Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Fündig geworden: Fundament von altem Ehrenmal freigelegt

Bauarbeiter sind in Bösel auf das Überbleibsel des Ehrenmals von 1925 gestoßen. Insgesamt 38 Jahre lang stand der Gedenkstein an der Ecke Overlaher Straße/Am Kirchplatz.

Artikel teilen:
Interessante Entdeckung: Das alte Fundament des Ehrenmals nahe der L 35 wurde bei Arbeiten am neuen Kreisverkehr in Bösel freigelegt. Foto: Pille

Interessante Entdeckung: Das alte Fundament des Ehrenmals nahe der L 35 wurde bei Arbeiten am neuen Kreisverkehr in Bösel freigelegt. Foto: Pille

Damit hatte wohl niemand gerechnet: Als ein Arbeiter der Firma Borchers aus Surwold am Montagvormittag als Vorbereitung zu den Kreisverkehr-Arbeiten den Vorplatz des Ehrenmals gegenüber der Kirche mit einem Bagger abschob, stieß er auf ein 96 Jahre altes ehemaliges Fundament des Ehrenmals.

Das Ehrenmal war 1925 zunächst im Winkel der Overlaher Straße und Am Kirchplatz direkt an der Fahrbahn errichtet worden. Der im Jahr 1896 gegründete Kriegerverein Bösel hatte beschlossen, den im Ersten Weltkrieg gefallenen 64 Kriegern des Ortes ein Denkmal zu setzen. Auf dem Grundstück von Heinrich Preuth in Bösel-Bremersand, im Kündelmoor, fand sich bereits ein Jahr zuvor in fünf Metern Tiefe ein 3,30 Mal 1,75 Mal 1,45 Meter großer eiszeitlicher Findling. Der kam gerade richtig und war geeignet, zukünftig ein Denkmal darzustellen. Pfarrer Franz Sommer stellte das Grundstück gegenüber der Kirche unentgeltlich zur Verfügung.

Bis 1963 stand der Stein an der Ecke Overlaher Straße/Am Kirchplatz

Es bildete sich eine Baukommission, Postagent Josef Rolfes übernahm dafür den Vorsitz. Bauleiter der Großaktion im kleinen Dorf war der Vorsitzende des Kriegervereins, Heinrich Oltmann aus Westerloh. Ihm zur Seite stand Kassenführer Hermann Gelhaus. Pfarrer Sommer notierte all diese Details in einer Urkunde.

Ehrenmal ab 1925 auf dem jetzt entdeckten Sockel. Foto: Archiv PilleEhrenmal ab 1925 auf dem jetzt entdeckten Sockel. Foto: Archiv Pille

Fritz Ewertz aus Münster (1860 bis 1926), der Kunstbildhauer, der zuvor bereits nach dem Umbau der katholischen Pfarrkirche zur Kreuzkirche den Hochaltar gestaltet hatte, schuf dann an Ort und Stelle einen lebensgroßen Krieger vor einem Grab im profilierten Relief.

Insgesamt 38 Jahre lang, bis 1963, stand der Stein an der Ecke Overlaher Straße/Am Kirchplatz. Als der Straßenverkehr dermaßen zunahm, dass die Wege verbreitert werden mussten, hoben große Kräne der Bundeswehr den Stein vom Sockel und gaben ihm einen neuen Platz zwischen dem Pfarrhaus und dem St.-Raphael-Kindergarten. Dort steht das Denkmal nunmehr seit 58 Jahren.

Doch damit soll es noch in diesem Jahr vorbei sein: Kurz vor Weihnachten wird ein Kran das Ehrenmal wieder vom Sockel heben. Nach der Renovierung und Versetzung des Steins findet er dann einen neuen Platz am Rande des Böseler Dorfparks. Indes wurde das alte Fundament von 1925 in seine Einzelteile zerlegt und fachgerecht entsorgt.

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Fündig geworden: Fundament von altem Ehrenmal freigelegt - OM online