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"Frei sein": Friesoyther wollen sich nicht zertreten lassen

Das von Michaela Rumpke gestaltete Werk in der Moorstraße motiviert zum Mitmachen. Sie ist eine von neun Künstlern, die beim "Heimat Shoppen" zurzeit in den Straßen der Innenstadt ausstellen.

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Lassen sich nicht zertreten: Angelina, Sarah und Martje (von links) am Kunstwerk von Michaela Rumpke. Foto: Wimberg

Lassen sich nicht zertreten: Angelina, Sarah und Martje (von links) am Kunstwerk von Michaela Rumpke. Foto: Wimberg

Angelina, Sarah und Martje stemmen sich gegen die schwarze Sohle des roten Sneakers. Mit 6 Händen halten die 3 den riesigen Fuß direkt über ihnen auf, der gerade ein Loch durch eine Mauer getreten und es nun scheinbar auf sie abgesehen hat.

„Lass dich nicht zertreten“, lautet Titel als Aufforderung neben dem überdimensional großen Gemälde an der Friesoyther Moorstraße, das seit Freitag Hingucker und begehrtes Fotomotiv ist. Michaela Rumpke motiviert die Passanten nicht nur zum Betrachten ihres Motivs, sondern auch ganz bewusst dazu, sich damit selbst in Szene zu setzen.

Sie ist eine von 9 Künstlerinnen und Künstlern des Friesoyther Kunstkreises, die sich anlässlich der Aktion „Heimat Shoppen“ des Handels- und Gewerbevereins (HGV) an der Ausstellung in der Innenstadt beteiligen.

Hinter Glas: Neben den Angeboten der Geschäftsleute können die Besucher Malereien und Objekte auf sich wirken lassen. Foto: WimbergHinter Glas: Neben den Angeboten der Geschäftsleute können die Besucher Malereien und Objekte auf sich wirken lassen. Foto: Wimberg

Kunstkreis-Vorsitzende Kerstin Kramer unterstrich, dass die Kreationen zum großen Teil extra für die Veranstaltung der Kaufmannschaft entstanden sind und dankte den Geschäftsleuten, die ihre Schaufenster zur Verfügung gestellt hätten. Ungebunden von Öffnungszeiten seien Malereien und Objekte nun rund um die Uhr für jeden, der sie sehen wollte, sichtbar.

„Frei sein“ das Motto, das die Frauen und Männer, darunter auch die Künstlergruppe des Caritas-Vereins Altenoythe, in verschiedenen Darstellungsformen ganz unterschiedlich interpretierten. Sich aktuell nicht nur aus den Fängen der Corona-Pandemie zu befreien, sei wichtig, betonte Kerstin Kramer bei der offiziellen Eröffnung. Doch es sei grundsätzlich erstrebenswert, "bekannte und eingefahrene Wege zu verlassen, um sich anderen Dingen und Gedanken zu widmen".

IHK will Bewusstsein für den Einzelhandel stärken

Freiheit sei der Kunst bereits von Natur aus zu eigen, erklärte die Friesoytherin und  forderte die Bürger dazu auf: „Stellen Sie sich vor ein Werk, neigen Sie den Kopf und lassen Sie ihre Gedanken schweifen.“ Ihre nachdrücklich formulierte Botschaft an die Politik: „Es ist unser aller Aufgabe, die Stadt mit Leben, mit Kunst und Kultur zu füllen.“ Es brauche Menschen, die mit Musik, Poesie, Malerei und anderen Darbietungsformen „unseren Gedanken Freiräume geben und Platz für neue Impulse schaffen.“

Ein „pulsierendes Herz“ in Form von Stadt- und Ortszentren als Wirtschafts- und Erlebnisräume wünschte sich Lars Litzkow als Vertreter der Oldenburger Industrie- und Handelskammer, die die Aktion „Heimat Shoppen“ vor 5 Jahren ins Leben gerufen hatte.

Die Situation des Einzelhandels sei vielfach keine leichte, doch die Kaufleute müssten die Zeichen der Zeit erkennen und auch online aktiv werden. Zwar bräuchte nicht jeder einen eigenen Online-Shop, aber digitale Medien als Werbeplattform zu nutzen, sei ratsam und unumgänglich. Mit dem „Heimat Shoppen“ wolle die IHK das Bewusstsein für den stationären Einzelhandel stärken. Friesoythe hob er als beispielhaft hervor. Mit Auftaktveranstaltung und neun weiteren Tagen, die in einen verkaufsoffenen Sonntag münden, „ist das hier mehr als eine kleine Aktion“.


Künstler und Geschäfte:

  • Christa Anneken – Möbel Meyer
  • Steffi de Buhr – C.A. Stuke
  • Elisabeth Nasse – Schepers
  • Christian Lindemann – Street One & Cecil
  • Gerd Binder – Brautmoden Outlet Hanneken
  • Kerstin Kramer – Thien
  • Gerhard Stock – PhoneHouse
  • Michaela Rumpke – neben "Männersache."
  • Künstlergruppe des Caritas-Vereins Altenoythe – "Tatort"

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