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Forschungen zu Missionarinnen der Region werden ausgeweitet

Schon länger wird am Kulturanthropologischen Institut Oldenburger Münsterland zu dem Thema recherchiert. Lucia Sunder-Plassmann setzt dabei einen neuen Schwerpunkt.

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Der Blick von Lucia Sunder-Plassmann aus dem historischen Kassenhaus des Museumsdorfes führt nicht nur auf einen Parkplatz, sondern richtet sich auch auf die Kultur des Oldenburger Münsterlandes. Foto: Dickerhoff

Der Blick von Lucia Sunder-Plassmann aus dem historischen Kassenhaus des Museumsdorfes führt nicht nur auf einen Parkplatz, sondern richtet sich auch auf die Kultur des Oldenburger Münsterlandes. Foto: Dickerhoff

"Ich wollte schon immer in die weite Welt", erklärt Lucia Sunder-Plassmann. Daher hat sie sich auch für das Studium der Ethnologie in Leipzig und im Master in Berlin entschieden. Etwas mit Sprachen wollte sie machen, viel sehen und andere Kulturen erleben. Diesen Entschluss habe sie während ihres Auslandsjahres in Peru getroffen. Einen konkreten Berufswunsch gab es da noch nicht: "Forschung konnte ich mir gut vorstellen, Lehre eher nicht". 

Die Forschung ist es jetzt geworden, die "weite Welt" aktuell nicht ganz.  Am Kulturanthropologischen Institut Oldenburger Münsterland, das 2018 als An-Institut der Universität Vechta gegründet wurde und von  den Landkreisen Cloppenburg und Vechta getragen wird, absolviert die gebürtige Münsteranerin ihr wissenschaftliches Volontariat. Hier, im historischen "Kassenhaus" des Museumsdorfes, unterstützt sie Professorin Dr. Christine Aka bei ihrem Projekt zu Missionarinnen aus dem Oldenburger Münsterland. 

Sunder-Plassmanns Forschungsschwerpunkt liegt aber nicht direkt auf den Frauen, die ausgezogen sind, um den Glauben zu verbreiten. Vielmehr geht es bei ihr um eine spezielle Form der finanziellen Unterstützung: Missionsbasare. Also Veranstaltungen, bei denen sogenannte "Missionskreise" selbst hergestellte Waren verkaufen, um die Missionarinnen zu unterstützen. Dazu sammelt die Volontärin in der Region Materialien, spricht mit Organisatoren oder Angehörigen und recherchiert.

Forschung beleuchtet Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Missionsbasare

Das alles "durchaus mit kritischem Blick", erklärt Lucia Sunder-Plassmann, denn das Thema "Mission" ist nicht unumstritten. Es soll um die Vergangenheit und Gegenwart der Basare gehen. Aber auch die Zukunft ist für das Institut interessant. Die Missionskreise waren lange Zeit ein Ort der Kommunikation, mit Handarbeit, Kaffee und Kuchen. "Das ist heute nicht mehr so attraktiv für junge Leute", gibt Sunder-Plassmann zu.

Von der Welt hat sie schon einiges gesehen. Neben ihrem Jahr in Peru war sie während des Studiums auch schon in Zentralasien, Albanien oder Russland. Dass sie jetzt in Cloppenburg gelandet ist, liegt weniger an dem Standort als vielmehr am Institut. Das fand Sunder-Plassmann so interessant, dass sie sich hier beworben hatte. "Die Sehnsucht nach der weiten Welt ist aber noch nicht erfüllt", sagt sie. 

Komplett fremd ist ihr der neue Wohnort nicht, auch wenn sie selbst vor dem Volontariat kaum in Cloppenburg war. Aber ihr Opa kommt aus der Soestestadt, ihr Vater ist hier geboren. Gerade ihre Onkel waren von ihrem Schritt ins Oldenburger Münsterland überrascht, haben sich aber auch gefreut. So wurde ihr auch direkt eine Liste mit alten Kontakten gegeben, bei denen sie sich mal melden solle. Anschlussschwierigkeiten hat sie vor Ort also nicht. "Ich wurde sehr nett aufgenommen. Die Menschen freuen sich, wenn man erzählt, dass man zu ihrer Heimat forscht", sagt Lucia Sunder-Plassmann.

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