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Falsch befüllte Biotonnen werden nicht geleert

Der Landkreis Cloppenburg will verschärft Biotonnen kontrollieren. Der Anteil an Plastik, Restmüll und Altglas habe zugenommen. Das werde fürs Kompostwerk zum Problem.

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Rote Karte: Landkreis-Mitarbeiterin Katharina Emke kontrolliert aktuell, ob richtig getrennt wird. Tonnen mit Plastiktüten, Glas oder noch verpackte Lebensmittel werden nicht geleert. Foto: Landkreis

Rote Karte: Landkreis-Mitarbeiterin Katharina Emke kontrolliert aktuell, ob richtig getrennt wird. Tonnen mit Plastiktüten, Glas oder noch verpackte Lebensmittel werden nicht geleert. Foto: Landkreis

Der Landkreis Cloppenburg hat eine verschärfte Kontrolle von Bioabfalltonnen angekündigt. Die Verwaltung pocht auf die vorgeschriebene Abfalltrennung und droht mit Konsequenzen: Enthalten Biotonnen Fremdstoffe wie Plastikmüllbeutel, Obst oder Gemüse im Glas, Getränkeflaschen oder Lebensmittel in Plastikverpackungen, werden die Behälter mit einer roten Karte versehen und nicht mehr geleert. Außerdem könnten Verstöße gegen die Regeln für Abfallentsorgung als Ordnungswidrigkeiten mit einem Bußgeld geahndet werden, schreibt die Behörde.

Der Landkreis wird laut Mitteilung künftig in Zusammenarbeit mit den Abfuhrunternehmen stichprobenartig im gesamten Kreisgebiet einen Blick in die braunen Abfalltonnen werfen. Hintergrund: Immer größere Mengen von Plastikmüllbeuteln und Kunststoffverpackungen, Gläser und Restmüll, wie Windeln, Tiereinstreu und Zigarettenkippen, landen im Bioabfall.

Cloppenburgs Landrat, Johann Wimberg, erklärt: „Während nach der Einführung der Biotonne Mitte der Neunziger sehr gewissenhaft Bioabfälle getrennt wurden, hat der Anteil an Plastik und Restmüll in den vergangenen Jahren im Bioabfall immer mehr zugenommen."

Kampagne sollte Bioabfallsammlung verbessern

„Toleriert werden kann dieses Verhalten nicht, denn der Landkreis ist in der Pflicht, dem Kompostwerk im Rahmen der Bioabfallsammlung gute Qualität anzuliefern“, sagt Wimberg. Daher seien verstärkte Kontrollen der Biotonnen zwingend erforderlich.

Die Kreisverwaltung hatte zuletzt versucht, den Nutzern der Biotonne mit der noch laufenden Kampagne WIRKÖNNENBIO.de möglichst umfangreiche Informationen über die Bioabfallsammlung zur Verfügung zu stellen, um das Problem in den Griff zu bekommen. Die Qualität der im Kompostwerk angelieferten Bioabfälle habe sich aber nicht wesentlich verbessert, heißt es jetzt.

In Zusammenarbeit mit dem Abfuhrunternehmen werden daher Mitarbeiter des Umweltamts mit Sichtungskontrollen und der Verteilung von Hinweisen künftig regelmäßig auf die richtige Vorsortierung der Bioabfälle und Befüllung der Biotonne hinwirken. Beanstandungen werden mit Fotos dokumentiert – und wer den Inhalt nicht richtig entsorgt oder nachsortiert, muss damit rechnen, dass die Tonne bei der nächsten Abfuhr nachkontrolliert wird. Zuletzt kann es dann zum Bußgeld kommen.

Folgen können verheerend sein

„Ob es soweit kommt oder nicht, hat jeder Nutzer selbst in der Hand“, sagt der Landrat. Wird auf Plastikbeutel verzichtet sowie Obst und Gemüse einfach ausgepackt, muss es gar nicht erst zur Beanstandung der Biotonne oder sogar zu einem Bußgeld kommen.

Rest- und Fremdabfall könne mit steigender Menge nicht mehr aussortiert werden. Werden sogar Gläser oder Flaschen in die Biotonnen gegeben, zerbrechen diese spätestens beim Abladen der gesammelten Bioabfälle. Die Folgen sind Glasscherben im Kompost, der dann nicht mehr für den Einsatz als Dünger geeignet ist.

  • Info: Auskünfte zur richtigen Bioabfalltrennung oder Informationsmaterial zur richtigen Befüllung der Biotonnen, auch in verschiedenen Sprachen, sind erhältlich bei der Abfallberatung des Landkreises Cloppenburg unter der Telefonnummer 04471/15 432.

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