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Frischer Wind in der Zeltlandschaft: Das ändert sich auf dem Stoppelmarkt

Gleich mehrere Zelte stehen beim Volksfest in Vechta unter neuer Regie. Dabei zeigen sich die Betreiber durchaus experimentierfreudig.

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Viel Eigenleistung bei der Premiere: Die Inhaber der Kneipe "Kombinat", Kevin von Husen, Ansgar Tegeler und Dierk Brüggen (von links), haben zur Herstellung ihrer Thekenverkleidung und Wandgestaltung einige Sonderschichten eingelegt. Foto: Speckmann

Viel Eigenleistung bei der Premiere: Die Inhaber der Kneipe "Kombinat", Kevin von Husen, Ansgar Tegeler und Dierk Brüggen (von links), haben zur Herstellung ihrer Thekenverkleidung und Wandgestaltung einige Sonderschichten eingelegt. Foto: Speckmann

Die Berichterstattung rund um den Stoppelmarkt 2022 wird Ihnen präsentiert von der Volksbank Vechta.

Kevin von Husen schreibt ein neues Kapitel seiner Familiengeschichte. Schon sein Großvater Alois war mit einem Bierstand auf dem Stoppelmarkt vertreten, damals noch am alten Busbahnhof. Seine Mutter folgte mit einem Festzelt. Und nun zieht der Junior in dritter Generation nach. Als Mitinhaber der Kneipe „Kombinat“ übernimmt der Vechtaer einen Ausschank auf der Westerheide.

Mehr als 40 Restaurationszelte und -stände sind in diesem Jahr wieder auf dem Vechtaer Volksfest vertreten, das von Donnerstag bis Dienstag (11. bis 16. August) seine Pforten öffnet. Dabei ist das „Kombinat“ nicht der einzige Betrieb, der sich erstmals einen der begehrten Standplätze sichern konnte. Mit von der Partie sind noch weitere Neulinge. Sie sorgen dafür, dass ein frischer Wind durch die Zeltlandschaft weht.

"Kombinat" setzt auf alternative Rockmusik

Für die Ausstattung des 360 Quadratmeter großen Zeltes hat das Trio einige Sonderschichten eingelegt. „Wir haben viel Eigenleistung reingesteckt“, erklärt Brüggen und zeigt auf die Verkleidung der beiden Theken. Sie stammt ebenso aus eigener Hand, wie die dekorativen Wandelemente. Der Stil ist ganz bewusst angelehnt an die Kneipe an der Großen Straße. „Man soll den Laden auch wiedererkennen“, sagt von Husen.

Die Kneipeninhaber hatten sich zunächst vergeblich um eine Teilnahme beworben. Als sich das Gasthaus Jansen nach der städtischen Zusage dazu entschloss, seinen langjährigen Zeltbetrieb aufzugeben, ergab sich die Chance. Kevin von Husen, Dierk Brüggen und Ansgar Tegeler zögerten bei dem Angebot kurz nach Pfingsten keine Sekunde, obwohl sie wussten: „Das wird sportlich, was in den nächsten Wochen auf uns zukommt.“

Hingucker schon beim Aufbau: Die Ols Brauerei aus Oldenburg will in ihrem Hochzelt eine urige Atmosphäre schaffen. Foto: SpeckmannHingucker schon beim Aufbau: Die Ols Brauerei aus Oldenburg will in ihrem Hochzelt eine urige Atmosphäre schaffen. Foto: Speckmann

Auch in musikalischer Hinsicht will sich das „Kombinat“ beim Auswärtsspiel auf dem Stoppelmarkt treu bleiben. Im Gegensatz zu den meisten anderen Zelten, dürften Schlager kaum zu hören sein. „Der Schwerpunkt liegt auf alternativer Rockmusik“, erklärt Tegeler. Er selbst wird vermutlich nicht auf der Bühne stehen. Für die Musik sind mehrere engagierte DJs und Bands zuständig.

Das Dinklager Zelt verschwindet unfreiwillig von der Bildfläche. Laut Marktmeister Jens Siemer hatten sich die Betreiber nicht fristgerecht beworben. Den Platz nimmt die Ols Brauerei aus Oldenburg ein. Das Hochzelt erweist sich schon im Aufbau als Hingucker. Es ist an eine urige Brauerei-Umgebung angelehnt und mit modernen Elementen kombiniert. Zum Ausschank kommen süffige Klassiker vom Fass und weitere hauseigene Spezialitäten aus der Flasche.

