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Festakt in Molbergen: "Der Gesang war nahezu perfekt, aber ihr übt ja auch schon 125 Jahre"

Der Männergesangsverein hat sein 125-jähriges Bestehen gefeiert.

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Unter Leitung von Ria Deeken hatten der Männergesangverein und der Frauenchor die musikalische Gestaltung des Jubiläumsgottesdienstes übernommen. Foto: Landwehr

Unter Leitung von Ria Deeken hatten der Männergesangverein und der Frauenchor die musikalische Gestaltung des Jubiläumsgottesdienstes übernommen. Foto: Landwehr

Molbergens Pfarrer Uwe Börner will sich Gottesdienste ohne seinen Kirchenchor, den Männergesangsverein "Frohsinn Molbergen", auf Dauer nicht vorstellen. „Singen macht Freude, tut gut, verbindet Himmel und Erde. Durch den Gesang holen wir ein Stück Himmel auf die Erde“, sagte Börner beim Dankgottesdienst zum Chorjubiläum. Der Gesangsverein hatte seinen 125. Geburtstag mit einem Dankgottesdienst in der Pfarrkirche St. Johannes Baptist und mit einem Festakt im Pfarrer-Wente-Saal gefeiert. Dabei hoben alle Redner und Rednerinnen die Bedeutung der Musik hervor und lobten das Engagement der Verantwortlichen im Chor.

Liedervater Martin Papenbrock dankte den Molberger Geistlichen und dem ehemaligen Präses, dem emeritierten Pfarrer Konrad Drees, für ihre Unterstützung. Die Messe wurde von Pfarrer Uwe Börner, Kaplan Jineesh Karakkada und Pater Rijo zusammen mit Diakon Holger Mayer zelebriert. Papenbrocks Dank galt auch dem Organisten Stephan Christ aus Cloppenburg, der kurzfristig für den erkrankten Andreas Pranger eingesprungen sei. Auch wenn der Männergesangverein, dem 25 Sänger angehören, inzwischen bei Auftritten von den 40 Mitgliedern des Frauenchores unterstützt werde, seien beide Chöre doch eigenständig geblieben.

Wie sehr der Chor gebraucht werde, habe man während der Corona-Pandemie gesehen, als der Chor mit einer Schola weiter die Gottesdienste Corona gemäß begleitet habe. „Musik drückt das aus, was wir empfinden, im Herzen tragen“, so Pastor Börner. Er bedankte sich ganz besonders bei Dirigentin Ria Deeken: „Dein Einsatz für beide Chöre – dafür können wir dir nicht genug danken.“

Frauenchor gehört inzwischen dazu

Prall gefüllt und schön geschmückt war beim Festakt der Pfarrer-Wente-Saal. „Ich bin überwältigt, wie viele gekommen sind“, verschlug es dem Liedervater die Sprache. Auch wenn sie nicht mehr aktiv singen, ließen sich Berthold und Bernhard Willenborg das Jubiläum nicht entgehen. Seit über 70 Jahren sind sie Mitglieder der Chorgemeinschaft.

Auch der Frauenchor war gekommen. „Schließlich sind wir ohne ihn nur die Hälfte wert“, scherzte Papenbrock. Für die Dirigentin Ria Deeken hatten Papenbrock und sein Vertreter Stephan Thien neben einem dicken Lob auch einen großen Blumenstrauß mitgebracht. Schließlich habe Ria den MGV seit 2008 intensiv begleitet – und bereits seit 1981 auch den Frauenchor.

Bürgermeister Witali Bastian sagte, die Gemeinde könne sich glücklich schätzen, den Chor zu haben, in dem verschiedene Generationen gemeinsam singen. Das wegen der Corona-Beschränkungen ausgefallene Bundessängerfest werde am 3. und 4. Juni 2023 in Molbergen stattfinden. Bastian lobte das Engagement der Mitglieder. Davon lebe eine Gemeinde.

