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Friesoyther Hospital bekommt ein Schwerlast-CT

Die bundesweit einzigartige Spezialanfertigung garantiert auch Menschen mit einem Gewicht von bis zu 320 Kilo Platz und verlässliche Daten. Die Strahlenlast ist reduziert.

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Baustelle: Zurzeit wird der Eingang der radiologischen Praxis (hinten links) um einige Meter verlegt. Damit soll auch der Notaufnahme mehr Platz eingeräumt und der Betrieb vor den Türen entzerrt werden. Foto: Claudia Wimberg

Baustelle: Zurzeit wird der Eingang der radiologischen Praxis (hinten links) um einige Meter verlegt. Damit soll auch der Notaufnahme mehr Platz eingeräumt und der Betrieb vor den Türen entzerrt werden. Foto: Claudia Wimberg

„Ein Quantensprung“: Krankenhaus-Geschäftsführer Bernd Wessels wählt bewusst ein großes Wort, wenn er über die Anschaffung eines neuen CT-Geräts informiert. Eigens für die Bedürfnisse des Friesoyther St.-Marien-Hospitals konfiguriert, zieht die Spezialanfertigung des Computertomografen (CT) mit Schwerlastfunktion in die Räume der radiologischen Praxis ein, die zurzeit umgebaut werden.

In einem ersten Schritt wird der Eingang verlegt, um sich die Option freizuhalten, die direkt angrenzende Notaufnahme neu zu gestalten. Da man dort die Rettungswagen im wahrsten Sinne noch im Regen stehenlassen muss, ist geplant, den Bereich mit einer Überdachung und einem vorgelagerten Gebäudeteil zu versehen. „Das ist zwar noch Zukunftsmusik, aber angedacht“, so Wessels.

Corona habe in diesem Bereich darüber hinaus eine Platzproblematik offenbart. Während Patienten aufgrund der Abstandsregeln in Schlangen vor der Praxistür standen, rollten um sie herum die Krankenwagen. „Diesen Betrieb werden wir somit nun entzerren.“ Künftig befindet sich der Eingangsbereich der Radiologie einige Meter weiter versetzt im ehemaligen Archiv der Praxis und kollidiert damit nicht mehr mit Notfällen des Krankenhauses.

Hospital kooperiert eng mit Gemeinschaftspraxis

Im August/September soll dann das neue CT einziehen, eine Anschaffung des Hospitals, das mit der Gemeinschaftspraxis eng kooperiert. Profiteur ist nicht zuletzt das Adipositas-Zentrum Nord-West als Schwerpunkteinrichtung des Marien-Stifts: Durch die Investition in Höhe von rund 500.000 Euro können Computertomografien mit verlässlichen Werten auch bei Menschen mit einem Gewicht von bis zu 320 Kilo vorgenommen werden.

Im Gegensatz zur bisherigen Anlage, die in die Jahre gekommen ist, garantiert der sogenannte „64-Zeiler“, ausgestattet mit einem großen Durchlass, eine hohe Detailauflösung sowie kürzere Untersuchungszeiten bei einer deutlich geringeren Strahlenlast. „Bundesweit einzigartig“, sagt Wessels mit Blick auf die Doppelfunktion. Finanziert wurde das Gerät unter anderem mit Fördermitteln des Gesundheitsministeriums.

Der Einbau ist mit weiteren Sanierungsarbeiten verbunden, da Fußböden erneuert und Kabelschächte verlegt werden müssen. „Eine hoch komplexe Maßnahme“, betonte der Geschäftsführer und kündigt für diesen Zeitraum eine rund dreiwöchige Schließung der Praxis an.

Schwimmbadtechnik ausgebaut und verkauft

Keine Wiedereröffnung wird es dagegen für das Bewegungsbad im Krankenhaus geben. Wie berichtet, hat dort jahrzehntelang die Warmwassergymnastik der Friesoyther Rheumaliga stattgefunden, deren Mitglieder in einem neuen Therapiebad am Aquaferrum eine Heimat finden sollen. Das Hospital hat nun seine Technik lahmgelegt „und damit ist das Bad nun für immer Geschichte“, so Wessels. Verwendung findet die Technik im Barßeler Bewegungsbad des Caritas-Vereins im Gesundheitszentrum.

In Friesoythe wird die Fläche im Untergeschoss nun genutzt, um die Hauptstromverteilung als „pumpendes Herz“ umfangreich zu sanieren. Eine Vorabmaßnahme für den groß angelegten Neubau des Hospitals, der mit Baukosten in Höhe von rund 36 Millionen Euro verbunden ist. Kosten für die jetzt anstehenden technischen Instandsetzungen: rund eine Million Euro. Wie der ehemalige Schwimmbad-Bereich genutzt werden soll, ist noch offen. Laut Wessels gibt es dafür aber schon „ein paar gute Ideen“.

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