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Friesoyther Tierschutzverein sucht Pflegestellen für Katzen

Das Tierheim in Sedelsberg ist zurzeit überfüllt und legt einen Aufnahmestopp für Katzen ein. Wild lebende Tiere sollten grundsätzlich nicht in die Einrichtung gebracht  und draußen gelassen werden.

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Sucht ein Zuhause: der kleine Kater, der mit 6 Wochen bereits auf sich allein gestellt war und keine Chance auf ein Überleben gehabt hätte. Etwas zerzaust und mit leicht entzündeten Augen legte er sich vor eine Tür und miaute erfolgreich um Hilfe. Foto: Wimberg

Sucht ein Zuhause: der kleine Kater, der mit 6 Wochen bereits auf sich allein gestellt war und keine Chance auf ein Überleben gehabt hätte. Etwas zerzaust und mit leicht entzündeten Augen legte er sich vor eine Tür und miaute erfolgreich um Hilfe. Foto: Wimberg

Der kleine Kater war schon mit 6 Wochen auf sich allein gestellt, kann sich in diesem Alter aber noch nicht selbst versorgen. Wo er herkam, ließ sich nicht feststellen. Fest stand jedoch, dass er um sein junges Leben kämpfen wollte und deshalb legte er sich direkt vor eine Haustür und miaute um Hilfe.

Seine Hoffnung wurde erfüllt.  Von Flöhen befreit und nach einem medizinischen Check, der auch mit der Behandlung seiner leicht entzündeten Augen verbunden war, wartet der anhängliche kleine Kerl nun auf gute Hände. Im Sedelsberger Tierheim und den Pflegestellen machte er bereits die 100 voll. „Mehr geht nicht“, verweist Dr. Veronika Tholen, Vorsitzende des Friesoyther Tierschutzvereins, auf die „allgemeine Überfüllung durch Katzen im Sommer“, die sich durch die anstehenden Ferien noch einmal verschärfen könnte.

"Tiere werden zu unverschämt hohen Preisen abgegeben."Dr. Veronika Tholen, Vorsitzende des Tierschutzvereins

Um sogenannte „Pandemie-Tiere“, die Familien sich übers Tierheim angeschafft haben, damit der Lockdown kuscheliger und erträglicher gestaltet werden kann, handelte es sich nicht. Doch der „Internethandel und Kleinanzeigenmarkt boomt natürlich in Coronazeiten“, betonte Tholen. Vor allem seien Hundezucht „auf Teufel komm raus“ und ein damit verbundener illegaler Welpenhandel auch in hiesigen Regionen nicht wegzudiskutieren. Jungtiere würden als gesund angepriesen und „zu unverschämt hohen Preisen“ abgegeben. Käufer fielen darauf rein und stellten erst nach der Bezahlung fest, welch krankes Tier nun im Körbchen liege. Dass Katzen teilweise in Massen auftauchten, liege immer noch in der Tatsache begründet, dass die Kastrationspflicht ignoriert werde.

Das Sedelsberger Tierheim nimmt grundsätzlich alle Fundtiere auf. „Zurzeit bitten wir jedoch um Verständnis, dass wir aus Platzgründen eine kurze Pause einlegen und bis auf absolute Ausnahmefälle absagen müssen“, erklärt die Vorsitzende. Mit einer kompletten Entspannung der Situation sei erfahrungsgemäß erst wieder in einigen Monaten zu rechnen.

Wer mit Katzen Erfahrung hat und sie für einige Zeit bei sich als Pflegestelle aufnehmen kann, sollte sich melden. Neben dieser Bitte richtet der Tierschutzverein auch einen Appell an die Bevölkerung: Herrenlose und damit wild lebende Katzen sollten nicht eingefangen und ins Tierheim gebracht, sondern draußen gelassen werden. „Und auf keinen Fall füttern“, unterstreicht Dr. Tholen.

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