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Fundbüros setzen auf Online-Masken für die Verlustmeldungen

Das neue Angebot in Barßel funktioniert wie bei einem Dating-Portal. Den Eigentumsnachweis muss man allerdings nach wie vor persönlich erbringen.

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Übersichtlich: Anfang Januar hatte Vanessa zu Klampen im Fundbüro Barßel in ihrer Fundbox eine Brille, ein Kinderportemonnaie und zig Schlüssel.  Foto: Scherzer

Übersichtlich: Anfang Januar hatte Vanessa zu Klampen im Fundbüro Barßel in ihrer Fundbox eine Brille, ein Kinderportemonnaie und zig Schlüssel. Foto: Scherzer

Mit Suchen und Finden kennt sich Vanessa zu Klampen bestens aus. Seit 3 Jahren arbeitet sie beim Fundbüro der Gemeinde Barßel. Es ist ihr Job, Menschen und Dinge wieder zusammenzubringen. „Schlüssel, Handys, Fahrräder, Brillen: Das sind die Klassiker unter all den Dingen, die Leute gerne verlieren“, weiß sie aus Erfahrung. „Vor allem Schlüssel, viel zu viele Schlüssel. Manchmal haben wir auch Sicherheitsschlüssel oder Autoschlüssel.“

Für all die herrenlosen Dinge, die ehrliche Finder in ihr Fundbüro bringen, hat zu Klampen eine Box angeschafft. Dort verwahrt sie alles übersichtlich in beschriftete Klarsichttüten. Zur Sicherheit kommt die Box in einen abschließbaren Schrank direkt hinter ihrem Arbeitsplatz. Wenn irgend möglich, versucht sie, die Verlierer ausfindig zu machen. Das geht aber nicht immer, wie zum Beispiel bei Autoschlüsseln oder Bargeld.

Funktion wie ein Dating-Portal

„Wir versuchen unser Bestes, aber wenn da nichts dabei ist, sind wir auch aufgeschmissen“, berichtet die Fachfrau. Oder wenn die Zeitpunkte vom Verlieren und Finden liegen einfach zu weit auseinander. „Manchmal ist das so, dass viel zu früh angerufen wird und der verlorene Gegenstand noch nicht bei uns liegt, weil er erst später gefunden und abgegeben wird.“ Damit die Chance, Verlorenes wiederzubekommen, größer wird, gibt es beim Fundbüro Barßel seit vier Wochen die Fundsachen-Onlinesuche, ähnlich einem Dating-Portal. Hier können Fund- und Verlustanzeigen geschaltet werden. Dieses Tool werde auch genutzt, so zu Klampen. Das Programm selbst vergleiche die Anzeigen. Nach Ablauf der Aufbewahrungspflichtzeit von einem halben Jahr gehe die Fundsache an den Finder oder werde vernichtet.

Für Auktionen sei generell zu wenig vorhanden, das lohne sich nicht. Einige Sachen wie Fahrräder gehen an den Sozialen Briefkasten Friesoythe. Ein absolutes Kuriosum wurde vor zwei Jahren abgegeben: ein Bolzenschussgerät. „Es wurde auf der Straße gefunden. Vielleicht ist das von einem Anhänger gefallen“, vermutet zu Klampen. Es habe aber niemand danach gefragt und wurde schließlich auf dem Bauhof der Gemeinde vernichtet. „Alles, was vernichtet werden soll, geht zum Bauhof. Außer Handys, die gehen nach Köln zu Green2B und werden dort entsorgt. Viele werden aber vor Fristende abgeholt.“

Die PIN allein genügt beim verlorenen Handy nicht

Nicht sehr viel anders sieht es beim Fundbüro in Friesoythe aus. Auch dort die IT hat Einzug gehalten, allerdings kann man hier nur verlorene Gegenstände online melden. Die Funktion des "Datingportals" übernehmen Sarah Poschmann und ihre Kolleginnen vom Bürger-Service-Center: "Wenn jemand in der Online-Maske einen verlorenen Gegenstand eingibt, bekommen wir eine Meldung und schauen dann nach, ob was Vergleichbares da ist oder als 'gefunden' gemeldet wurde", sagt Poschmann. 

Detaillierte Abfrage: Im Friesother Fundbüro kann man auch Autos, Boote und Tiere als verloren melden. Foto: StixDetaillierte Abfrage: Im Friesother Fundbüro kann man auch Autos, Boote und Tiere als verloren melden. Foto: Stix

Die gefundenen Gegenstände liegen sicher verwahrt im Schrank, größere Sachen wie etwa Fahrräder sind im Keller. "Da nehmen wir aus Platzgründen aber auch gerne das Angebot mancher Finder an, die Sachen bei sich zu verwahren", erläutert die Leiterin des Bürgerservice. Wenn dann jemand einen entsprechenden Verlust meldet, stellt die Stadt den Kontakt her. Bevor das passiert oder Gegenstände wieder herausgegeben werden, muss man allerdings den Besitzanspruch gut nachweisen. Bei Fahrrädern etwa durch einen passenden Schlüssel oder eine Rechnung. "Die Beschreibung allein genügt nicht", sagt Poschmann. "Rote Damenfahrräder gibt es viele." 

Auch bei Handys wird mehr verlangt als nur die PIN. Ein Kaufbeleg wäre gut, auch der passende Fingerabdruck für die Entsperrung per Sensor genügt. "Wir wollen die Gegenstände zwar nicht zwanghaft hierbehalten", betont Poschmann, "aber sie sollen schon an den tatsächlichen Eigentümer gehen."

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