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Friedenslieder erklingen in der Vechtaer Innenstadt

Musikalische Botschaften begleiten das Straßenfest zugunsten der Ukraine-Hilfe. Was die Akteure und Besucher verbindet, ist eine große Solidarität.

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Musik zum Mitmachen: Kinderliedermacher Heiner Rusche sorgte für Stimmung auf der Kneipenmeile. Mit Blick auf den Ukraine-Krieg stimmte der Hemsloher zwischendurch aber auch ernste Töne an.   Foto: Speckmann

Musik zum Mitmachen: Kinderliedermacher Heiner Rusche sorgte für Stimmung auf der Kneipenmeile. Mit Blick auf den Ukraine-Krieg stimmte der Hemsloher zwischendurch aber auch ernste Töne an.   Foto: Speckmann

Wenn Heiner Rusche zu Mikrofon und Gitarre greift, dann öffnen sich die Herzen. Der Kinderliedermacher weiß, wie er das junge Publikum mitnehmen kann. Die gute Laune ist Programm. Doch bei seinem Auftritt am Freitagnachmittag auf der Großen Straße in Vechta verfinstert sich die Miene des Musikers für einen Augenblick. Er stimmt einen alten Song an, den er eigentlich nie wieder spielen wollte. Der Titel: „Kinder wollen Frieden.“

Es ist schon etliche Jahre her, als Heiner Rusche gemeinsam mit seiner Tochter Sarah und einem Kinderchor das Lied aufgenommen hat, um ein Zeichen gegen den damaligen Golfkrieg zu setzen. Mit Blick auf das aktuelle Geschehen in der Ukraine stellte der Musiker aus dem kleinen Hemsloh im Nachbarkreis Diepholz fest: „Mir ist zum Weinen zumute, dass dieser Song heute schon wieder so aktuell ist.“

In seine Werbung für den Frieden stimmten auch andere Künstler ein, etwa der Vechtaer Liedermacher Florian Voigt alias Floeffect: „Hört auf, geht einfach heim. Stellt doch das Schießen ein!“, lautet eine Zeile seines aktuellen Songs. Die musikalischen Botschaften von der Bühne bildeten einen passenden Rahmen für das spontan organisierte Straßenfest, das ganz im Zeichen der Ukraine-Hilfe stand.

Spiel und Spaß für einen guten Zweck: Auch der junge Theo bewies seine Treffsicherheit an der Torwand.   Foto: SpeckmannSpiel und Spaß für einen guten Zweck: Auch der junge Theo bewies seine Treffsicherheit an der Torwand.   Foto: Speckmann

Schon an den Eingängen konnten die Besucher ihre Solidarität bekunden und sich mit einer Spende erkenntlich zeigen. Vier Euro kosteten die Armbändchen in den Nationalfarben der Ukraine. Die Einnahmen flossen in den großen Spendentopf. Hier sammelten sich auch die Erlöse aus den übrigen Aktionen der mehr als 20 Standbetreiber, darunter Gastronomen, Geschäfte, Parteien und sonstige Organisationen.

Kneipeninhaber geben Anstoß für die Aktion

„In dem Projekt steckt eine ganz große Solidarität. Es ist eine gemeinsame Sache, bei dem sich alle gegenseitig helfen “, stellte Sebastian Ramnitz anerkennend fest. Er brachte sich als Vorsitzender des Vereins „ContRa“ in die Organisation ein und unterstützte damit die Lokalinhaber von Kombinat, Banane und Deivs, die den Anstoß zu der Aktion auf der abgesperrten Kneipenmeile gegeben hatten.

Wenn es keine personellen Probleme bei der Standbetreuung geben würde, hätten es sogar noch mehr Akteure sein können, meinte Ramnitz. Aber auch so konnte sich die Gemeinschaft sehen lassen. „Es ist eine tolle Sache, die einfach in dieser Zeit gebraucht wird. Wenn man jemand unterstützen kann, sollte man es auch tun“, meinte Anthea Anhuth, die mit ihrem Partner Alexander Scheele über die Meile bummelte.

Mehrere Stände lockten mit Stärkungen in fester und flüssiger Form. Wer bei den Sozialdemokraten die frisch gebackenen Waffeln mit Sahne und Streusel kostete, konnte die Kalorien beim Wettnageln der Linken gleich wieder abbauen. Unterdessen lud das Tattoo- und Piercing-Studio Bang zum Glücksrad ein. Als Gewinne lockten etliche Einkaufsgutscheine, die von heimischen Geschäftsleuten gesponsert wurden.

"Wir hören vermehrt von Hass gegen Russlanddeutsche. Das ist sehr schlimm.“Julian Hülsemann, Projektkoordinator der Initiative „Partnerschaft für Demokratie“

Die Initiative „Partnerschaft für Demokratie“ nutzte die Gelegenheit, um für Freiheit und Frieden zu werben und dabei auch ein Stück weit Aufklärungsarbeit zu leisten. „Wir hören vermehrt von Hass gegen Russlanddeutsche. Das ist sehr schlimm“, bedauerte Projektkoordinator Julian Hülsemann. Er gab zu bedenken, dass der Krieg gegen die Ukraine nicht vom russischen Volk, sondern von Machthaber Wladimir Putin geführt werde.

Um den betroffenen Menschen aus der Ukraine zu helfen, soll der Erlös des Straßenfestes je zur Hälfte an das Kinderhilfswerk Unicef und die „Aktion Deutschland Hilft“ gespendet werden. Wie hoch die Summe ist, muss der Kassensturz zeigen. Auszahlen dürfte sich auch der Auftritt von mehreren Bands im Gulfhaus. Dort sollte am Freitagabend beim Benefizkonzert weiter abgerockt werden.

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