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"Frohe Ostern" für die Menschen in der Ukraine?

Kolumne: Auf ein Wort – Gott bleibt uns auch in der bittersten Stunde treu, denn er ist ein Gott des Lebens. Ist er auch bei den Menschen in der Ukraine? Und dürfen wir "Frohe Ostern" wünschen?

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Da muss was dran sein: 50 Tage vorbereiten und 50 Tage nachfeiern! Erst die Fastenzeit und jetzt zum Genießen die Osterzeit (Die endet ja erst an Pfingsten!). Wo gibt’s denn sowas? Welcher Hausmann, welche Hausfrau wäre nicht froh, wenn ein großes Fest irgendwann auch rum ist?! Danach noch 2 oder 3 Tage aufräumen und gut ist's. Dann nur noch die Bilder auf dem Handy von links nach rechts wischen.

Aber sich 100 Tage mit dem Ereignis "Ostern" beschäftigen?! Und das nach dem völligen Aus in der Mitte der Zeit. Der rund 30-jährige Jesus – damit in den besten Jahren seines Lebens – scheitert völlig. Der, der in Wort und Tat mächtig war. Der Hoffnungsträger stirbt an der „grausamsten und fürchterlichsten Todesart“ (Cicero) seiner Zeit. Nimmt die Hoffnungen vieler mit ins Grab.

Und dann passiert das: Irgendwann, langsam sickert es durch. Der Gescheiterte ist auferstanden. Oder spiegelbildlich von der anderen Seite her formuliert: Gott hat ihn auferweckt. "Lebendig gemacht", wie es im ersten Petrusbrief heißt (3,18). Ein Video davon gibt es nicht. Keine Zeugen. Die Historiker tun sich schwer. Nur stammelnd beschreibende Worte.

"Mit der Auferweckung hat Gott seinen Sohn endgültig angenommen; erhöht, gerettet. Mit allem, was der in Wort und Tat zu Lebzeiten gesagt und getan hat."Dietmar Kattinger

Was meint Auferweckung? Nicht ein Lebendig-Machen im Sinne eines Reanimierens ist gemeint. Es wurden nicht einfach "die Pferde ausgewechselt", wie der Theologe Karl Rahner formuliert hat. Es war kein 'Nachschlag' zum irdischen Leben. Sondern? Mit der Auferweckung hat Gott seinen Sohn endgültig angenommen; erhöht, gerettet. Mit allem, was der in Wort und Tat zu Lebzeiten gesagt und getan hat.

Gott bleibt seiner Wesensaussage damit treu: Der "Ich-bin-der-Ich-bin-da" aus dem ersten Testament bleibt seinem Sohn auch um die bitterste Stunde treu. Er ist und bleibt ein Gott des Lebens. Das galt für Jesus – und gilt für uns.

Möge die Auferstehung geschehen!

Vom bisherigen Leben Jesu ist nichts, von unserem Leben geht nichts verloren. Alle Tränen sammelt Gott, und kein Lächeln huscht ihm weg. Auferweckung des Leibes heißt, dass jede Geschichte eines Menschen bei Gott aufgehoben ist – vom ersten bis zum letzten Atemzug.

"Frohe Ostern" jetzt den Gläubigen in der Ukraine zusprechen, die ihr größtes Glaubensfest eine Woche nach unserem gefeiert haben?! Es geht mir schwer über die Lippen, bleibt fast im Halse stecken. Und doch: Möge die Auferstehung geschehen! Heute. Jeden Tag. Hoffentlich bald in großem Maße. Es gibt keinen besseren Wunsch!


Zur Person:

  • Dietmar Kattinger ist Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Landes-Caritasverbandes in Vechta.
  • Sie erreichen den Autor per E-Mail unter redaktion@om-medien.de.

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

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