Fest Ausdruck der Wertschätzung

Der stellvertretende Vorsitzende des Sängerbundes „Heimattreu“, Johannes Korfhage stellte in seinen Grußworten fest: Der Molberger Männergesangsverein mache dem Namen "Frohsinn" alle Ehre. Die Sänger hätten das weltliche und kirchliche Liedgut gepflegt und in die Welt getragen und bereits sechs Mal ein Bundessängerfest ausgerichtet. „Gesang ist die eigentliche Muttersprache der Menschen“, sagte Korfhage.

Kaplan Jineesh Karakkada hatte einen besonderen Rat für Besucher des Festakts im Pfarrer-Wente-Saal: „Mensch, lerne singen und tanzen, sonst wissen die Engel nichts mit dir anzufangen“, diesen Rat gab Kaplan Jineesh Karakkada den Besuchern. Er sprach den Sängern den offiziellen Dank der Pfarrgemeinde aus. „Der heutige Rahmen ist Ausdruck unserer Wertschätzung“, so Kaplan Jineesh.

Für Musik sorgen die Sänger selbst

Die Liedermutter des Frauenchores, Monika Middendorf, lobte den Männerchor: „Euer Gesang war schon nahezu perfekt. Aber ihr übt ja auch schon 125 Jahre.“ An die vielen Auftritte in der Kirche, bei Festen, Jubiläen oder Geburtstagen erinnerte auch Christa Flint vom Pfarreirat.

Mit zum Teil eigens für den Auftritt gedichteten Liedertexten erinnerten die Sänger an die Geschichte des MGV und an die Auftritte. Das Deutsche Rote Kreuz hatte für die Gäste ein Essen vorbereitet. Die Kirchengemeinde hatten für die nötigen Kaltgetränke gesorgt – die Musik machten die Chöre selbst.


Fakten:

  • Die Wurzeln des Männergesangvereins „Frohsinn" Molbergen reichen bis in das Jahr 1897 zurück. Seit 125 Jahren pflegen Molberger Sänger das religiöse und weltliche Liedgut.
  • Am 25. Juni 1921 gründeten Vertreter von 14 Gesangvereinen des Amtsbezirks Cloppenburg den Sängerbund „Heimattreu“.
  • Heute sind im Sängerbund „Heimattreu“ 25 Chöre und vier Kinderchöre mit mehr als 1000 Sängern vereinigt.
  • Bereits 1922 fand in Löningen das 1. Bundessängerfest des neuen Sängerbundes Heimattreu als jährlicher Höhepunkt der Sänger und Sängerinnen statt. Die Molberger richteten das Chorfest in den Jahren 1936, 1957, 1967, 1988, 1997 und 2001 aus. 2023 gastieren die Chöre der Region zum nun 7. Mal in Molbergen.
  • Der Männergesangverein „Frohsinn“ Molbergen steht seit 2008 unter der Leitung von Ria Deeken. Sie leitet auch den Frauenchor. Beide Chöre proben gemeinsam. Dafür treffen sich die zurzeit 65 aktiven Sängerinnen und Sänger immer montags um 20 Uhr im Pfarrheim. Neue Sängerinnen oder Sänger seien jederzeit herzlich willkommen, wirbt Liedervater Martin Papenbrock um engagierte neue Mitglieder.
  • Zum Vorstand des Männerchores gehören aktuell zudem Stefan Lüken als 2. Vorsitzender, Erwin Rump als Schriftführer und Matthias Bregen als Kassenwart sowie Präses Pfarrer Uwe Börner.
  • Die beiden Molberger Chöre treten in der Kirche bei den kirchlichen Hochfesten (Ostern, Weihnachten und dem Patronatsfest) auf. Sie singen aber auch bei weltlichen Anlässen, wie Geburtstagen der Mitglieder, bei Ehejubiläen oder anderen Anlässen auf.  

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