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Fotografin kämpft sich durch die Krise

Die Fotografin Carmen Elfert berichtet von einschneidenden Entscheidungen während der Pandemie und von fehlenden schönen Momenten. Die Garrelerin will aber nicht aufgeben.

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Bitte recht freundlich!: Fotografin Carmen Elfert hat ihre Zuversicht nicht verloren. Foto: Schrimper

Bitte recht freundlich!: Fotografin Carmen Elfert hat ihre Zuversicht nicht verloren. Foto: Schrimper

Die schönen Momente im Leben für die Ewigkeit festhalten – das ist das Metier von Carmen Elfert. Bei Hochzeiten, Jubiläen, Kommunionsfeiern und zu anderen Anlässen zückt die Garrelerin ihre Kamera. Seit acht Jahren arbeitet Elfert in dem Beruf und betreibt ein Fotostudio in Garrel. Doch das vergangene Jahr hat der 32-Jährigen einiges abverlangt. Denn: Schöne Momente waren selten.

Festliche Gelegenheiten, die fotografisch dokumentiert werden sollen, wurden pandemiebedingt auf unbestimmte Zeit verschoben oder fielen gleich ganz aus. Und wenn es dann doch eine standesamtliche Trauung gab, sei wegen der Personenbegrenzung oft auf eine Fotografin verzichtet worden, berichtet Elfert. Auch Fototermine an Schulen und Kindergärten fielen weitgehend aus. „Ich denke, dass das alles für mich auch 2021 komplett flachfällt“, sagt die Garrelerin. „Das wird sich noch so hinziehen.“ Dabei seien die großen Termine wie Hochzeiten ihr Hauptgeschäft. Laufkundschaft in ihrem Fotostudio gebe es nicht so viel.

Zurück zu Eltern gezogen

Um finanziell durch die Krise zu kommen, hat Elfert einige einschneidende Entscheidungen getroffen: Ihre Wohnung hat die 32-Jährige gekündigt und ist wieder bei ihren Eltern eingezogen. Die Altersvorsorge liegt aktuell auf Eis. Auch ihre Internetseite hat sie gekündigt, um Kosten zu sparen. Als sie ihre Wohnung verließ, sei sie zunächst ins Zweifeln gekommen und habe diesen Schritt für „übertrieben“ gehalten, so Elfert. Doch spätestens mit dem zweiten Lockdown habe sich diese Entscheidung als richtig erwiesen. „Sonst wäre ich schon weg und hätte den Schlüssel umdrehen müssen“, bilanziert sie. Die Coronahilfen reichten leidglich aus, um die Fixkosten zu decken. „Aber irgendwie muss man noch leben.“

Einen Kredit aufzunehmen sei für sie keine Option gewesen, zumal sie derzeit im achten Jahr einen auf zehn Jahre angelegten Kredit abbezahle. „Da hat man dann nicht gerade Lust, eine neuen Kredit aufzunehmen“, sagt Elfert. Wenn sie geahnt hätte, dass die Coronakrise und die einhergehenden Restriktionen des öffentlichen Lebens so lange anhalten würden, hätte sie sich wohl einen anderen Job gesucht, betont Carmen Elfert. „Vielleicht hätte ich ein Studium angefangen.“ Aber eigentlich wisse sie, dass ihr Fotostudio gut laufe. Darum sei weiter Durchhalten angesagt.

Passbilder sind aktuell gefragt

Nachdem im Januar und Februar „gar nichts“ los gewesen sei, seien nun Passbilder wieder gefragt, berichtet die Fotografin. Hintergrund: Bei Impfterminen müssten gültige Personalausweise vorgelegt werden und dafür wollten die Menschen aktuelle Fotos haben. Ansonsten dürfe sie nur Menschen aus einem Haushalt zusammen ablichten.

Den aktuellen Leerlauf hat Elfert genutzt, um ihr Studio zu streichen und umzuräumen. Sie hoffe, dass es für sie im Sommer weitergeht. Zumal sich dann wieder Fotoshootings im Freien anböten. Einige Hochzeiten stünden zudem noch in ihrem Kalender. „Ich merke, dass es wieder mehr wird“, zeigt sich die Garrelerin zuversichtlich. „So langsam sind meine Reserven auch weg. Es kann ja nicht ewig so weitergehen.“

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