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Felix Kastler "allein zu Haus" beim Selbststudium

Der Löninger sehnt sich nach einem baldigen normalen Studentenleben mit persönlichen Begegnungen. Doch wann die Corona-Pandemie dies zulässt, ist nicht absehbar.

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"Allein  zu Haus": Statt Hörsaal, persönlichen Begegnungen mit Kommilitoninnen und Kommilitonen und Lehrenden und auch mal gemeinsam feiern findet das Studium  seit Monaten nur noch am Laptop und Tablet zu Hause statt. Foto: Martin Kessens

"Allein zu Haus": Statt Hörsaal, persönlichen Begegnungen mit Kommilitoninnen und Kommilitonen und Lehrenden und auch mal gemeinsam feiern findet das Studium seit Monaten nur noch am Laptop und Tablet zu Hause statt. Foto: Martin Kessens

Vom klassischen Studentenleben kann zurzeit keine Rede sein. Online-Vorlesungen, Selbststudium und Solo-Vorbereitungen auf Klausuren prägen den Alltag der Studierenden. Davon kann auch Felix Kastler aus Löningen, Student der Humanmedizin im dritten Semester an der Uni Oldenburg, ein Lied singen.

"Wir sitzen allein vorm PC, es findet kein persönlicher Austausch über Lerninhalte statt", bedauert Kastler, "dabei ist der Austausch gerade so wichtig, um selbst den Wissenstand mit anderen vergleichen, oder um einfach auch nur nachfragen zu können". Hinzu käme, dass das sogenannte "lustige Studentenleben" überhaupt nicht stattfindet, und es so schwer sei, neue Kommilitoninnen und Kommilitonen kennenzulernen, erzählt der Student.

Kastler konnte noch Freundeskreis aufbauen

Dabei hatte der Copernicus-Preisträger noch Glück, denn er nahm sein Studium im Herbst 2019 auf und hatte so noch Gelegenheit, einen neuen Freundeskreis aufzubauen, bevor im März 2020 der Corona-Stillstand ausgerufen wurde. Kastler sammelt zurzeit auf der Aufwachstation des Cloppenburger Krankenhauses praktische Erfahrungen.

Das ist neben den Fahrten in Kleingruppen nach Groningen, der Partneruniversität, der einzige Kontakt mit anderen Medizinern. Durch die vielen Klausurverschiebungen im letzten Jahr sind viele Studierenden im "Dauerlernen" ohne freie Tage, die helfen, den Kopf wieder frei zu kriegen. Im Moment ist kein Ende dieser Situation in Sicht. Für neue Studierende stellt sich diese Situation erschwerend da, denn viele von ihnen haben vorerst keine Bude in Oldenburg bezogen und studieren vom Elternhaus aus.

Student sieht seine Zukunft im Kreis Cloppenburg

Felix Kastler, der am Copernicus Gymnasium sein Abitur machte, beteiligt sich an einem sogenannten "Buddy-Projekt". "Wir führen in diesem Projekt die Neulinge in das Universitätsleben ein", berichtet Kastler, "das bedeutet leider nicht, dass wir uns auch mal zum Biertrinken treffen, sondern uns online verbinden, Kennenlernspiele veranstalten und alles Wissenswerte über das Medizinstudium preisgeben".

Die Fachschaft lobt der Student besonders, sie sei mit 80 Studierenden eher klein und man sorge sich umeinander. So pendelt der Student, der durchaus seine Zukunft nach Beendigung des Studiums im Landkreis Cloppenburg sieht, zwischen der Studentenbude, seinem Elternhaus und seinem Nebenjob im St.-Josefs-Hospital. Und die nächste Klausur steht auch schon wieder an. "Und danach möchte ich so gerne mit den Kommilitoninnen und Kommilitonen feiern gehen", sehnt sich der Student, der die Hoffnung auf ein baldiges "normales" Studentenleben nicht aufgibt.

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