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Freundeskreis Wakkerstroom spendet in zehn Jahren fast 600.000 Euro

60 Paten, zumeist Kaufleute und Unternehmer aus dem Alten Amt Löningen, gehören dem Verein an. Er fördert in Südafrika Bildungsprojekte für Kinder aus ärmsten Verhältnissen.

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Seit fünf Jahren unterstützt der Freundeskreis Wakkerstroom mit seinen fast 60 Paten eine von ihm gegründete Vorschule in 7de Laan, einem der größten Townships Kapstadts. Fotos: Wakkerstroom

Seit fünf Jahren unterstützt der Freundeskreis Wakkerstroom mit seinen fast 60 Paten eine von ihm gegründete Vorschule in 7de Laan, einem der größten Townships Kapstadts. Fotos: Wakkerstroom

 „Wir sind sehr zufrieden mit den Ergebnissen unserer bisherigen Arbeit“: Eine positive Bilanz zieht der Vorsitzende des Freundeskreis Wakkerstroom, Albert Schott aus Lindern. Den Verein hatte vor zehn Jahren eine Gruppe von Kaufleuten und Unternehmern vornehmlich aus dem Alten Amt Löningen gegründet. Er macht sich für Bildungsprojekte in Südafrika stark.

Das Team, das inzwischen aus fast 60 Paten und Mitgliedern besteht, hat unter der Leitung von Schott, Stellvertreter Dr. Clemens Schwerdtfeger, der für die Finanzen verantwortlichen Gründungsmitinitiatorin Aloisia Stegemann aus Löningen und Schriftführer Albert Blunck aus Oldenburg fast 600.000 Euro als Spenden für fünf Projekte aufbringen können. Das teilt die Gruppe mit.

Die Vorgeschichte: Mehrere der heute Aktiven hatten ab 1990 durch etliche Aufenthalte das Land am Kap als Touristen kennengelernt. Sie  waren durch Kontakte zum Missionar, Sozialarbeiter und Projektmanager Marco Spalke aus Cloppenburg auch auf die Probleme in den Townships und den Farmarbeiter-Siedlungen aufmerksam geworden. Die Armut prägt dort den Alltag. Vor allem die Kinder leiden. Bildungsangebote fehlen.

Der Wunsch entstand, zu helfen. „Die Frage: 'Warum Südafrika, ein Land, das 10.000 Kilometer entfernt ist?', sie war und ist für uns klar zu beantworten“, erläutern Schott und Stegemann. „Zum einen waren und sind wir überzeugt, dass dort Hilfe notwendig ist und dort der richtige Platz für ein eigenes Hilfsprojekt ist.“  Zum anderen zeige sich immer wieder, dass man dort mit Geld viel verbessern könne, betont das Gründungsduo.

Initiative unterstützt Kinder aus armen Verhältnissen

Dabei sei von Anfang an klar gewesen, dass mit dem Geld nur Kinder und Jugendliche aus armen und unterprivilegierten Familien unterstützt werden. Es werde umgekehrt kein Geld für die Verwaltung oder sonstige Kosten ausgegeben, sagt Stegemann. Ziel sei es, mit der Unterstützung der örtlichen Partner im Teamwork zu helfen.

So freuen sich die Aktiven nun, dass sie mit Johann Els, dem bald in Rente gehenden Schulleiter der Highschool in Bonnievale, einen Partner gefunden haben, der das Engagement vor Ort weiter begleiten und betreuen wolle, heißt es.

Elternanteil und Schuluniformen weden bezahlt

Das Projekt selbst sei auf Langfristigkeit angelegt. 25 begabten Mädchen und Jungen  – alle sind Kinder von Farmarbeitern – werde jährlich die Chance gegeben, an der Robertson High School und in Bonnievale ihren Abschluss zu machen. Dazu bezahlt die Initiative nach eigenen Angaben das Elterngeld, wenn nötig die Internatskosten und die Schuluniformen. All das also, was sich arme Familien nicht leisten könnten. 

Starthelfer und Ratgeber: Albert Schott (links), der Vorsitzende der Initiative, mit dem Missionar und Projektmanager Marco Spalke.Starthelfer und Ratgeber: Albert Schott (links), der Vorsitzende der Initiative, mit dem Missionar und Projektmanager Marco Spalke.

Sicherheit und Zukunft geben die Wakkerstroom-Aktiven auch den Jüngeren. Sie zahlen drei Lehrergehälter für einen Kindergarten und ein Vorschul-Projekt, das Missionar Marco Spalke vor einigen Jahren im riesigen Township 7de Laan  in Kapstadt für 50 Kinder aus allerärmsten Verhältnissen gestartet hat.

Handwerkliche Ausbildung weitere Fördersäule

Auf Drängen des Mitbegründers Gerd-Dieter Sieverding aus Löningen unterstützt der Freundeskreis zusätzlich die handwerkliche Ausbildung. Bis zu 50 Prozent Jugendarbeitslosigkeit seien vor Ort zu beklagen; viele Probleme seien die Folge. 

Der Grundstock für diesen Zweig konnte übrigens vor einigen Jahren aus einem Teilerlös der Weihnachtsaktion der Münsterländischen Tageszeitung gelegt werden: Ein fast kompletter Tischlerei-Maschinenpark, Werkbänke, Schweißgeräte, Handwerkszeug und weiteres Equipment wurden per Container nach Südafrika verschifft.
Zu finden ist alles nun in der Berufsschule Jakes Gerwel Technical High. Mehr als 1000 Schüler können unterrichtet werden.

Die Wakkerstroom-Aktiven unterstützen die Berufsschule als regionales Bildungsprojekt unter anderem, in dem sie die Holzbearbeitungs- und Schweißmaschinen  als Starthilfe gespendet haben. Unbürokratische Hilfe haben die Kaufleute ebenfalls geleistet, als die in Südafrika besonders heftig wütende Corona-Pandemie eine unerwartete Finanzlücke gerissen hat. So konnten mit rund 30.000 Euro zusätzlichem Geld die Projekte weiterbetrieben werden.  

  • Info: Mehr über die Arbeit des Freundeskreises findet sich hier.

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