Ols Brauerei startet mobiles Veranstaltungskonzept

Das Unternehmen verfolgt eigenen Angaben zufolge ein mobiles und modulares Veranstaltungskonzept, welches zukünftig neben dem Stoppelmarkt auf weiteren Veranstaltungen in der Region zum Einsatz kommen soll. „Der Stoppelmarkt bietet eine große Chance, das Konzept in diesem einmaligen Rahmen einzuweihen und die Besucher von den Produkten der Ols Brauerei zu überzeugen“, heißt es.

Mitgesellschafter der Brauerei ist die Familie Nordmann aus Wildeshausen, bekannt als Getränkelieferant in der Region. Dass der Großhändler nun indirekt eine Bewirtung auf dem Volksfest übernimmt und damit quasi in Konkurrenz zu seiner Kundschaft tritt, ist für die Oldenburger offenbar kein Problem. „Wir sehen das nicht als Interessenkonflikt, sondern eher als Bereicherung für den Markt“, sagt ein Brauerei-Sprecher.

Rollentausch bei "Schänke" und "Party Park"

Das "Charivari" rückt an den Platz des „E1 Clubzeltes“, dessen Betreiber sich mit einem neuen Konzept beworben hatte, damit aber nicht zum Zug kam. „Wir freuen uns auf den Standort mitten auf dem Markt“, sagt Mitinhaberin Susanne Surmann. Ziel sei es, den Wohnzimmer-Charakter des Vechtaer Cafés und Bistros auf das 150 Quadratmeter große Zelt zu übertragen. Ein Hingucker dürfte ein im Thekenbereich stilvoll integrierter 1000-Liter-Tank sein. Hier gibt es frisch gezapftes Zwickel. Das Motto: „regional und anders“.

Die Zauberbar aus Goldenstedt bekommt im Vergleich zu früheren Jahren etwas mehr Platz, um ihr neues Konzept verwirklichen zu können. Betreiberin Beate von Döllen will den gewohnten Standort zu einer karibischen Strandbar entwickeln. An anderer Stelle vollzieht sich ein Rollentausch: Die Wirte Siegfried von Döllen und Rainer Hake haben den am Bahnübergang angesiedelten "Party Park" an die Veranstaltungsagentur "plus2event" abgegeben und dafür im Gegenzug die "Schänke" am Kreuzweg übernommen.

Alkoholfreies Zelt steht unter neuer Regie

Unter neuer Regie steht das alkoholfreie Zelt. Hier hat über viele Jahre eine Gruppe Ehrenamtlicher die Bewirtung übernommen und sich nun wegen Personalmangels zurückgezogen. In die Fußstapfen tritt eine Initiative um Uni-Professorin Dr. Vanessa Mertins. Sie verschafft dem Standort ein neues Gesicht. Ein Großteil des Zeltes verwandelt sich in eine Terrasse mit Raum für Aktionen.

„Wir sind sehr experimentierfreudig“, erklärt Mertins. Das fängt schon bei den Getränken und Speisen an. Vegetarische und vegane Gerichte bereichern das Angebot ebenso wie alkoholfreie Cocktails. Neu ist auch das Unterhaltungsprogramm. Auf einer Aktionsfläche können Kinder spielen und basteln. Für Erwachsene sind ebenfalls Aktivitäten geplant, etwa aus dem Forschungsbereich der Hochschule.

Festzelt mit Wohnzimmer-Charakter: Susanne Surmann, Mitinhaberin des Vechtaer Cafés und Bistros Charivari“, freut sich auf den Stoppelmarkt. Foto: SpeckmannFestzelt mit Wohnzimmer-Charakter: Susanne Surmann, Mitinhaberin des Vechtaer Cafés und Bistros „Charivari“, freut sich auf den Stoppelmarkt. Foto: Speckmann

Die Organisatorin freut sich, dass viele Helfer aus der alten Riege ihre Unterstützung bei Aufbau und Bewirtung des alkoholfreien Zeltes zugesagt haben. Somit werden die Stammgäste auf einige bekannte Gesichter stoßen. Nach 2 Jahren Corona-Pause dürfte die Wiedersehensfreude ohnehin groß sein. An Treffpunkten wird es in der erfrischend wirkenden Zeltlandschaft garantiert nicht mangeln.

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