22,5 und 23,5 Millionen Euro einplanen. Der Betrieb würde jährlich zusätzlich zwischen 925.000 und 1,4 Millionen Euro liegen.

Ursprünglich untersucht wurde die Gesamtstrecke von Cloppenburg über Friesoythe nach Westerstede-Ocholt, allerdings klafft zwischen Sedelsberg und Friesoythe eine Lücke im Schienennetz. "Der Streckenabschnitt stellt eine große Herausforderung dar, diese Reaktivierung wäre aufwändig und kostenintensiv", heißt es in dem Bericht. So wurden zwei Teilabschnitte geprüft.

Für die Verbindung zwischen Cloppenburg und Friesoythe sieht der jetzige Plan Haltestellen in Staatsforsten, Garrel und Bösel vor. Die Reisezeit würde zwischen 21 und 24 Minuten liegen, beim Bahnhof in der Kreisstadt müsste die Strecke aus dem Norden kommend an das Gleis 1 eingebunden werden. Für die Umstiege nach Osnabrück oder Oldenburg müsse man den Verkehr in eine der beiden Städte ausrichten. So entstehen Wartezeiten zwischen 8 und 28 Minuten bei einem Fahrzeug. Verdoppelt man die Anzahl, betragen die Wartezeiten zwischen 4 und 24 Minuten.

Eine Haltestelle könnte in Staatsforsten sein. Foto: HermesEine Haltestelle könnte in Staatsforsten sein. Foto: Hermes

Für die Analyse der Betriebskosten hatten die Planer eine Taktung von 60 Minuten im Zeitraum von 5 bis 22 Uhr mit Spitzengeschwindigkeiten zwischen 80 und 100 Km/h zugrunde gelegt. Zur Nutzung muss die Infrastruktur entlang der Strecke in einigen Teilen erneuert werden. So stünden ein Austausch von Schwellen und eine Bereinigung des Gleisbetts an. Auch ein neuer Bahnsteig in Cloppenburg und in Bösel müssten gebaut und die Anschlussstelle in Garrel umgerüstet werden. Nicht ermittelt wurden die Kosten für möglichen Grunderwerb, Schallschutz und Ausgleichszahlungen. 

Für den Abschnitt von Sedelsberg nach Westerstede-Ocholt gehen die Experten je nach Ausbau von Kosten in Höhe zwischen 27,3 Millionen und 28,6 Millionen Euro aus. Haltestellen könnten beispielsweise in Barßel, Elisabethfehn, Ramsloh und Scharrel liegen. Eine Aufnahme des Verkehrs auf beiden Teilabschnitten stellte Thomas Siefer von der TU Braunschweig im Optimalfall in 3 bis 5 Jahren in Aussicht.

„Es gibt natürlich einige Herausforderungen, aber darauf können wir aufbauen.“Landrat Johann Wimberg

"Es gibt natürlich einige Herausforderungen, aber darauf können wir aufbauen", erklärte Landrat Johann Wimberg. Es sei im Hinblick auf den Klimaschutz wichtig, alternative Verkehre auszubauen und Potenziale mit der weitestgehend vorhandenen Strecke zu nutzen. Wimberg berichtete zudem, dass auch der Bund und das Land den Schienenverkehr ausbauen möchten: "Das eröffnet Möglichkeiten für hohe Förderungen". Darauf müsse man bestmöglich vorbereitet sein. 

Lob gab es von Stephan Christ von den Grünen: "Wir müssen die Verkehrswende auch im Landkreis weiterbringen". Eine Teilstrecken-Untersuchung sei sinnvoll, Anwohner sollten frühzeitig beteiligt werden. Zudem sollten Betriebe angesprochen werden, ob sie die Strecke für den Güterverkehr nutzen wollen und würden. Auch Walter Lohmann (CDU) sah eine große Chance, nicht abgehängt zu werden beim Thema Mobilität: "Das wäre eine tolle Botschaft nach außen. Wir sollten schnellstmögliche Entscheidungen treffen."

Als nächstes steht eine Kosten-Nutzen-Rechnung an

Im nächsten Schritt soll eine standardisierte Bewertung für das Betriebskonzept eingeholt werden, zudem muss über die Varianten entschieden werden. Neben der Prüfung von Bahnübergängen und der Festlegung auf Haltestellen soll die Nachfrage untersucht sowie eine Nutzen-Kosten-Untersuchung erstellt werden. Daran schließen sich die weiteren politischen Beratungen an.

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Für 22,5 Millionen Euro: Bahn zwischen Cloppenburg und Friesoythe ist möglich - OM online