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Flugmodus an: Benimmregeln aus

Kolumne: Die Generation Z zeigt's Ihnen – Nackte Füße, drängeln und meckern. In der Luft scheinen einige ihre Umgangsformen zu vergessen.

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Sonne, Strand und Meer – auf den Sommerurlaub musste in den letzten beiden Pandemie-Jahren oft verzichtet werden. Mit dem Wegfallen der Corona-Maßnahmen in den meisten Ländern ist das nun alles wieder möglich. Ein Grund mehr, um sich auf den nächsten Urlaub besonders zu freuen – sollte man meinen. Doch den meisten Menschen scheint es nicht so zu gehen, wie mir.

Als das Gate 1 Stunde vor Abflug noch nicht bereit war, weil Passagiere einer anderen Maschine dort gerade abgefertigt worden sind, war die Urlaubsstimmung bei den meisten wohl bereits im Keller. Wo solle man sich denn jetzt hinsetzen, war die große Frage. Nun, dem Anschein nach bietet der größte Flughafen Deutschlands den meisten Menschen nicht genügend andere Sitzplätze an. Prompt musste ein Schuldiger gefunden werden. Da wurde doch direkt der Mitarbeiter der Airline angemotzt, der gerade die Passagiere für den Flug abfertigte. Obwohl er mit dem offensichtlichen großen Dilemma nichts zu tun hatte, musste er sich so einiges anhören.

Als nach 1 Stunde die Boarding-Durchsage kommt, können es manche augenscheinlich gar nicht abwarten, knapp 8 Stunden im Flugzeug zu sitzen. Kaum ist das Wort "Boarding" gefallen, springen die Ersten auf, um sich ihren fest gebuchten Platz in der Maschine zu sichern. Es wird gedrängelt und geschubst. Warum genau, erschließt sich mir nicht. Vielleicht, um auch dem Koffer in der Handgepäck-Ablage einen guten Platz zu sichern? Es bleibt ein Rätsel.

"Sind das auch die Menschen, die morgens um 6 Uhr bereits ihre Liegen mit Handtüchern reservieren?"Lisa Bernhardt

Kaum im Flugzeug angekommen, denken wohl einige, sie seien in ihrem heimischen Wohnzimmer. Schuhe und Socken adé. Doch wohin nun mit den appetitlichen, nackigen Füßen? Ein ganz beliebter Ort scheint die Armablage des Vordermannes zu sein. Vorsichtig werden die Käse-Füße durch die enge Spalte zwischen den Sitzen geschoben, um so ein paar Zentimeter mehr Beinfreiheit zu haben. Ob der Vordermann erfreut darüber ist, sich die Armlehne mit nackten Füßen zu teilen, wage ich zu bezweifeln.

Auch das Essen scheint wohl nicht zu munden. Obwohl das Schälchen mit Nudeln und Hähnchen leer ist, wird sich bei der Flugbegleiterin beschwert. Das Essen habe "grausam" geschmeckt. Dass Flugzeug-Essen keine Gourmet-Qualität hat, sollte weithin bekannt sein. Wenn man so eines wünscht, wäre es vielleicht besser, anstatt Economy die First-class zu buchen.

Man muss ja als Erstes am Gepäckband stehen

Bei der Landung wiederholt sich erneut das allzeit bekannte Muster: Während die Durchsage erhallt, dass man bis zum Anhalten des Flugzeuges die Sicherheitsgurte anbehalten soll, klappern schon die ersten Gurte. Die Ersten kramen bereits ihre Koffer aus den Ablagen heraus und stellen sich in den Gang. Immerhin muss man ja als Erstes am Gepäckband stehen – auch wenn der Koffer vielleicht als Letztes erscheint.

Die einzige Frage, die sich mir bei dem Ganzen stellt: Sind das auch die Menschen, die morgens um 6 Uhr bereits ihre Liegen mit Handtüchern reservieren? Es bleibt abzuwarten.


Zur Person:

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