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Flutkatastrophe: Frank Lüllmann behält die Lage online im Blick

Mitten im Einsatzgeschehen: Frank Lüllmann aus Cloppenburg ist Teil des obersten Leitungs- und Koordinierungsstabes beim THW in Bonn. Dort ist der 36-Jährige im Team der Social-Media-Analyse tätig.

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Digitale Lageerkundung: Frank Lüllmannist ist zurzeit beim Leitungs- und Koordinierungsstab in Bonn tätig. Foto: Ramian Fathi

Digitale Lageerkundung: Frank Lüllmannist ist zurzeit beim Leitungs- und Koordinierungsstab in Bonn tätig. Foto: Ramian Fathi

Seit Samstag ist Frank Lüllmann fast rund um die Uhr im Einsatz in Bonn, die meiste Zeit verbringt er im zentralen Lagezentrum der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW). Der Cloppenburger ist dort im Leitungs- und Koordinierungsstab tätig, dieser ist direkt dem Bundesinnenministerium unterstellt.

"Wir sind ein relativ neues Team und für die Social-Media-Analyse zuständig", erklärt der 36-Jährige im Gespräch mit OM online. Lüllmann sucht unter anderem nach Fake-News, die im Internet herumgeistern. "Einige Menschen wollen offenbar Verunsicherung stiften. Warum auch immer", berichtet er. So wurde fälschlicherweise ein gebrochener Damm vermeldet, den es so nicht gab. 

Gleichzeitig sucht er online aber auch nach Hinweisen, die schließlich in die Bewertung der Gesamtlage einfließen. So finde er zum Beispiel Meldungen über Stromausfälle oder Ähnliches. "Wir bringen unsere Erkenntnisse dann in das Gesamtbild mit ein", sagt Lüllmann. Neben zahlreichen großen Besprechungen am Tag stehe er mit seinem Team in ständigem Austausch, auch mit anderen Hilfsorganisationen.

Einsatz über die tägliche Schicht hinaus

Seine tägliche Schicht dauert in der Regel von 7 bis 19 Uhr: "Ich war aber meist länger im Einsatz." Man sei so im Geschehen fokussiert, dass man das Ausmaß der Katastrophe noch nicht wirklich realisiert. "Wir sichten den ganzen Tag Bilder, Videos und die Zerstörung. Das belastet schon, wir sind aber gut geschult und bekommen auch Hilfe an die Hand", erklärt der Cloppenburger. So könne man das Erlebte gut verarbeiten und damit umgehen. 

Lüllmann ist stellvertretender Leiter der digitalen Lageerkundung, die bundesweite Gruppe ist Bestandteil des "Virtual Operations Support Teams" (VOST). Wie das THW dazu mitteilt, sind das Internet und soziale Netzwerke bei Einsätzen als Informations- und Kommunikationsquellen immer bedeutender geworden. 

Im Dauereinsatz (von links): Frank Lüllmann mit Ralf Daniel (stellvertretender Leiter VOST), Gerd Friedsam (THW-Präsident) und Ramian Fathi (Leiter VOST). Foto: privatIm Dauereinsatz (von links): Frank Lüllmann mit Ralf Daniel (stellvertretender Leiter VOST), Gerd Friedsam (THW-Präsident) und Ramian Fathi (Leiter VOST). Foto: privat

Eine weitere Aufgabe ist die Erstellung digitaler Karten, um unter anderem veränderte Straßenverläufe oder zerstörte Infrastruktur darzustellen. Dabei nutzen die Einsatzkräfte hochaufgelöste Satellitenbilder, Luftbilder oder sie greifen auf Erkundungen vor Ort zurück. In Deutschland war das VOST des THW mit seiner Gründung 2017 das erste Team. Die Idee einer digitalen Unterstützungseinheit in dieser Form stammt ursprünglich aus den USA.

Bevor er ins Katastrophengebiet gereist ist, war Lüllmann schon von zu Hause aus für die Berufsfeuerwehr Wuppertal aufgrund der Überflutungen eingesetzt. Der 36-Jährige ist eigentlich Fachinformatiker, die Hilfe vor Ort leistet er komplett ehrenamtlich. "Da muss man auch der Familie und dem Arbeitgeber dankbar sein. Ohne die wäre das nicht möglich", erklärt er. Zwischenzeitlich wurde sein Einsatz verlängert, prompt und unkompliziert gab es zwei weitere freie Tage vom Chef. Bis Sonntag waren weitere THW-Kollegen aus Cloppenburg ebenfalls vor Ort. "Sie sind wieder bereit für neue Einsätze und warten auf weitere Aufträge aus dem Einsatzgebiet. Die Arbeiten werden wohl noch länger andauern", sagt Lüllmann.

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