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Friesoyther Realschüler bewegen sich huldvoll zu historischen Klängen

"Alte Musik im Klassenzimmer" lautet der Titel eines landesweiten Mitmach-Projekts, an dem auch die Sechstklässler teilnahmen. Das Ensemble "La Ninfea" brachte die Instrumente zum Klingen.

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Vor dem Tanz der Knicks: Die Realschüler tauchten mit den Ensemblemitgliedern in die Zeit von Renaissance und Barock ein. Foto: Wimberg

Vor dem Tanz der Knicks: Die Realschüler tauchten mit den Ensemblemitgliedern in die Zeit von Renaissance und Barock ein. Foto: Wimberg

Zehn Kilo schwere Kleider brauchte es nicht, um nach Melodien der Renaissance tanzen zu können. In Jeans und Sweatshirts bewegten sich die Friesoyther Realschüler ebenso huldvoll zu den historischen Klängen, wie es bereits Königin Elisabeth I. und ihr Gefolge im 16. Jahrhundert taten.

Der Zink zählte dabei zu einer besonderen Note. Bisher nur als chemisches Element bekannt, lernten die Sechstklässler in spannenden Mitmach-Workshops mit dem Bremer Ensemble "La Ninfea" neben Laute und Gaube das gebogene Blechblasinstrument als Mischung aus Blockflöte und Trompete kennen. Einen Zinken zu spielen ist anspruchsvoll. Begehrt war er zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert – als dann die Violine Einzug hielt, wurde es stiller um ihn.

"Alte Musik im Klassenzimmer" lautete das Titelthema und die Schüler, die vielfach Mitglieder der Chor- und Bläserklassen sind, nutzen den Besuch, "um viele Fragen zur Geschichte und Funktion zu stellen. Ganz toll", freute sich Barbara Heindlmeier über das rege Interesse. Die Profimusikerin verstand es mit ihren Kollegen Christian Heim und Susanne Peuker, die vermeintlich verstaubten Melodien und Instrumente lebendig und unterhaltsam vorzustellen.

Der Zink: Barbara Heindlmeier beherrscht das historische Instrument, das zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert seine Blütezeit erlebte. Foto: WimbergDer Zink: Barbara Heindlmeier beherrscht das historische Instrument, das zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert seine Blütezeit erlebte. Foto: Wimberg

Hintergrung ist der 450. Geburtstag und 400. Todestag von Michael Praetorius

Grund für das vom Musikland Niedersachsen realisierte und von der Dr. Hildegard-Schnetkamp-Stiftung geförderte Projekt an zahlreichen Schulen ist der 450. Geburtstag und 400. Todestag von Michael Praetorius, der als einer der "bedeutendsten historischen Komponisten und führenden Musiktheoretiker seiner Zeit auf dem Gebiet des heutigen Niedersachsen" gilt.

"Michael wurde in Creuzburg geboren, hatte Talent und saugute Ohren", intonierten die Friesoyther Schüler dem Organisten und Hofkapellmeister zu Ehren, der 1621 in Wolfenbüttel starb. Zu ihren Zuhörern in der Schulaula gehörten neben ihrer Musiklehrerin Katharina Faske und Schulleiter Tim Schülke auch Birgit Popien, die in der Schnetkamp-Stiftung als Referentin für Musik und kulturelle Bildung tätig ist.

Über 120 Schulen ab Klasse drei haben sich landesweit um eine Teilnahme an dem Projekt beworben, 40 wurden ausgewählt und werden von den Experten historischer Musik noch bis Mitte Dezember besucht.

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