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Friesoyther Feuerwehr kontrolliert 330 Hydranten auf Funktionstüchtigkeit

Einmal im Jahr sind die Mitglieder unterwegs, um die festen Entnahmestellen zu überprüfen und bei Bedarf instand zu setzen. Fast alle sind unterirdisch installiert.

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Koordinierte den Hydranten-Einsatz: Ludger Günter, stellvertretender Zugführer der Feuerwehr Friesoythe. Foto: Claudia Wimberg

Koordinierte den Hydranten-Einsatz: Ludger Günter, stellvertretender Zugführer der Feuerwehr Friesoythe. Foto: Claudia Wimberg

Mit dem Hydrantenschlüssel öffnet Ludger Günter den gusseisernen Deckel und setzt das Standrohr auf. Danach löst er das Absperrventil, Sekunden später strömt das Wasser druckvoll aus einem der Abgänge. „800 Liter Durchlaufmenge pro Minute“, informiert der stellvertretende Zugführer der Friesoyther Feuerwehr und erläutert das Hinweisschild, das zentimetergenau auch auf den exakten Standort aufmerksam macht.

Der im Boden eingelassene Unterflurhydrant am Friesoyther Krankenhaus ist einer von insgesamt 330 im Stadtgebiet, die nun unter Günters Leitung von 17 seiner Kollegen kontrolliert wurden. Einmal im Jahr nehmen die Kameradinnen und Kameraden die Überprüfung vor. Sie testen die Funktion und spülen das System bei größeren Versandungen durch.

Feste Entnahmestellen sind per Navigation zu finden

Sechs Stunden lang waren die Männer und Frauen mitten in der Stadt sowie den Außenbezirken unterwegs. Im Hydrantenverzeichnis, das größtenteils bereits in digitalisierter Form genutzt werden kann, sind alle festen Entnahmestellen verzeichnet und somit per Navigation leicht zu finden.

Selten zu sehen: ein Überflurhydrant. In Friesoythe steht er direkt am Feuerwehrhaus, an ihm werden die Fahrzeuge aufgetankt. Foto: Claudia WimbergSelten zu sehen: ein Überflurhydrant. In Friesoythe steht er direkt am Feuerwehrhaus, an ihm werden die Fahrzeuge aufgetankt. Foto: Claudia Wimberg

Und wenn es brennt, muss das Wasser daraus sofort fließen. Städte und Gemeinden sind deshalb verpflichtet, eine ausreichende Löschwasserversorgung für ihre Feuerwehren zu gewährleisten.   Können die Kameraden nicht auf Hydranten zurückgreifen, pumpen sie Wasser aus öffentlichen Gewässern, wie in Friesoythe beispielsweise aus der Soeste oder dem Spiel- und Sportteich.

In Bauerschaften, wo Häuser und Höfe zum Teil weitab liegen, kommt bei Bedarf ein sogenannter „Gerätewagen Logistik“ zum Einsatz, dessen B-Schlauch rund 2000 Meter zur nächsten Entnahmestelle ausgefahren werden kann.

Auch frostige Zeiten hat die Feuerwehr im Blick

Dass Hydranten nicht zugeparkt werden, ist wichtig. „Besonders kritisch wäre die Lage natürlich hier am Krankenhaus“, sagt Günter. Sollte die Wasserentnahme durch einen Falschparker im Ernstfall nicht zugänglich sein, „würde das Fahrzeug auch mit Gewalt weggeschoben werden müssen. Da können wir nicht mehr zimperlich sein“.

Auch frostige Zeiten hat die Feuerwehr im Blick: Neuere Hydranten sind bereits mit einer Kunststoffeinfassung versehen, die ein Einfrieren im Winter verhindert. Bei den alten verkleiden die Mitglieder die ovalen Ränder mit einer Folie. Um in Sachen Brandschutz für mehr Sicherheit zu sorgen, verfügen große Unternehmen, wie Leoni oder Gamma-Reifen,  über eigene Brunnen, die die Friesoyther Feuerwehr zweimal im Jahr kontrolliert.

Auf einen Blick: die Kameradinnen und Kameraden, die die Hydranten kontrollierten, mit Stephan Norrenbrock, stellvertretender Ortsbrandmeister (links). Foto: GünterAuf einen Blick: die Kameradinnen und Kameraden, die die Hydranten kontrollierten, mit Stephan Norrenbrock, stellvertretender Ortsbrandmeister (links). Foto: Günter

Ihre jüngste Bestandsaufnahme ist reibungslos verlaufen, alle Leitungssysteme sind funktionstüchtig. Lediglich in der gerade sanierten Innenstadt fehlen noch ein paar Hydrantenschilder. Darauf wird Ludger Günter den Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband (OOWV) als zuständige Behörde aufmerksam machen.

Einen Überflurhydranten, der oberirdisch installiert ist, gibt es in der Stadt übrigens auch. Er steht gut sichtbar direkt am Feuerwehrhaus und „mit ihm tanken wir unsere Fahrzeuge auf“, berichtet Günter. Rund 4000 Liter können beim TLF 16 mit an Bord genommen werden, der LF hat ein Fassungsvermögen von rund 2800 Litern.

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