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Finanzspritze für zwei Heimatvereine

Die Mitglieder des Bildungs- und Kulturausschusses sind sich einig, dass Geld nach Goldenstedt und Varenesch fließen soll.

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Der Bezug der hinteren Räume des Harmann-Wessel-Hauses durch den Heimatverein Goldenstedt wurde durch einen Wasserschaden ausgebremst. Foto: Ferber

Der Bezug der hinteren Räume des Harmann-Wessel-Hauses durch den Heimatverein Goldenstedt wurde durch einen Wasserschaden ausgebremst. Foto: Ferber

Der Heimatverein Goldenstedt kann mit einer weiteren Finanzspritze rechnen. Die Mitglieder des Bildungs- und Kulturausschusses haben sich in dieser Woche einstimmig dafür ausgesprochen, dass der Verein für die Einrichtung und Ausstattung des Heimatmuseums im sanierten Harmann-Wessel-Haus einen Zuschuss von 20.000 Euro erhält. Im vergangenen November waren bereits 60.000 Euro für das Projekt "Heimathaus Goldenstedt" aus dem "Landesprogramm zur Förderung kleiner Kultureinrichtungen 2020" des niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur bewilligt worden. Der Eigenanteil des Vereins um den Vorsitzenden Martin Sander beträgt 5.000 Euro.

Hochwertiger Antrag hat überzeugt

Sander hatte Anfang des Jahres das Konzept der Neuausrichtung im Fachausschuss vorgestellt. Es sieht sowohl dauerhafte Angebote und Dienstleistungen wie eine Ausstellung der Vereinssammlung, eine Plattdeutsch-Bibliothek- und Leseecke und ein Archiv für Ortsgeschichte vor als auch wechselnde Aktivitäten und Angebote wie Plattdeutsch-Lesestunden, Erzählcafés und Aktionen für Kinder und Jugendliche. Mit Blick auf die fünfthöchste gewährte Fördersumme aus dem Landesprogramm sagte Fachbereichsleiter Steffen Boning: "Da ist ein hochwertiger Antrag abgegeben worden vom Heimatverein, auch bedingt dadurch, dass vorher ein Konzept erarbeitet worden ist mit einer Museumspädagogin. Ich glaube, das hat nachher den Ausschlag gegeben, dass so viele Mittel fließen."

Das "Fließen" an anderer Stelle hätten sich alle Beteiligten indes gern erspart. Denn ein Wasserschaden im Frühjahr infolge eines Starkregens führt immer noch zum Zeitverzug beim Bezug der neuen Räumlichkeiten im hinteren Bereich des Harmann-Wessel-Hauses. Die Verstopfung in einem Regenwasserkanal, an den die Drainage des Gebäudes angeschlossen war, habe aufgrund des hohen Drucks dazu geführt, dass das Wasser zurückgelaufen sei, erklärt Steffen Boning. Daher habe man Wände und Mauerwerk in den vergangenen Monaten trocknen müssen. Mitte Juni rechne er aber damit, dass auch diese Räume bezugsfertig sind, so Boning. Andere Räumlichkeiten seien bereits eingerichtet. Die mit dem Wasserschaden verbundenen Kosten taxiert der Fachbereichsleiter im "vierstelligen Bereich".

Förderprogramm ist auf mehrere Jahre angelegt

Laut Beschlussvorschlag an den Verwaltungsausschuss wird der Zuschuss von 20.000 Euro jeweils zur Hälfte in den Haushalten 2021 und 2022 veranschlagt. "Das Förderprogramm ist auch auf mehrere Jahre angelegt. Die Mittel können nach und nach beim Land abgerufen werden, je nach Fortschritt, sodass nicht alles in einem Jahr ausgegeben werden muss", erklärte Steffen Boning.

Bürgermeister Alfred Kuhlmann (parteilos) lobte generell das rührige Engagement aller Heimatvereine in der Gemeinde. Sie leisteten hervorragende Arbeit. "Es ist wichtig, dass unsere Geschichte aufgearbeitet wird, dass Publikationen herausgegeben und dass Programminhalte zur Verfügung gestellt werden. Heimatvereine erfüllen quasi eine kommunale Aufgabe."

"Wenn du etwas für 85.000 Euro kriegst und 20.000 Euro investieren musst, dann darfst du als Gemeinde nicht nein sagen."Martin Meyer, Ausschussmitglied

Vonseiten der Ausschussmitglieder gab es unisono Zuspruch. Martin Meyer (CDU) sagte, er freue sich, wenn beim Heimatverein ein außerschulischer Standort im Bereich Heimatkunde eingerichtet werde. Und: "Wenn du etwas für 85.000 Euro kriegst und 20.000 Euro investieren musst, dann darfst du als Gemeinde nicht nein sagen." Weitere Zustimmung äußerten Maria Böckmann (IGG), Heinrich Niemann (FDP) und Kurt Reinemann (SPD). Dietrich Tangemann (CDU) ergänzte, dass "auch wir vom Heimatverein Varenesch uns da mit einbringen können".

Sanierung mit Spezialmörtel

Apropos Heimatverein Varenesch: Dessen Zuschussantrag über 5.000 Euro für die Sanierung und Neugestaltung des Ehrenmals in der Goldenstedter Bauerschaft war ebenfalls Thema im Bildungs- und Kulturausschuss - und wurde auch einstimmig befürwortet.  Weitere 5.000 Euro gibt es vom Landkreis Vechta aus Mitteln des Denkmalschutzes. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 20.150 Euro.

Wie dem Zuschussantrag des Vereins zu entnehmen ist, wurde das Denkmal zu Ehren und zum Gedenken der Gefallenen, Vermissten und Kriegsteilnehmer der Varenescher Dorfgemeinschaft 1921 errichtet. Bei den Planungen zum 100-jährigen Jubiläum sei nun festgestellt worden, dass die erst vor 15 Jahren erneuerte Verfugung an einigen Stellen Schäden aufweist und sich von den Steinen ablöst. Das erarbeitete Sanierungskonzept sieht neben der Neuverfugung mit einem Spezialmörtel eine Bleiabdeckung der waagerechten Flächen vor, um das Eindringen von Regenwasser zu vermindern.

Das Mahnmal in Varenesch wurde 1921 errichtet. Der Heimatverein unterhält die Denkmalanlage seit seiner Gründung 1950. Foto: FerberDas Mahnmal in Varenesch wurde 1921 errichtet. Der Heimatverein unterhält die Denkmalanlage seit seiner Gründung 1950. Foto: Ferber

Martin Meyer hob, gerade mit Blick auf 75 Jahre Kriegsende, die Bedeutung der Mahnmale in Varenesch, Lutten und Ellenstedt hervor, um das Gedenken weiter fortbestehen zu lassen. Bürgermeister Alfred Kuhlmann ergänzte: "Neben der allgemeinen Kultur ist uns auch die Gedenkkultur in der Gemeinde wichtig."

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