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Französisches Flair kommt in die Kreisstadt

Gäste aus der Partnerstadt Bernay weilten für 3 Tage in Cloppenburg. Bürgermeister Neidhard Varnhorn würdigte die Freundschaft zwischen den beiden Städten.

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Herzliches Wiedersehen in Cloppenburg: Yvonne Denis (Mitte) mit ihren deutschen Freundinnen Barbara Behnes (rechts) und Christiane Hagemann. Foto: Kessens

Herzliches Wiedersehen in Cloppenburg: Yvonne Denis (Mitte) mit ihren deutschen Freundinnen Barbara Behnes (rechts) und Christiane Hagemann. Foto: Kessens

„Ich bin eine Cloppenburgerin“, sagte spontan die fast 95-jährige Yvonne Denis, auf die Frage nach ein paar deutschen Wörtern. Sie und 31 weitere Französinnen und Franzosen aus der Partnerstadt Bernay weilten für 3 Tage in der Kreisstadt. Von Anfang an war die rüstige Dame regelmäßig bei den Austauschbesuchen dabei, hat im Partnerschaftskomitee in Bernay als Vizepräsidentin mitgewirkt und in der Ehrenpräsidentin Barbara Behnes und der ehemaligen Geschäftsführerin Christiane Hagemann Freundinnen gefunden.

„Es stört mich, wenn Leute mich nach meinem Alter fragen, und wenn ich es erlaube, sage ich, habe ich vergessen“, stellt sie von vornherein klar. Ihr missfällt die Trennung der Generationen, der Kontakt von Mensch zu Mensch sei ihr wichtig und auch dem Altersrespekt könne sie nichts Positives abgewinnen.

Zu Beginn der Partnerschaft 1989 habe sie sich überlegt, ob sie Ja oder Nein zum Austausch mit Cloppenburg sagt. Vorurteile prägten ihr Bild von Deutschland, die Narben des Krieges waren noch deutlich zu spüren, denn drei Brüder kämpften im Krieg gegen Deutschland. Ihr Mann war Besatzungssoldat in Deutschland, der aber schließlich den Schlussstrich zog und sagte: „Wir packen es an.“

Empfang: Der Vorsitzende des Partnerschaftskomitees, Dr. Günther Klaushenke (von links), sein Pendant in Bernay, Annick Bruneaux, Bürgermeister Neidhard Varnhorn und Dolmetscherin Gisela Kläne.  Foto: KessensEmpfang: Der Vorsitzende des Partnerschaftskomitees, Dr. Günther Klaushenke (von links), sein Pendant in Bernay, Annick Bruneaux, Bürgermeister Neidhard Varnhorn und Dolmetscherin Gisela Kläne.  Foto: Kessens

Die Einstellung zu den Deutschen hat sich seitdem geändert, die negativen Einstellungen und Vorurteile sind abgelegt. Der Besuch und Aufenthalt in den Gastfamilien waren und sind ein wichtiger Beitrag, die Deutschen besser kennenzulernen. „Es war ein Wagnis, das sich gelohnt hat“, sagt Yvonne Denis, die 12 Jahre Bürgermeisterin in einer Nachbarstadt Bernays war. Dem stimmen ihre deutschen Freundinnen zu. „Von Anfang an war klar, dass wir in den jeweiligen Familien unterkamen und nicht ein Hotel aufsuchten“, erklärten sie dazu. „Das hat Vertrauen aufgebaut.“ Vielleicht habe ja auch bei der ersten Begegnung in Cloppenburg im Jahr 1990 der gute deutsche Tänzer seinen Beitrag dazu geleistet, erinnert sie sich mit einem Lächeln im Gesicht. Yvonne Denis wünscht sich bei ihrem nächsten Besuch einen persönlichen Austausch mit Menschen in ihrem Alter.

Freundschaft sorgt laut Varnhorn für gegenseitiges Verstehen

Am ersten Besuchstag begrüßte Bürgermeister Neidhard Varnhorn die Gäste aus Bernay bei einem Frühstück im Traditionshaus Taphorn und sprach von einer „wunderbaren, langen Freundschaft“, die auch während der Corona-Pandemie durch Briefe und Online-Kontakt weiter vertieft wurde. Französisches Flair mache sich hin und wieder in der Stadt breit, wenn das Partnerschaftskomitee zum französischen Kochabend, zum französischen Film oder zu französischen Chansons einlädt, sagte der Bürgermeister, der erstmals in seiner Funktion die Gäste begrüßte. „Der Fokus liegt auf der Begegnung der Bürgerinnen und Bürger, sie trägt zum gegenseitigen Verstehen bei“, sagte Varnhorn.

Ein festlicher Abend im Museumsdorf rundete den Besuchstag ab. Eine Erkundung der Insel Langeoog stand am 2. Besuchstag auf dem Programm, bevor die Gäste am Sonntag die etwa 12-stündige Rückreise antraten.

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