Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Foodsharing-Projekt soll Lebensmittel vor der Mülltonne retten

Melissa Kulawiak und ihr Partner Marc Hilgendorf haben das Projekt via Facebook ins Leben gerufen. Ihr Ziel: die Menschen im Landkreis Vechta für mehr Nachhaltigkeit begeistern.

Artikel teilen:
Engagieren sich für Nachhaltigkeit: Melissa Kulawiak und Marc Hilgendort. Foto: Stilkenböhmer

Engagieren sich für Nachhaltigkeit: Melissa Kulawiak und Marc Hilgendort. Foto: Stilkenböhmer

"Save and share your food": So heißt das neue Projekt von Melissa Kulawiak und ihrem Partner Marc Hilgendorf. Ihr Ziel ist es, mithilfe einer Facebook-Gruppe die Menschen im Landkreis Vechta für mehr Nachhaltigkeit zu begeistern.

Dabei ist das erarbeitete Konzept einfach aufgebaut. Auf Anfrage tritt man durch die Social-Media-Plattform Facebook bei. "Wir nehmen jeden an, der hier in der Region lebt", erklärt Melissa Kulawiak. Nachdem die Vernetzung erfolgt ist, können Teilnehmer Angebote von Lebensmitteln hochladen, die sie selbst nicht mehr verwenden. "Zu viel zu essen? Dann ab ins Netz, statt in die Tonne!", heißt das Motto der Facebook-Gruppe, die seit Anfang Januar besteht.

Inzwischen fast 600 Personen in Facebook-Gruppe

Inzwischen sind knapp 600 Bürger beigetreten und es findet ein belebter Austausch statt. Melissa Kulawiak füllt damit eine Nische im Landkreis, da sich das Projekt auf Privathaushalte und deren Konsum konzentriert. Der Nachhaltigkeitsgedanke steht unter Einhaltung von grundlegenden Hygieneregeln immer im Vordergrund. Das kann zum Beispiel ein Mittagessen betreffen, bei dem zu viel gekocht worden ist. Anstatt das übrig Gebliebene zu entsorgen, kann ein Angebot in der Gruppe geschaltet werden.

Anfang des Jahres gegründet: Die Teilnehmerzahl der Facebook-Gruppe wächst stetig. Screenshot: KulawiakAnfang des Jahres gegründet: Die Teilnehmerzahl der Facebook-Gruppe wächst stetig. Screenshot: Kulawiak

Die Regeln sind einfach zu verstehen. Erstens: "Lasse Notleidenden den Vortritt!". Hier weist Melissa Kulawiak darauf hin, dass Teilnehmer mit weniger finanziellen Möglichkeiten bei der Annahme von Essensangeboten bevorzugt werden sollten. Zweitens: Sobald eine Übernahme des Angebots stattgefunden hat, wird die Anzeige online gelöscht. Auch weisen die beiden Initiatoren auf vorausgesetzte "gute Küchenhygiene" bei selbst Gekochtem hin. Ein freundlicher Umgang und Schutz der Privatsphäre seien ebenfalls zu beachten.

"Obwohl es hier im Landkreis schon einige Angebote gibt, fehlte mir Transparenz und vor allem die Leichtigkeit des nachhaltigen Lebensmittelkonsums."Melissa Kulawiak, Projekt-Initiatorin

Die Idee, so ein Netzwerk zu schaffen, bringt Melissa Kulawiak aus Oldenburg mit, wo sie zuvor gelebt hat. "Obwohl es hier im Landkreis schon einige Angebote gibt, fehlte mir Transparenz und vor allem die Leichtigkeit des nachhaltigen Lebensmittelkonsums", erklärt sie. Sie und ihr Partner hätten festgestellt, dass der Gedanke bei vielen bereits da sei, aber der erste Schritt gemacht werden musste.

Ein konkretes Ereignis am Heiligabend hat die beiden geprägt. Online hatte ein Haushalt im Landkreis nach Lebensmitteln gefragt. Melissa Kulawiak und Marc Hilgendorf sind dann direkt losgefahren und haben die Anfrage versorgt. Inzwischen gibt es an einem Tag rund fünf bis acht Annoncen. An anderen Tagen herrscht auch mal Funkstille, da die Gruppe sehr jung ist und sich ein Rhythmus gerade einpendelt. "Wir setzen viel auf gegenseitiges Vertrauen und einen lockeren Umgang", fasst Kulawiak zusammen.

Ihr Wunsch ist neben dem Nachhaltigkeitsaspekt auch, dass Leute mit eingeschränkten finanziellen Mitteln in ihrer Gruppe schnell fündig werden können. Sie ist positiv überrascht von der Menge an Teilnehmern, die engagiert mithelfen und von der Idee begeistert sind. Ein Mitglied fasst in der Gruppe zusammen: "So funktioniert Nachhaltigkeit."

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Foodsharing-Projekt soll Lebensmittel vor der Mülltonne retten - OM online