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Friesoythe: Neue Pläne für Burghotel in der Innenstadt in Sicht

Das katholische Bildungswerk hat im Kulturausschuss einen ersten Einblick in die Pläne mit dem ehemaligen Burghotel in der Friesoyther Innenstadt gegeben. Geplant ist ein "Haus der Begegnung".

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Neue Pläne: Das ehemalige Burghotel soll nach Vorstellungen des katholischen Bildungswerkes Friesoythe ein "Haus der Begegnung" werden. Foto: Stix

Neue Pläne: Das ehemalige Burghotel soll nach Vorstellungen des katholischen Bildungswerkes Friesoythe ein "Haus der Begegnung" werden. Foto: Stix

Das katholische Bildungswerk Friesoythe will im ehemaligen Burghotel ein "Haus der Begegnung" einrichten. Einen ersten groben Überblick über das Projekt gab Geschäftsführerin Nicole Fuhler am Mittwochabend im Ausschuss für Jugend, Sport und Kultur des Friesoyther Stadtrates. Den erhofften "Letter of Intent" zur Unterstützung des Vorhabens wollte der Ausschuss allerdings noch nicht in Auftrag geben.

Laut Fuhler will das Bildungswerk das frühere Hotel in ein klimaneutrales, energieeffizientes, familienfreundliches und barrierefreies Haus der Bildung und Begegnung umwandeln. Die Idee dahinter ist, Räume in dem mitten in der Friesoyther Innenstadt gelegenen Gebäude dann Vereinen und Gruppen für ihre Arbeit oder für Treffen zur Verfügung zu stellen.

„Wir wollen keine finanzielle Unterstützung der Stadt Friesoythe in Anspruch nehmen.“Nicola Fuhler, Geschäftsführerin Bildungswerk

Die Finanzierung des Vorhabens soll zu knapp 50 Prozent aus Fördermitteln erfolgen. Ein Zuschuss der landeseigenen N-Bank über 12 Prozent der Kosten liegt dem Bildungswerk bereits vor, so Fuhler bei ihrer Kurzvorstellung im Ausschuss. Weitere 35 Prozent sollen aus dem ZILE-Programm des Landes Niedersachsen (Zuwendungen zur integrierten ländlichen Entwicklung) kommen. Den Rest will das Bildungswerk selbst tragen. "Wir wollen keine finanzielle Unterstützung der Stadt Friesoythe in Anspruch nehmen", betonte Fuhler.

Um die ZILE-Mittel beantragen zu können, benötigt das Bildungswerk ein Schreiben der Stadt Friesoythe, in dem die Unterstützung des Projektes zugesagt wird. Den Entwurf eines solchen Schreibens hatte das Bildungswerk am 10. September bei der Stadt vorgelegt, verbunden mit dem Hinweis, dass der ZILE-Antrag am 14. September beim Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) vorliegen müsse.

Stadt sieht vor Unterstützungszusage erheblichen Klärungsbedarf

"Das konnte die Verwaltung nicht alleine entscheiden", betont die erste Stadträtin Heidrun Hamjediers. Das Burghotel sei im Zusammenhang mit der Innenstadtsanierung als stadtbildprägendes Gebäude erfasst. Wenn die Stadt sich mit einem "Letter of Intent" zur Unterstützung des Vorhabens verpflichte, müsse sie vorab klären, ob dies Auswirkungen auf die Innenstadtsanierung und auf die dafür zugesagten Förderungen habe. Zudem dürfen Projekte, die aus ZILE gefördert werden, nicht mit anderen Maßnahmen kollidieren. "All das müssen wir vor der Unterzeichnung eines 'Letter of Intent' klären, und das geht nicht innerhalb von vier Tagen", so Hamjediers. Zudem sei die Stadtverwaltung der Ansicht, dass gerade bei einem stadtbildprägenden Gebäude die politischen Gremien mit dem Thema befasst werden müssen. 

Gleichzeitig übte die Verwaltung Kritik an der Kommunikation des Bildungswerkes. "Der Rat muss eine Gesamtbetrachtung vornehmen können, und wenn wir von Anfang involviert gewesen wären, hätten wir das alles klären können", befand Bürgermeister Sven Stratmann. "Die verlorene Zeit können wir jetzt nicht mehr aufholen."

Fraktionen drängen auf schnelle Klärung

Für die Fraktion SPD/Bündnis90/Die Grünen begrüßte die Fraktionsvorsitzende Renate Geuter das Bemühen des Bildungswerkes um Fördermittel. Es sei allerdings auch wichtig, dass die Stadt mögliche Fallstricke beachte und Maßnahmen bis zum Ende denke. "Unser dringender Wunsch ist es aber, die offenen Fragen zeitnah mit dem ArL zu klären", gab sie der Verwaltung mit auf den Weg. Dem schloss sich auch Marlies Preuth für die CDU/FDP-Fraktion an. "Wir bitten darum, die Kuh schnell vom Eis zu bekommen", sagte sie.

Das katholische Bildungswerk hatte das Burghotel vor etwa zwei Jahren gekauft, um es für eigene Zwecke zu nutzen. Bislang war unklar, wie genau diese Nutzung aussehen soll. Auch das Schicksal der inzwischen geschlossenen Burgschänke war lange ungewiss. Jetzt sieht es so aus, als habe das Bildungswerk ein Nutzungskonzept gefunden.

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