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Forderung im Nordkreis: Hundesteuer für Senioren erlassen

Die soziale Idee des neuen Friesoyther Seniorenbeirats stößt auch im Saterland und Barßel auf großes Interesse. Die Beiräte wollen der Altersarmut entgegenwirken.

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Hundesteuer: Geht es nach den Senioren im Nordkreis, sollen ältere, alleinstehende Menschen auf Antrag von der Hundesteuer befreit werden können.  Foto: dpa / Pleul

Hundesteuer: Geht es nach den Senioren im Nordkreis, sollen ältere, alleinstehende Menschen auf Antrag von der Hundesteuer befreit werden können.  Foto: dpa / Pleul

Der neue Friesoyther Seniorenbeirat hat sich zum Auftakt seiner Arbeit zwei Projekte vorgenommen, um seiner Klientel – Menschen über 65 – das Leben zu erleichtern. „Wir könnten uns vorstellen, dass Seniorinnen und Senioren unter bestimmten Umständen bei der Hundesteuer entlastet werden“, sagt Beiratsvorsitzender Heiner Schütte. Wer wie viel Hundesteuer zu zahlen hat, ist in der Friesoyther Hundesteuersatzung in Paragraph 5 geregelt. Eine Befreiung gibt es bisher nur für Diensthunde, für Hunde, die zum Schutz und zur Hilfe hilfloser Personen unentbehrlich sind, sowie für Hunde, die abseits gelegene Gebäude bewachen.

„Wir könnten uns vorstellen, dass auch Menschen im Rentenalter, die allein in ihrem Haushalt leben und den Hund als soziale Stütze benötigen, einen Antrag stellen können“, sagt Schütte. Natürlich seien 36 Euro pro Hund und Jahr keine große Summe, räumt er ein. „Aber oftmals sind es ja Frauen, die nur eine geringe Rente beziehen, die einen Hund haben“, weiß er aus der Diskussion im Seniorenbeirat. „Da sind auch 36 Euro schon viel Geld.“ Der Seniorenbeirat jedenfalls hat einstimmig beschlossen, einen entsprechenden Antrag bei der Stadtverwaltung einzureichen.

Der Vorstoß in Friesoythe stößt auch bei den Seniorenvertretern im Saterland und in Barßel auf Interesse und offene Ohren. Natürlich würde der Seniorenbeirat Saterland es begrüßen, wenn die Hundesteuern für bedürftige Senioren erlassen würden, teilt dessen Vorsitzende Rosa Strohschnieder mit. Klagen über zu hohe Hundesteuern seien ihr zwar bisher nicht zu Ohren gekommen, sagt sie. Aber Altersarmut spiele im Saterland auf jeden Fall eine Rolle. Viele ältere Frauen waren nicht berufstätig und erhielten deshalb nur eine geringe oder gar keine Rente. „Hundesteuern für bedürftige Seniorinnen und Senioren zu erlassen, wäre der erste Schritt“, findet Strohschnieder. Durch steigende Energiekosten und Lebensmittelpreise werde die Altersarmut ohnehin verschärft.

Steuererlass wäre nur ein erster Schritt

Auch der Barßeler Seniorenbeirat würde eine Aussetzung der Hundesteuer für Seniorinnen und Senioren mit sehr niedrigen Renten begrüßen. Das teilte dessen Vorsitzende Renate Hagel mit. Das wäre „ein kleiner Anteil, der dazu beitragen würde, Rentnern, die über ein niedriges Grundeinkommen verfügen, zu helfen“, so Hagel. Gerade der Besitz eines Hundes trage dazu bei, im Alter nicht zu vereinsamen, findet die Barßelerin. Sie verweist darauf, dass es Altersarmut im gesamten Landkreis Cloppenburg gebe, anteilsmäßig auch in der Gemeinde Barßel.

Doch alleine durch Erlassen der Hundesteuer werde man Rentnern an der Armutsgrenze nicht helfen können, gibt Hagel zu bedenken. Sie hält niedrigere Preise für den Öffentlichen Nahverkehr für wirkungsvoller und fordert "noch mehr Aufklärung darüber, was Rentner, die an der Armutsgrenze leben müssen, gesetzlich an Unterstützung zusteht".

In der Gemeinde Barßel zahlt man für den ersten Hund 40 Euro Steuern, für einen zweiten 90 und für jeden weiteren 120 Euro. Steuerermäßigungen und -befreiungen für Blindenhunde und Hunde aus dem Tierheim müssen schriftlich beantragt werden. So sieht es die Hundesteuersatzung der Gemeinde vor, die seit 2015 in Kraft ist.

Im Saterland ist die Haltung der Vierbeiner steuerlich etwas günstiger. Dort werden pro Hund im Jahr 33 Euro fällig, für einen zweiten dann 60 und jeden weiteren 80 Euro. Am 31. März waren im Saterland 1281 Hunde angemeldet, teilt Marina Geid von der Gemeindeverwaltung mit.

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