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Fall Holt: Auch Land Niedersachsen Gläubiger im Windkraft-Betrugsfall

Zwei von dem Angeklagten gegründete Gesellschaften seien mit 7 Millionen und mit 617.000 Euro Schulden in Insolvenz gegangen. Zu den Gläubigern gehöre unter anderem das Land Niedersachsen.

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Der angeklagte Windpark-Betrüger Hendrik Holt. Foto: M. Niehues

Der angeklagte Windpark-Betrüger Hendrik Holt. Foto: M. Niehues

Im Prozess um betrügerische Windparkgeschäfte des Ex-Unternehmers Hendrik Holt und seiner Familie hat ein Zeuge am Dienstag über die Verlagerung der Gesellschaften von Niedersachsen nach Sachsen berichtet. Der vom Amtsgericht Dresden bestellte Insolvenzverwalter sagte in der Verhandlung am Landgericht Osnabrück aus, dass zwei von dem Hauptangeklagten gegründete Gesellschaften im Jahr 2019 von Osnabrück aus nach Bautzen verlegt worden seien. Dabei handelte es sich um eine Holding- und eine Beteiligungsgesellschaft, die mit 7 Millionen und mit 617.000 Euro Schulden in Insolvenz gegangen seien. Zu den Gläubigern gehöre bei beiden Unternehmen unter anderem auch das Land Niedersachsen.

Die Büros der Unternehmen hätten keine Büroausstattung gehabt, es sei dort auch niemand angetroffen worden, sagte der Zeuge. Allein ein von dem Unternehmen geleaster und dann übernommener Sportwagen im Neuwert von 170.000 Euro habe für 102.000 Euro zum Teil für das Insolvenzverfahren verwertet werden können. Der zuletzt im Handelsregister benannte Geschäftsführer habe angeblich nicht gewusst, dass er Geschäftsführer gewesen sei. Dieser Mann habe in einem Brief ausgeführt, dass er sich nicht vorstellen könne, warum er Geschäftsführer sein solle, sagte der Zeuge. Dabei handelte es sich nicht um einen der fünf Angeklagten.

Die Angeklagten – neben dem Hauptangeklagten und einem Geschäftspartner stehen auch der Bruder, die Schwester und die Mutter vor Gericht – sollen Energiegesellschaften mit gefälschten Dokumenten über die Existenz von Windparks getäuscht und diese nicht existierenden Projekte vermarktet haben. Der Schaden beläuft sich laut Anklage auf rund zehn Millionen Euro. (Az.: 2 KLs 1/21)

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