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Fazit der Polizei: Der Einsatz war "sehr herausfordernd und schwierig"

Auch wenn fast alle Teilnehmer bei der Protestaktion vor der PHW-Zentrale friedlich blieben - sie machten es den Beamten schwer, die Sitzblockade zu beenden. Eine Polizistin wurde leicht verletzt.

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Foto: M. Niehues

Foto: M. Niehues

Als "sehr herausfordernd und schwierig" bewertet Walter Sieveke, der Leiter des Polizeieinsatzes vor der PHW-Zentrale in Rechterfeld, die Auflösung der Sitzblockade. Wie bereits berichtet, hatten rund 150 Aktivisten die Anweisungen der Polizei nicht befolgt und die Paul Wesjohann Straße unpassierbar gemacht. Die Entwicklungen des Donnerstages gibt es hier zum Nachlesen. Und: Nachträglich informiert die Polizei darüber, dass doch mehrere Ermittlungsverfahren eingeleitet wurden. Von strafrechtlich relevanten Vorkommnissen war bislang nicht die Rede.

Auflösung der Protestaktion dauerte 8 Stunden

Gegen 13.30 Uhr gab die Polizei am Donnerstag die Auflösung der Spontanversammlung bekannt. Es dauerte allerdings ganze 8 Stunden, bis diese Anordnung auch umgesetzt wurde. Erst gegen 21.30 Uhr war der Einsatz beendet. Sieveke erklärte danach, woran es lag: "Die Teilnehmer zeigten sich zwar größtenteils friedlich, aber wenig kooperativ." Die Aktivisten hatten sich offenkundig darauf vorbereitet, die Polizeiarbeit so schwer wie möglich zu machen. Um einen Platzverweis erteilen zu können, muss die Identität festgestellt werden. Und gerade das gestaltete sich schwieriger, als die Beamten erwartet hatten. Die Aktivisten hatten keine Ausweispapiere dabei. Sie wollten keine Angaben zu ihrer Person machen. Und sie hatten "Maßnahmen ergriffen, um ihre Identität zu verschleiern", berichtet die Polizei. Unter anderem waren Teilnehmer zu sehen, die ihre Hände mit Farbe beschmiert hatten - offenbar um das Nehmen von Fingerabdrücken zu erschweren.

Foto: Matthias NiehuesFoto: Matthias Niehues

"Daher wurden speziell ausgebildete Kräfte angefordert, die bei der Identifizierung unterstützten", berichtet Sieveke. Die zweite Herausforderung: Die Aktivisten dachten überhaupt nicht daran, aufzustehen. Deshalb mussten die Beamten fast alle Teilnehmer - die Polizei spricht von etwas über 100 Personen - wegtragen. Das habe eine "besondere körperliche Belastung für die eingesetzten Kräfte" dargestellt, erklärt Sieveke.

Polizistin wurde am Kopf leicht verletzt

Auch wenn Sieveke größtenteils von einem "friedlichen Verhalten" spricht, so mussten doch mehrere Ermittlungsverfahren eingeleitet werden. Dabei geht es um Körperverletzung, Beleidigung, Widerstand und tätlichen Angriffs gegen Vollstreckungsbeamte. So sei eine Polizistin leicht verletzt worden. Gegen 11.30 Uhr sei sie "aus der Menge heraus" von einer Fahnenstange aus Holz am Kopf getroffen worden.

Gegner des Camps beschädigte wohl Wasserhydranten

Störungsfrei - allerdings auch mit deutlich weniger Teilnehmern - verliefen die angekündigten Mahnwachen an anderen Orten. Offenbar wollte ein Gegner des Protestcamps die Wasserversorgung des Zeltlagers kappen. Wie die Polizei mitteilte, sei ein Wasserhydrant von einem bislang unbekannten Täter beschädigt worden. Die Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung.

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