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Flurbereinigung startet mit dem Wegebau

Das mehrjährige Verfahren soll der Natur ebenso dienen wie der Landwirtschaft. Hunderte Flächenbesitzer sind rund um den Calhorner Mühlenbach beteiligt.

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Planen gemeinsam (von rechts): Gerd Bröring, Holger Brandt (ArL) und Clemens gr. Macke am Calhorner Mühlenbach. Foto: Meyer

Planen gemeinsam (von rechts): Gerd Bröring, Holger Brandt (ArL) und Clemens gr. Macke am Calhorner Mühlenbach. Foto: Meyer

Sie gehört zu den größeren Vorhaben, die das Amt für Regionale Landesentwicklung (ArL) derzeit auf dem Zettel hat. Nach zweijähriger Vorarbeit wird die Flurbereinigung „Calhorner Mühlenbach“ im kommenden Frühjahr sichtbar an Fahrt aufnehmen. Los geht es mit dem Wegebau.

Der Wege- und Gewässerplan sei im November genehmigt worden, berichtete Projektleiter Holger Brandt bei einem Ortstermin in Bevern. Mit dabei waren auch Gerd Bröring und Clemens gr. Macke vom Vorstand der Teilnehmergemeinschaft. Sie saß bei den Fachgesprächen ebenso wie die Gemeinde Essen mit am Tisch. Besondere Schwierigkeiten gab es offenbar keine. „Normalerweise dauern die Vorbereitungen länger“, wusste Brandt. Immerhin umfasst das Plangebiet etwa 2800 Hektar, die sich auf fast 400 Flächenbesitzer verteilen. Keiner von ihnen habe Widerspruch gegen das Verfahren eingelegt, sagte der ArL-Experten und wertet das als positives Zeichen.

Ziel der Flurbereinigung ist die Neuordnung der Ländereien rund um den Calhorner Mühlenbach. Am Ende sollen größere und damit effektiver nutzbare Flächen entstehen, vorhandene Straßen für den landwirtschaftlichen Verkehr ausgebaut und nicht mehr benötigte Wege aufgehoben werden. Um europäische Fördermittel zu erhalten, legten die Planer ihr Augenmerk vor allem auf ökologische Verbesserungen wie das Anlegen von Altarmen und Auen. Die Unterstützung seitens der Landwirtschaft sei ihnen dabei sicher gewesen, betonte Gerd Bröring. Den Bauern sei auch zugesichert worden, dass die bisherigen Landschaftsschutzgebiete nach Abschluss der Flurbereinigung nicht in auflagenstrengere Naturschutzgebiete umgewandelt werden.

Fast acht Kilometer Straße werden ausgebaut

Holger Brandt wird jetzt die Aufträge für den fast acht Kilometer umfassenden Wegebau ausschreiben. Neutrassierungen sind nicht geplant. Teilweise oder ganz saniert werden zunächst die Nordholter Straße sowie die Wege „Zum Mühlenbach“, „Kaiserhof“, „Ünnern Esk“, „Loher Schwarten“ und „Zum Beverdiek“. 1,8 Millionen Euro stehen dafür zur Verfügung. Das gesamte Flurbereinigungsverfahren wird zu drei Vierteln aus öffentlichen Mitteln gefördert. Den Rest bringen die Gemeinde und die Grundstückseigentümer auf. „Die ersten Beitragsbescheide werden im April 2021 versandt“, sagte Brandt. Im Frühjahr will er außerdem zu Anliegerversammlungen einladen.

Brandt kündigte an, dass ArL-Vertreter mit jedem betroffenen Landwirt auch persönlich sprechen werden. Dem Projektleiter ist am größtmöglichen Einvernehmen gelegen. Anders als früher entscheide die Behörde deshalb nicht „von oben herab“, wie die Flächen umgelegt werden. „Am Ende sollen alle Beteiligten sich verbessert haben, das ist zumindest unser Ziel“, verspricht Brandt.

Bis es soweit ist, dürften noch einige Jahre vergehen.  Eine der wichtigsten Aufgaben Brandts und der zuständigen Sachbearbeiter Caren Lauts und Ronald Kaps ist die Wertermittlung. Sie dient als Grundlage für die Gespräche mit den Inhabern, die voraussichtlich im Jahr 2023 geführt werden.

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