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Friesoytherin verkauft gebrauchte Kleidung von Influencern

Karina Warnkens hat sich mit einem besonderen Geschäftsmodell selbstständig gemacht. Mit ihrem Second-Hand-Laden für Mode von Influencerinnen ist sie deutschlandweit bekannt.

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Selbst und ständig: Karina Warnkens vermarktet viele der Kleidungsstücke über Instagram. Foto: privat

Selbst und ständig: Karina Warnkens vermarktet viele der Kleidungsstücke über Instagram. Foto: privat

Instragram ist die Welt der schönen Bilder. Im Fokus steht auf der sozialen Plattform auch das Thema Fashion: Wer sich richtig in Szene setzen will, trägt angesagte Kleidung. Gerade wenn Influencerinnen (vom englischen Wort für beeinflussen) zwecks Werbung mit Modemarken zusammenarbeiten, kann sich einiges ansammeln.

Daraus hat Karina Warnkens ein erfolgreiches Geschäft gemacht. In einem kleinen Laden in ihrem Friesoyther Wohnhaus bietet sie "Second-Hand-Mode erster Klasse" an. Mit gebrauchter Kleidung von Influencerinnen und Modeliebhaberinnen hat sie sich mittlerweile deutschlandweit einen Namen gemacht. 

Von Anfang an wurde Social Media für Werbung genutzt

Ihr Verkaufstalent habe sie auf Flohmärkten entdeckt, erzählt die gelernte Krankenschwester. Das Interesse an ihrer Kleidung sei dann so groß gewesen, dass sie immer mehr Leute im eigenen Hausflur empfing. Als der vordere Teil ihres Wohnhauses in der Brakestraße Nummer 19 frei stand, habe sie den Moment genutzt und eröffnete im April 2018 die "AnziehBar No. 19".

Auch Designerstücke lassen sich in dem Friesoyther Laden entdecken. Foto: HahnAuch Designerstücke lassen sich in dem Friesoyther Laden entdecken. Foto: Hahn

"Das war eher für nebenbei geplant", erzählt die Friesoytherin. Anfangs öffnete die Mutter zweier Kinder nur an 2 bis 3 Tagen die Woche. Für die Werbung habe sie von Anfang an die sozialen Medien genutzt, zuerst war es Facebook. Auch die Zusammenarbeit mit Influencerinnen sei ihr früh in den Sinn gekommen. 

„In 4 Stunden kamen 200 Menschen aus ganz Deutschland.“Karina Warnkens

Vor 2 Jahren sei dann durch gemeinsame Kontakte die Zusammenarbeit mit der ersten Influencerin zustande gekommen. Nach der Ankündigung, dass sie Kleidung von Olga Litau aus Garrel (bekannt unter @olali1987) verkaufen würde, wuchs die Zahl ihrer Instagramabonnenten innerhalb von 24 Stunden um 1000 Stück, erinnert sich Warnkens.

Der Verkauf sei ein voller Erfolg gewesen: "In 4 Stunden kamen 200 Menschen aus ganz Deutschland in den Laden." Mit der Zeit habe sich die AnziehBar dann als Adresse für gebrauchte Kleidung bei den Influencerinnen herumgesprochen. 

„Ich bekomme ja so schon 300 Nachrichten am Tag.“Karina Warnkens

Im vergangenen Jahr gelang Karina Warnkens dann der große Coup: Sie durfte Kleidungsstücke von Sarah Engels (ehemals Lombardi) anbieten. Die Sängerin fragte ihre 1,8 Millionen Follower nach Empfehlungen für Läden, die den Verkauf für den guten Zweck abwickeln können.

Das Ergebnis war auch für Karina Warnkens und ihren Ehemann Thorsten überraschend. Natürlich hätten sie sich gefragt, warum sich die Kölner Prominente für den Laden in der Kleinstadt Friesoythe entschieden hat, erzählt Thorsten Warnkens. Der Ehemann der Mode-Expertin kümmert sich um das Backoffice des Second-Hand-Shops. Engels habe gesehen, wie viel Arbeit und Liebe hinter dem Geschäft stecke, erklärt der gelernte Banker.

Von dem Zeitpunkt an habe das Geschäft eine neue Dimension angenommen. Der Verkauf über Instagram-Storys sei nicht mehr handelbar gewesen. "Ich bekomme ja so schon 300 Nachrichten am Tag", erzählt Karina Warnkens. Wochenende kenne sie als Selbstständige nicht. Also errichtete das Ehepaar kurzerhand einen Online-Shop, um die Kleidung von Engels zu verkaufen. Innerhalb einer Stunde sei alles ausverkauft gewesen.

Geht es Käuferinnen mehr um die Kleidung oder um die Person, die sie getragen hat?

Karina Warnkens nimmt aber auch die Kleidung von modeaffinen Normalverbraucherinnen an. Als moderner Secondhand-Handel habe sie dabei aber Regeln: "Die Sachen müssen in einem guten Zustand sein und der aktuellen Mode entsprechen." Das Geschäft funktioniert als Kommissionsmodell. Sobald das Kleidungsstück verkauft wurde, erhält die Besitzerin ihr Geld. 

Ihre Kundschaft sei zum großen Teil recht jung, der Generation sei Nachhaltigkeit wichtig. Über Instagram seien vor allem zusammengestellte Kombinationen begehrt. Ob es den Käuferinnen allgemein eher um das Kleidungsstück oder um die bekannte Person geht, die es getragen hat, weiß Karina Warnkens auch nicht genau. "Das ist", vermutet sie, "eine Kombi aus beidem."


Info:

  • Die AnziehBar hat von Dienstag bis Freitag von 9 bis 12.30 Uhr und von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Eine Abgabe von Kleidung kann nur nach voheriger Terminvereinbarung erfolgen.
  • Das angeschlossene SchneiderAtelier hat die gleichen Öffnungszeiten und nimmt auch unabhängig des Ladens Änderungsaufträge an. Außerdem designt die Schneiderin selber Kleidungsstücke und produziert sie unter nachhaltigen Bedingungen. 

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